Autor Thema: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.  (Gelesen 46494 mal)

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Offline lobotomized.monkey

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Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #285 am: 2. September 2026, 06:12:09 »
Und jetzt wage* ich erneut Leonard-Content hier einzustellen, weil Leonard erneut mit Peters Mutter Erika gesprochen hat und daher "Neuigkeiten" zu Peters Situation aus zweiter Hand liefert.

Peter Fitzek: Aktuelle Infos aus der Haft & Hoffnung auf Entlassung im September? 01.09.2026
https://www.youtube.com/watch?v=EypEFCcRasg
Spoiler
[close]
Transkript im Anhang.

Zu Peters Wohnhaft (wie gesagt, nicht überprüfbar, die Worte von Peter an Mama Erika, die wiederum von Leonard befragt wurde):
1. Peter gehe es körperlich und psychisch gut, er sei optimistisch und freue sich, dass Leute an ihn denken. [Aber gerne doch, @Leonard: bitte lasse Peter ausrichten, dass das SSL an ihn denkt. Täglich.]
2. Peter habe ein königlich vergleichsweise gut ausgestattetes Zimmer: Fernseher (er schaue wieder Star Trek, was Mama Erika nicht mag, wohl die Serie) und ein E-Piano/Keyboard, welches er auch spielen dürfe.
3. Peter hat einen geregelten Tagesablauf: eine Stunde Hofgang, Sport, Meditation. Kontakt zu Mitgefangenen sei etwas mehr geworden. [Wenn letzteres keine disziplinarische Maßnahme gegenüber seinen Mitgefangenen ist]
4. Peter habe inzwischen Akteneinsicht bekommen, so über 1000 Seiten. [Das klingt nach Stoff für ein neues Buch.]
5. Peter dürfe jetzt wöchentlich eine Stunde mit Mama telefonieren, vorher war es nur alle zwei Wochen.

Auch zu seinem Verfahren soll sich Peter geäußert haben:
1. Es geht um Bank- und Versicherungsgeschäfte sowie Steuervorwürfe, außerdem um den Vorwurf der kriminellen Vereinigung (Königreich Deutschland). [das ist uns ja bekannt]
2. Peters wäre der Ansicht, mehrere Anklagepunkte seien gerichtlich bereits entkräftet [das ist uns auch bekannt, wird aber dennoch nicht wahrer], und hoffe, dass gar keine Anklage erhoben wird [das Urteil ist doch schon längst von Merz unterschrieben] und er im September freikommt [aber sicher, spätestens Ende September, nur welches Jahr?].

Leonard ist da durchaus, wie auch wir, ein wenig realistischer und geht nicht von einer Freilassung diesen September aus. Der Vorwurf der kriminellen Vereinigung stünde noch im Raum und da hätten die Gerichte der BRD GmbH ja so einiges an juristischen Spielraum.


* Gestern habe ich die Fäden durcheinander gebracht und die Maßregelungen der geliebten Moderation dankend entgegen genommen. Heute setze ich mich darüber eigenverantwortlich hinweg und hoffe auf das gütige Verständnis.
« Letzte Änderung: 2. September 2026, 06:22:36 von lobotomized.monkey »
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Offline psychodad

Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #286 am: 2. September 2026, 08:44:21 »
Die Sache mit dem E-Piano wirft bei mir Fragen auf:
Soll das seine Sozialprognose verbessern?
So in Richtung echte Arbeit aufnehmen als (König der) Alleinunterhalter, Fahrstuhl- und Strassenmusiker?
Oder Live-Backgroundmusiker für einen DVD-Verleih (umkopierter 80er-Content, irgendwas mit Schlössern oder Jode(l)n).

