Stimmt, einen Therapieplatz zu finden ist nahezu unmöglich, wenn man nicht das Glück hat, verwechselt zu werden und gesagt bekommt: Oh, ich habe zurückgerufen, weil ich dachte, Sie wären jemand anders. Aber wenn ich jetzt schon mal mit Ihnen rede - vielleicht kann ich Ihnen zumindest mal ein erstes Gespräch anbieten, um uns kennenzulernen …
Keine Kassenzulassung - das ist vielleicht auch der Grund, warum da niemand so genau hinschaut. Kann ja sogar sein, dass das weniger unseriös ist als reines Heilpraktikertum und vielleicht ist Heilpraktikertum auch weniger weit von Gesprächstherapie entfernt als von hausärztlicher Versorgung. Bei beiden wird viel geredet; Medikamente verschreiben Psychiater und ja, einfach reden kann manchmal wirklich schon helfen.
Dass man außer dem Nachweis, einen Test bestanden zu haben, der nicht mal die Befähigung nachweist, sondern eher, dass man nicht gefährllich ist, nicht mehr haben muss, sehe ich schon bei "normalen" Heilpraktikern kritisch. Aber wer dann in den Gedanken und der Wahrnehmung der Patient:innen herumfuhrtwerkt ist besonders problematisch. Menschen, die sich psychotherapeutische Hilfe suchen tun das ja nicht, weil sie besonders stabil sind. Ich fürchte, da kann man viel Blödsinn einimpfen.
Für jemanden, der die "eigene" Lehre/Leere von Deutschland GmbH, KRD oder sonstigen Reichi-Mist verbreiten will, erscheint mir das beängstigend gut zu passen.
Deshalb ja, da müsste man sehr genau auf die Befähigung achten und das nicht nur, indem man schaut, ob es diesen bestandenen Test gibt, sondern auch, wie sich diese Person sonst verhält. Wie bei Beamten auch. Wer sich so verhält, dass ein Bruch mit der FDGO zu vermuten ist, kann Probleme bekommen. Aber was rede ich, das ist ja selbst bei Beamt:innen ein zumindest gefühlt ewiger Prozess …