Autor Thema: Presseschnipsel - Rechtsextremismus  (Gelesen 163973 mal)

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Offline kairo

Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Antwort #2160 am: 4. Januar 2026, 15:27:12 »
Darf man jetzt noch nicht einmal in der Schweiz einfach ein wenig feiern?
Ja, aber man muss dabei gefälligst den richtigen Arm heben, nicht wie der Knilch am rechten Bildrand.

Außerdem frage ich mich, wieso man das Gesicht eines Mannes verpixelt, dessen Amt im Text ausdrücklich genannt wird. Die SVP wird doch im Ebikon nicht mehrere Ortspräsidenten haben? Er ist also eindeutig identifizierbar, jedenfalls für die Leute dort.
« Letzte Änderung: 4. Januar 2026, 15:29:06 von kairo »
 
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Offline hair mess

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Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Antwort #2161 am: 5. Januar 2026, 07:22:40 »
Ja, aber man muss dabei gefälligst den richtigen Arm heben, nicht wie der Knilch am rechten Bildrand.
Moderne Kameras verschieben durchaus manchmal die Seiten.
Bei Selfiefunktion verschiebt sich oft rinks und lechts. Erkennbar an Texten.
Bei Bildern ohne Text glaube ich nicht mehr an die Seiten.
« Letzte Änderung: 5. Januar 2026, 07:25:23 von hair mess »
Fällt Dir nur Unsinn ein und immer,
erzähle nichts, sonst wird es schlimmer.
 
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Offline Reichsschlafschaf

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Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Antwort #2162 am: 6. Januar 2026, 07:04:02 »
Zitat
06. Januar 2026, 06:35 Uhr
Mühlhausen: Weitere Anträge in Reichsbürger-Prozess

Der Prozess gegen zwei mutmaßliche Reichsbürger vor dem Landgericht zieht sich in die Länge. Grund sind weitere Anträge eines der Angeklagten. Darüber soll nach Angaben des Gerichts am Donnerstag entschieden werden. Das Prozessende war zunächst für September geplant. Mittlerweile wurde es viermal verschoben. Den beiden Angeklagten werden Steuerbetrug, versuchte Nötigung, versuchte Erpressung und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Die Männer müssen sich insgesamt für 250 Taten vor Gericht verantworten.
https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/nord-thueringen/nachrichten128.html
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Offline theodoravontane

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Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Antwort #2163 am: 7. Januar 2026, 14:46:50 »
Bei Selfiefunktion verschiebt sich oft rinks und lechts. Erkennbar an Texten.
Bei Bildern ohne Text glaube ich nicht mehr an die Seiten.

Das Jacket ist so geknöpft, wie ich das richtig rum erwarte, die Buttons, die zwei von ihnen tragen, sind am Körper links, wo normlerweise Menschen ein Herz haben, wo ich sie nach Bauchgefühl auch anbringen würde … Ich glaube nicht, dass das gespiegelt ist.
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Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Antwort #2165 am: 8. Januar 2026, 08:17:01 »
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Offline Gerntroll

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Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Antwort #2166 am: 9. Januar 2026, 19:20:29 »
Deutsche, mutige Patrioten sind blau wenn andere Feierabend machen und verprügeln Frauen mit Gipsarm. Ich bin so froh, dass ich Antifaschist bin und kein Patriot!

Zitat
Streit in Linie 12 endet mit brutaler Messer-Attacke: Anklage erhoben

Dresden - Die beiden Rechtsextremen Philipp J. (26) und Tony S. (35) hörten am 28. Oktober 2025 in der Straßenbahn laut rechtsextreme Musik. Als ein Tunesier (35) sich daran störte, soll Philipp J. mit einem Küchenmesser auf ihn losgegangen sein.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung erhoben.

16.30 Uhr in der Linie 12: Während die meisten wohl von der Arbeit wiederkamen, waren Tony S. und und Philipp J. schon ordentlich betrunken, ließen rechtsextreme Musik lautstark durch die Wagen plärren.

Mehrere Passagiere forderten die beiden auf, das zu lassen.

Daraufhin sollen sie ein Lied mit dem Refrain "Ausländer raus!" abgespielt haben. Mit einem Tunesier kam es daraufhin zum Streit, der schnell handgreiflich wurde.

Doch plötzlich soll Philipp J. ein Küchenmesser gezogen, den Mann in den Halsbereich und in den rechten Oberarm gestochen haben.

"Infolge der Tathandlung wurde der Beschuldigte leicht von seinem Begleiter zurückgehalten und gab weitere Tathandlungen dann augenscheinlich freiwillig auf", sagt Staatsanwältin Rebecca Gahse (27) gegenüber TAG24. Schockierte Passagiere riefen die Polizei. Diese konnte Tony S. mit 3,2 Promille in der Baluschkestraße, Philipp J. mit 2,6 Promille in der Wernerstraße festnehmen. Auch bei der Festnahme skandierten sie rechtsextreme Parolen.

Nach Auswertung der Überwachungskamera-Bilder wurde Tony S. wieder freigelassen, da er an der Messerstecherei nicht beteiligt war.

Für Hitlergrüße aus dem Fenster hatte er allerdings bereits 2024 eine Geldstrafe kassiert. Philipp J. landete in Untersuchungshaft. Er ist der Justiz bereits bekannt, weil er eine Frau mit seinem Gipsarm verprügelt hatte.

https://www.tag24.de/dresden/crime/streit-in-linie-12-endet-mit-brutaler-messer-attacke-anklage-erhoben-3456921?fbclid=IwY2xjawPOJWNleHRuA2FlbQIxMABicmlkETFvdnVYaTJVOFdETUZoNU9Rc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHp7D4i80ciZKnwR8BFAcxyioBM95_L5PHsvqB72EvqR0Nj27cbwfdAoHA7o9_aem_pk3OetnVbU7HpQLJucq6oQ
Ich liebe Sarkasmus. Es ist wie jemandem die Tastatur in die Fresse zu hauen, nur mit Worten.
 