Oder will er Arne Schmitt (einer seiner Kollegen, zumindest in der Branche Klimperei und alternative Hobbyjuristerei) toppen:
-Piano auf elektrischen Antrieb umbauen und statt schnöder Polizeikette harte Knastmauern durchbrechen. Vielleicht auch mit Hilfe von Quantenquatsch und Spielen der güldenen Note sanft durchtunneln.
-Fingerübungen zur Aktionsvorbereitung. Aber statt "niederer Schöffen" gleich das ganze Gericht verhaften.
 ;D
 
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Offline Helvetia

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Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #287 am: 2. September 2026, 09:21:16 »
E-Piano? Bei Peter hätte ich jetzt mindestens ein Wasserpiano erwartet.
"Ich gebe der ganzen Thematik noch maximal zwei Jahre, dann werden Elemente rechtlich abkassiert, die hätten nie geglaubt, dass das passieren wird." - Carl-Peter Hofmann (2018)
 
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Offline Mr. Devious

Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #288 am: 3. September 2026, 08:39:54 »
Neues Beweismterial incoming.

Zitat
Deutsche Justiz erhält Rechtshilfe im Fall Königreich Deutschland

Die Schweiz leistet im Verfahren gegen die Reichsbürger-Gruppe "Königreich Deutschland" Rechtshilfe. Das Bundesstrafgericht wies die Beschwerde eines schweizerisch-deutschen Doppelbürgers ab.

(Keystone-SDA) Als «Amtmann im Staatsdienst für alle Angelegenheiten» soll der in Solothurn wohnhafte Doppelbürger bis mindestens November 2023 massgeblich an der Führung der Vereinigung «Königreich Deutschland» (KRD) beteiligt gewesen sein. Dies geht aus dem Sachverhalt hervor, den die deutschen Behörden der Schweiz im Rahmen ihres Rechtshilfeersuchens zukommen liessen.

Am 13. Mai 2025 führte die Solothurner Polizei gemäss dem Rechtshilfegesuch der deutschen Generalbundesanwaltschaft beim Bundesgerichtshof am Wohnort des Mannes eine Hausdurchsuchung durch. Das dort sichergestellte Mobiltelefon und ein Laptop werden nun den Behörden des Nachbarlandes übergeben. Das Bundesstrafgericht hat eine Beschwerde des Betroffenen dagegen abgewiesen, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Entscheid hervor geht.

Finanzgeschäfte ohne Bewilligung

Die Hausdurchsuchung in der Schweiz war koordiniert mit Festnahmen von vier Personen in Deutschland – darunter war der selbsternannte König Peter Fitzek. Ihnen wird neben der Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation vorgeworfen, ohne die notwendige Bewilligung Bank- und Versicherungsgeschäfte getätigt zu haben. Mit den Geldern sollte ein eigenes System pseudostaatlicher Strukturen geschaffen werden.

Der schweizerisch-deutsche Doppelbürger habe sich im Frühjahr 2024 aus dem KRD zurückgezogen, wie aus dem Entscheid des Bundesstrafgerichts hervor geht. Er soll aber weiterhin mit anderen Beschuldigten in Kontakt stehen.

Gemäss den deutschen Behörden handelt es sich beim KRD um einen extremistischen und verfassungsfeindlichen Zusammenschluss von 40 bis 60 Personen. Diese seien bestrebt, die Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland durch ein eigenes System zu ersetzen. Demokratische Grundsätze hätten darin keine Geltung. (Entscheid RR.2025.123 vom 6.7.2026)

https://www.swissinfo.ch/ger/deutsche-justiz-erh%C3%A4lt-rechtshilfe-im-fall-k%C3%B6nigreich-deutschland/91991972

Edith hat den Beschluss gefunden und angehängt.
« Letzte Änderung: 3. September 2026, 08:45:31 von Mr. Devious »
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Offline zopfloser

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Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #289 am: 3. September 2026, 09:40:48 »
Es passiert nichts statistisch relevantes:

Königreich Deutschland
Königreiche0 +/- 0
Staatsvereine0 +/- 0
Staatszugehörige0 +/- 0
Staatsvolk0 +/- 0
Reichsbürger0 +/- 0inhaftiert: 1
Demliche0 +/- 0inhaftiert: 3
Wirtschaftswachstum
KRD-Firmen0 +/- 0
Gemeinwohlkassen0 +/- 0
Zum KRD gewechselte Gemeinden0 +/- 0sichere Datenlage
Kauf das Richtige!
Kadari Kleinanzeigen Anzeigen0 +/- 0
Kadari Kleinanzeigen Mitglieder0 +/- 0
Kadari Markt Angebote0 +/- 0
Social-Media
HERR PETER FITZEK Facebook Follower0 +/- 0
KRD Facebook likes0 +/- 0
KRD Facebook Follower0 +/- 0
KRD Vkontakte Follower0 +/- 0
HERR PETER FITZEK Twitter Follower0 +/- 0
KRD Twitter Follower22 +/- 0https://x.com/KRDVerein
KRD Gettr Follower141 +/- 0https://gettr.com/user/gemeinwohlstaat_krd
HERR PETER FITZEK Youtube Abonnenten0 +/- 0
Dorfprojekt Bärwalde Youtube Abonnenten0 +/- 0
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KRD Instagram Abonnenten0 +/- 0
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Offline be-eh

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Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #290 am: 3. September 2026, 09:46:47 »
Zitat
https://www.swissinfo.ch/ger/deutsche-justiz-erh%C3%A4lt-rechtshilfe-im-fall-k%C3%B6nigreich-deutschland/91991972

Edith hat den Beschluss gefunden und angehängt.

Aber das Ding gilt doch gar nicht, da fehlen die Unterschriften!!

Ich habe das Dokument an einigen Stellen gelesen. Besonders lustig finde ich das Argument des "Amtmannes", dass die kantonale Untersuchungsbeamtin die Untersuchung gar nicht hätte durchführen dürfen, weil sie auf der niedrigsten Stufe der Polizei/Justiz steht. Für mich ist das völlig in Ordnung: Es ermitteln halt ganz gewöhnliche Beamte gegen ganz gewöhnliche Kriminelle... SCNR.
 

Offline DerDude

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Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #291 am: 3. September 2026, 10:24:22 »
Wir können wohl als gesichert annehmen, dass der A. der Marco ist. Der als Schweizer Staatsbürger nicht gegen seinen Willen ausgeliefert werden kann.
Dieses Urteil ist aber trotzdem wichtig: Zumindest die unerlaubten Bank- und Versicherungsgeschäfte wären auch nach Schweizer Recht strafbar. Daher könnte ihm in der Schweiz ein Prozess drohen.
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Offline Knallfrosch

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Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #292 am: 3. September 2026, 11:28:41 »
Hier habe ich einen schon älteren Beitrag zu Marco aus Solothurn gefunden:

http://www.srf.ch/news/schweiz/undercover-bei-den-abzockern-schweiz-dient-pseudo-koenig-als-drehscheibe
Nobody except for Goedel became famous by saying it can't be done.
 
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Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #293 am: 3. September 2026, 11:42:25 »
Wir können wohl als gesichert annehmen, dass der A. der Marco ist.

Davon würde ich auch ausgehen. Interessant ist, dass gegen weitere Personen B, C, D und E ermittelt wurde, eine davon ist möglicherweise die Freundin von Marco (siehe auch Nebenthread).
Sebastian Leber über Rüdi: Hoffmanns Beweisführung ist, freundlich ausgedrückt, unorthodox. Es geht in seinen Filmen drunter und drüber wie bei einem Diavortrag, bei dem der Vortragende kurz vor Beginn ausgerutscht ist und alle Dias wild durcheinander auf den Boden flogen.
 
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Offline califix

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Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #294 am: 3. September 2026, 12:03:09 »
Dem SRF liegen offenbar Hinweise auf Schweizer Bankkonten vor, über die erhebliche Summen geflossen sind. Der Verdacht, dass der Fitzefatzke und seine engsten Handlanger die Zuwendungen der betrogenen Untertanen ins Ausland verschoben hatten bestätigt sich. Ich hoffe, es gelingt auch diese Gelder einzuziehen.
 
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Offline lobotomized.monkey

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« Antwort #295 am: 3. September 2026, 12:11:05 »
Wir können wohl als gesichert annehmen, dass der A. der Marco ist.

Davon würde ich auch ausgehen. Interessant ist, dass gegen weitere Personen B, C, D und E ermittelt wurde, eine davon ist möglicherweise die Freundin von Marco (siehe auch Nebenthread).

Das sieht ja so aus, dass das System(TM) in den letzten Atemzügen liegt und wild um sich schlägt. Peter ist kurz vor dem Sieg.
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Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #296 am: 3. September 2026, 12:16:56 »
Bei den vier Buchstaben dürfte es sich um Fitzek und Beisitzende handeln.

Der Harz Kurier, der immer dicht dran war an dieser Immobiliengeschichte, hat aus aktuellem Anlass noch mal einen längeren zusammenfassenden Artikel veröffentlicht. Inhaltlich nichts Neues für länger Anwesende. Aussage zu Ute Kowalewski:

Zitat
All das [von Peter gesammelte] Geld hat dem Kneipp-Kur-Hotel in Bad Lauterberg nichts genützt. Als es am 31. August 2026 in Flammen aufgeht, ist die Eigentümerin Ute Kowalewski die Letzte, die davon erfährt. Offenkundig hat sie sich von ihrem Hoteltraum bereits verabschiedet. Sprechen möchte sie über die Ereignisse nicht – über Peter Fitzek schon erst recht nicht.

Spoiler
Zitat
Am Wiesenbeker Teich bei Bad Lauterberg riecht es wie in einer Whiskybrennerei: nasses Holz, feuchte Erde, Rauch und heißer Dampf, der auch nach Stunden noch aus den Trümmern zischt. Sie markieren das letzte Kapitel in der Geschichte des Kneipp-Kur-Hotels, dessen langer Abstieg schon in den 90ern beginnt. Denn nach Jahren des Leerstands und den fruchtlosen Mühen eines Einzelkämpfers gegen den Verfall, gerät das Haus 2023 schließlich an eine Reichsbürgergruppe aus Sachsen-Anhalt.
Wie kommt es dazu, dass die Truppe um den ehemaligen Karatelehrer und rechten Esoteriker Peter Fitzek ausgerechnet Bad Lauterberg als neuestes Lehen ihres Reichs erwählt? Und wo sind sie jetzt, da das Haus nur mehr eine rauchende Ruine ist?

Es beginnt mit Hausfriedensbruch bei Bad Lauterberg
Die Geschichte beginnt im Jahr 2022. Ein junger Mann aus Göttingen dringt nachts in das verlassene Hotel ein. Er will hier Videos für seinen Youtube-Kanal drehen. Seine Fans nennen ihn Tacco. Für sie ist er viel im Harz unterwegs. Er gehört zur Szene der sogenannten Urban Explorer, also Menschen, die (meist) verlassene Gebäude und Infrastruktur erforschen. Oft nachts, oft heimlich, und oft mit der Kamera: Die Community soll teilhaben.

Am Wiesenbeker Teich ist er nicht zum ersten Mal. Monate zuvor verscheucht ihn der Besitzer des Hauses, berichtet er später im Interview. Dieser, der Schotte Shaun M., ist in Bad Lauterberg ein wandelndes Gerücht: Jeder hat schon mal von dem eigenwilligen Schotten gehört, der im alten Kur-Hotel haust. M. hatte das leere Haus um das Jahr 2010 gekauft. Er hat zunächst große Pläne – in Eigenregie will er die Bude wieder flott machen, wie er damals dem Webportal Lauterneues berichtet.
Doch es passiert wenig. M. lebt als Eremit in dem baufälligen Hotel. Immer wieder vertreibt er zwischen 2011 und 2023 sogenannte Urbexer von seinem Grundstück, wie die Polizei dem Harz Kurier später bestätigt. Demnach erstattet M. mehrfach Anzeige wegen Hausfriedensbruch, Diebstahl und Körperverletzung. Aus einer E-Mail von M. an die Redaktion im Juli 2023 geht hervor, dass es wohl zahlreiche Einbrüche und auch Bedrohungen gegen ihn waren, die ihn am Ende zum Verkauf veranlasst haben mögen. Weitere Anfragen lässt M. danach unbeantwortet.

Marco Lumme, wie Tacco mit bürgerlichem Namen heißt, war also nicht der einzige Eindringling am Wiesenbeker Teich. Nach seinem ersten Aufeinandertreffen mit M. unternimmt Lumme im Herbst 2022 einen zweiten Versuch, das Haus im Harz für seinen Kanal zu besuchen. Denn er hat gehört, das Kur-Hotel sei nun endgültig verlassen, begründet er seinen Entschluss im Interview.
Er irrt sich. Jemand ruft die Polizei und der Youtuber wird des Geländes verwiesen. Später sagt er: „Die Polizisten habe ich dann gebeten, meine Handynummer an die Besitzerin weiterzugeben, ich wollte die Situation erklären.“ So erfährt er als einer der Ersten, dass das Haus am Wiesenbeker Teich eine neue Eigentümerin hat.

Youtuber startet Aufräumaktion im Lostplace
Und tatsächlich meldet sich die neue Inhaberin, Ute Kowalewski. Diese, so berichtet es Lumme, ist wenig glücklich über die Umtriebe der „Urbexer“ in ihrem neuen Haus. Lumme schlägt ihr einen Deal zur Wiedergutmachung vor: Er organisiert über seine Fans auf Youtube eine gemeinsame Aufräumaktion, darf diese im Gegenzug für seinen Kanal filmen. Kowalewski willigt ein und im Mai 2023 lädt Lumme das Video auf seinem Kanal hoch.

Kowalewski erzählt Lumme im Video freimütig von ihren Plänen, hier ein Haus für Gesundheitsseminare, Wanderungen oder Leberreinigungen zu etablieren: „Das ist ein absolutes Schnäppchen“, erklärt sie dem Youtuber, „absolute Spitzenlage.“

Da wird man hellhörig, im Tal. Nach Hinweisen der WGIR-Fraktion im Stadtrat beginnt der Harz Kurier im Sommer mit ersten Recherchen. Schnell bestätigt sich, was manche schon vermuten: Ute Kowalewski ist bekennendes Mitglied des „Königreichs Deutschland“ – kurz KRD. Eine Reichsbürgervereinigung aus Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt), die zu diesem Zeitpunkt bereits mehrfach im Licht der Öffentlichkeit stand.
Im Zentrum der Gruppe steht Peter Fitzek, oder Peter I., wie ihn seine Anhängerinnen und Anhänger nennen. Der König von eigenen Gnaden ist eigentlich gelernter Koch und ehemaliger Kampfsportlehrer. 2012 lässt er sich in einer selbst erdachten Zeremonie zum König krönen. Anders als bei vergleichbaren Gruppierungen geht es Fitzek nicht um theoretische Fragen – ob die BRD etwa in der Rechtsnachfolge des Kaiserreichs oder gar des NS‑Staates steht –, sondern um die blanke Praxis. Seinen Anhängern verspricht König Fitzek ein besseres Wirtschaftssystem in Deutschland zu etablieren. Ohne Steuern, ohne Bürokratie und staatliche Gängelei.

Das Bundesinnenministerium schreibt in seiner Bewertung der Truppe: „Das KRD beanspruchte für sich eigene ‚Staatsgebiete‘ und einen eigenen ‚autarken Wirtschaftskreislauf‘. Es schuf über Jahre diverse staatssimulierende Strukturen wie etwa eine eigene ‚Gesetzgebung‘, eine Reihe von ‚Ämtern‘, ein ‚Bankensystem‘, eine Fantasiewährung sowie Versorgungseinrichtungen wie eine eigene Renten- und Haftpflichtschadenskasse.“ Ziel sei es gewesen, einen autarken Wirtschaftskreislauf zu schaffen.
Und was ist ein feudales Königreich ohne Ländereien? Der Verfassungsschutz beschreibt, wie sich das KRD bemüht, sein „Staatsgebiet“ durch den Kauf von Grundstücken und Immobilien zu erweitern. Das Geld dafür bekommt Peter Fitzek von seinen circa 6.000 Anhängerinnen und Anhängern. Über die Jahre erwirbt er so mehrere Lehen in mehreren Bundesländern, etwa einen Gutshof in Halsbrücke (Sachsen) mit landwirtschaftlichen Flächen für rund sechs Millionen Euro, oder das Schloss Bärwalde im sächsischen Erzgebirge. In der Regel erfolgt der Kauf über Mittelspersonen – wie am Wiesenbeker Teich über Ute Kowalewski.

Kontakte zu Rechtsextremisten am Kneipp-Kur-Hotel werden sichtbar
Doch im Gegensatz zu manch anderer Liegenschaft der KRD bietet das Kur-Hotel in Lauterberg außer seiner Lage primär Plackerei. Hinweisgeber aus Bad Lauterberg berichten dem Harz Kurier von mehreren weiteren Aufräumaktionen im Sommer 2023. Mindestens ein Mitglied des KRD lebt dabei wohl dauerhaft in einem Wohnwagen auf dem Gelände. Die Truppe scheut auch nicht den Kontakt zu bekannten niedersächsischen Rechtsextremisten, wie dem NPD-Landtagskandidaten Niels Fortmann, der am Wiesenbeker Teich gesichtet wird.

Und der König selbst besucht das Haus schließlich höchstpersönlich. Zur Eröffnung des Kiosks im Außenbereich reist Peter Fitzek in den Harz, lässt sich für ein Youtube-Video von Ute Kowalewski über das Gelände führen. Da die Reichsbürger aber keine Genehmigung für den Betrieb des Kiosks haben, versuchen sie es mit juristischen Taschenspielertricks.

Die Logik sinngemäß: Wer am königlichen Kiosk einkauft, wird für die Dauer der Transaktion Mitglied des Königreichs. Rechtlich sind solche Konstrukte natürlich nicht haltbar, wie ein Staatsrechtler dem Harz Kurier damals erläutert.

Bei der Suche nach geeignetem Personal für die Verkaufsstellen am Teich beschreitet das KRD eigenwillige Wege: Der ideale Bewerber bringe nicht nur „Erfahrung in Verkauf und Gastronomie“ mit, sondern auch „gute Kommunikationsfähigkeiten“ und ein „hohes Interesse an aktiver Persönlichkeitsentwicklung“, schreiben die Reichsbürger auf ihrer Webseite. Spirituell wolle man es halten, im Harz. Da das örtliche Umfeld aber noch nicht „optimal ausgebaut“ sei, biete man Bewerbern dafür eben ein „Camping-Gefühl“.

Stadt und Landkreis reagieren auf die neuen Bewohner indes noch im Sommer. Es kommt zu Durchsuchungen auf dem Gelände: Der Verdacht lautet auf Schwarzarbeit, und Verletzung des Arbeitsrechts sowie bei der Müllentsorgung.
Schlussendlich untersagt die Stadt Bad Lauterberg den Betrieb des Kiosks. Die Kreisverwaltung droht zudem, bei Missachtung der Auflagen über die Bauaufsicht einzugreifen, die Wohnlage zu versiegeln oder gar abreißen zu lassen.
Maßnahmen, die Kowalewski nicht schrecken. Sie argumentiert: „Einen eingerichteten Kiosk gab und gibt es bereits auf dem Gelände. Dieser ist wie die Gastronomie und das Hotel ebenfalls seit Jahren vor Ort und wurde früher auch betrieben. […] Insofern geht eine Genehmigungsfähigkeit eines bereits existenten Kiosks auf dem Gelände leer.“

Ihre Auffassung übermittelt sie in einem Ordner direkt an den Landrat Marcel Riethig (parteilos, damals SPD) und löst einen Bombenalarm im Göttinger Kreishaus aus. Da das Paket verdächtig erscheint, zieht die Verwaltung die Polizei hinzu. Ein Bombenspürhund schlägt an: Rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden evakuiert.
Das Paket stellt sich als harmlos heraus, die Absenderin kann sich die Aufregung nicht erklären: „Die ganze Angelegenheit finde ich ziemlich belustigend. Ich musste herzlich lachen“, erzählt sie am Telefon. Am Ende verbietet der Landkreis die Nutzung des Kiosks. Auch die Wohnwagen müssen weichen.

Ermittlungen wegen illegaler Finanzgeschäfte gegen Fitzek weiten sich aus
Ab 2024 wird es ruhiger am Wiesenbeker Teich. Dafür nehmen die zahlreichen, seit Jahren gärenden Verfahren gegen Fitzek und seine Clique Fahrt auf. Im September etwa verwirft das Landgericht Dessau-Roßlau Fitzeks Berufung gegen ein Urteil wegen Beleidigung und Körperverletzung. Dem König drohen acht Monate Gefängnis, er legt Revision ein.

Im Oktober 2024 durchsucht schließlich die Polizei im Zuge von Ermittlungen der Bafin auch das Kneipp-Kur-Hotel. Die Beamten ermitteln aufgrund des Verdachts auf „unerlaubte Bank- und Versicherungsgeschäfte“. Die Bafin hatte dem Königreich nämlich mehrmals das Einlagengeschäft untersagt. Trotzdem lässt Fitzek den Betrieb mit wechselnden Namen weiterlaufen. „Kooperationskasse“, „Königliche Reichsbank“ und „GK GemeinwohlKasse“ nennt er seine Finanzkonstrukte.
Im Dezember erreichen den Harz Kurier Bilder aus Chatgruppen, in denen sich die Reichsbürgerszene austauscht. Darin wird ungeachtet der Verfahren gegen den König eine neue Aufräumaktion am Teich angekündigt.

Derweil arbeitet die Stadt Bad Lauterberg im Hintergrund daran, dem Spuk mit eigener Initiative Einhalt zu gebieten. Da der Wiesenbeker Teich Unesco-Weltkulturerbe ist, entwirft das Rathaus einen Plan, um das Haus und das Grundstück zum Baudenkmal umzugestalten. Die Pläne hätten aufgrund der kulturellen Bedeutung des Hauses im Zweifel mehr Gewicht als die privaten Belange von Kowalewski und Fitzek, so die Argumentation der Stadt.

Das unrühmliche Ende des Kneipp-Kur-Hotels und von König Peter Fitzek
Doch bevor die Strategie umgesetzt werden kann, überschlagen sich die Ereignisse. Kaum im Amt verkündet Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Mai 2025, dass das Königreich Deutschland offiziell verboten wird. Peter Fitzek, dessen Revision vor dem Oberlandesgericht ebenfalls gescheitert ist, wird endgültig festgenommen. In ihm sieht das Innenministerium den Rädelsführer einer kriminellen Vereinigung, die einen „Gegenstaat“ und wirtschaftskriminelle Strukturen schaffen wollte, um das Gewaltmonopol der Bundesrepublik zu untergraben.

Seitdem sitzt Fitzek in Haft. Das Haus am Wiesenbeker Teich wird beschlagnahmt und versiegelt. Zwar werden die Siegel im Laufe des Jahres durch Unbekannte aufgebrochen, dennoch wird es nunmehr wieder still am Teich.
Im Juli 2026 erhebt die Bundesanwaltschaft in Düsseldorf Anklage gegen Fitzek und drei weitere Mitglieder des KRD. Die Vorwürfe lauten auf illegale Bank- und Versicherungsgeschäfte, Steuerhinterziehung in Größenordnung und mehr. Allein zwischen 2020 und 2025, so die Bundesanwaltschaft, habe das Königreich rund zehn Millionen Euro durch Spenden, Geschenke und kostenpflichtige Seminare eingenommen.
All das Geld hat dem Kneipp-Kur-Hotel in Bad Lauterberg nichts genützt. Als es am 31. August 2026 in Flammen aufgeht, ist die Eigentümerin Ute Kowalewski die Letzte, die davon erfährt. Offenkundig hat sie sich von ihrem Hoteltraum bereits verabschiedet. Sprechen möchte sie über die Ereignisse nicht – über Peter Fitzek schon erst recht nicht.
Von den Reichsbürgerträumen im Harz ist somit nur Schutt übrig geblieben: Bad Lauterbergs königliches Erbe, wenn man so will.

https://www.harzkurier.de/harzkurier/bad-lauterberg/article413026317/wie-die-reichsbuerger-nach-bad-lauterberg-kamen-und-wo-sie-heute-sind.html paywall


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Offline Knallfrosch

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Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #297 am: 3. September 2026, 12:19:26 »
Zitat
Die Beschuldigten B., C., D. und weitere Personen sollen am 16. September 2012 die kriminelle Vereinigung mit dem Namen «Königreich Deutschland (KRD)» gegründet haben.

Irgendwo steht noch, dass B = Fitzek ist.
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Offline psychodad

Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #298 am: 3. September 2026, 14:56:50 »
Neues Beweismterial incoming.
(...)
Edith hat den Beschluss gefunden und angehängt.

Das sieht für mich (als juristischer Laie) sehr sehr gut aus. Bringt mich beinahe zum Frohlocken. Weil:
-das hat 5000 Fränkli gekostet welche vorzuschiessen waren, plus Anwaltskosten, plus evtl. die Kosten vorheriger Beschwerdeverfahren.
-es klingt so als wäre da, mehr oder weniger verzweifelt, alles mögliche vorgebracht worden, obwohl kaum eine Chance bestand etwas zu erreichen, z.B.:
-der Versuch der StPO-Analogie, obwohl es sich um eine Rechtshilfesache handelte wo die nicht wirklich gilt (eher dem Verwaltungsrecht zugeordnet?)
-"ich hab mal mit einem deutschen Anwalt gemailt, das muss da raus wegen Berufsgeheimnis" (aber ich sag jetzt nicht ob es wirklich um Rechtsbeistand ging und ihr müsst es gefälligst selber suchen). WTF

Ich denke da geht es nicht um Pillepalle, da wird wirklich etwas Verwertbares auf Laptop und/oder Phone sein.
Hoffentlich auch Dinge die klar zeigen wie die Anhänger mutwillig abgezockt wurden, so eindeutige Mails der Kategorie "Gemeinwohl my Ass, Peter- und Marcowohl rulez".
 
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Online Sandmännchen

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Re: Neues aus dem Königreich im 2,9-ten Quartal 2026 - Anklage & Co.
« Antwort #299 am: 3. September 2026, 20:26:44 »
Die Verteidigungslinie war so:

1. Mitgliederschaft in einer kriminellen Vereinigung gebe es in der Eidgenossenschaft nicht als Straftatbestand.

2. In den beschlagnahmten Medien sei Kommunikation mit Rechtsanwälten drauf, die darf man nicht beschlagnahmen.

Die Gerichte dazu:

1. Lest noch mal in ARrt. 275 StGB (Schweiz) nach. Im übrigen habt ihr das ohnehin falsch verstanden, es reicht, wenn die vorgeworfene Tat in der Schweiz strafbar wäre, und als unerlaubte Bank- und Versicherungsgeschäfte ist sie sowieso.

2. Da müsste er schon mal rausrücken, wo das sein sollte.


Nebenbei ist die Darstellung der Bundesanwaltschaft des KRD endlich mal klar:

Zitat
Das KRD sei auf das Betreiben unerlaubter, nach dem Kreditwesengesetz und dem Versicherungsaufsichtsgesetz strafbarer Bank- und Versicherungsgeschäfte gerichtet. Diese würden eine der wesentlichen Tätigkeiten des KRD darstellen und seien für das KRD von überragender Wichtigkeit.

Wobei ich ergänzen möchte, dass weitere sehr wichtige Zwecke die Bewunderung von Fitzek und das Ausstellen von Führerscheinen für ihn war.


Ginzel droht, auch wenn er in der Schweiz bleibt, dass die Schweiz ihn nach Art. 6 oder 7 des StGB (Schweiz) selber verfolgt.
˙uuᴉsu∩ ɹǝp ʇsᴉ uǝɥɔsuǝW sǝp uuᴉS ǝʇןǝʞɔᴉʍʇuǝ uǝʇsɥɔöɥ ɯɐ ɹǝᗡ