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Offline kairo

Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Antwort #2167 am: 10. Januar 2026, 09:28:05 »
Deutsche, mutige Patrioten sind blau wenn andere Feierabend machen und verprügeln Frauen mit Gipsarm.
Zitat
Er ist der Justiz bereits bekannt, weil er eine Frau mit seinem Gipsarm verprügelt hatte.
Es war wohl eher sein eigener Gipsarm, den er dazu genommen hat. Originelle Idee, aber Zweckentfremdung von Leistungen, die die Krankenversicherung bezahlt hat. So geht das nicht. Ein echter Arier kriegt das auch so hin. Aber da kommen einem natürlich so gewisse Ideen für die nächste Demo ...
 
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Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Antwort #2168 am: 12. Januar 2026, 12:33:59 »
Öfter mal a kleine Diktatur is doch ganz xund?
(Gut, jetzt für die Regime-Gegner vermutlich nicht so direkt ...)









Zitat
Umfrage
16 Prozent wünschen sich in Österreich "Führer mit starker Hand"

Elf Prozent finden, dass eine Diktatur unter Umständen die bessere Staatsform wäre. Der Hang zu autoritärer Politik ist stärker als in Deutschland

Conrad Seidl
12. Jänner 2026, 05:00

Prinzipiell ist ja eine überwältigende Mehrheit für die Demokratie, das belegen alle Umfragen. Aber unter gewissen Umständen? Da sind sich die Österreicherinnen und Österreicher nicht mehr ganz so sicher. DER STANDARD ließ das Linzer Market-Institut erheben, wie die österreichischen Wahlberechtigten zu autoritärer Politik stehen – und verwendete dieselben Fragen, die im Jahr 2024 im Deutschland-Monitor den Deutschen gestellt wurden.

Da wurde die Zustimmung zur Aussage abgefragt: "Im nationalen Interesse ist unter bestimmten Umständen eine Diktatur die bessere Staatsform." Zwar sagen 56 Prozent klar, dass das überhaupt nicht stimme – aber eine recht beachtliche Minderheit kann der Aussage etwas abgewinnen: Drei Prozent stimmen ohne Wenn und Aber zu, weitere acht Prozent stimmen eher zu. Elf Prozent sagen, dass sie teils/teils zustimmen und ablehnen und 15 Prozent lehnen die Aussage eher (aber eben nicht rundweg) ab.

"Das heißt, dass sich in Österreich jeder Neunte mit einer Diktatur anfreunden könnte, in Deutschland ist es nur jeder Fünfundzwanzigste", liest Market-Politikforscher David Pfarrhofer aus den Daten: "Die Ergebnisse des Deutschland-Monitors von 2024 weisen darauf hin, dass ein erheblicher Teil der deutschen Bevölkerung autoritäre Einstellungen teilt. Die Österreicherinnen und Österreicher sind allerdings noch deutlich anfälliger für autoritäres Denken als die Wahlberechtigten in Deutschland. Dort sagen drei Viertel, dass eine Diktatur keinesfalls in Frage kommt, bei uns eben nur 56 Prozent."
Spoiler
Bildung nicht entscheidend
Die Ergebnisse erscheinen widersprüchlich, werden aber im Bericht zum Deutschlandmonitor erklärt. Demnach "bestätigt der Deutschland-Monitor Erkenntnisse, dass Bürgerinnen und Bürger, die angeben, die Demokratie abstrakt zu unterstützen, gleichzeitig antiliberale und antidemokratische Positionen befürworten können."

Es sind übrigens nicht bloß ungebildete Österreicherinnen und Österreicher, die unter Umständen für eine Diktatur sind: In der höchsten Bildungsschicht ist der Anteil der Diktaturbefürworter gleich hoch wie unter den Menschen mit geringer formaler Bildung.

Autoritäre Neigungen
Weiter wurde die Aussage abgetestet: "Was Österreich jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert." Nur ein Viertel der Befragten in Österreich lehnt das strikt ab – in Deutschland ist es knapp die Hälfte. 16 Prozent stimmen voll, weitere 14 Prozent überwiegend zu. Erwartungsgemäß ist die Zustimmung in der Wählerschaft der stärksten Partei am höchsten: 31 Prozent der FPÖ-Wähler sind völlig, zusätzliche 22 Prozent überwiegend für eine völkische Einheitspartei – aber auch die Präferenten anderer Parteien sind teilweise offen für solche Überlegungen.

Schließlich die Frage nach einer Führerfigur. "Die Fragestellung, die wir vom Zentrum für Sozialforschung Halle übernommen haben, unterstellt diesem Führer gute Absichten. Solche Absichten bekundet bekanntlich jeder Diktator, selbst die übelsten Figuren rechtfertigen vor sich und anderen ihre Verbrechen als Wohltaten", erklärt Pfarrhofer den zur Diskussion gestellten Ansatz: "Wir sollten einen Führer haben, der Österreich zum Wohle aller mit starker Hand regiert."

Auch hier zeigt sich eine im Vergleich zu Deutschland – wo danach gefragt wurde, ob dieser Führer Deutschland mit starker Hand regieren sollte – stärkere Neigung zu autoritärer Politik in Österreich: Sieben Prozent (in Deutschland: sechs Prozent) stimmen der Aussage völlig, weitere neun Prozent eher zu (in Deutschland fünf). "Teils/teils" geben hierzulande elf, in Deutschland acht Prozent an. "Eher nicht" sagen 14 Prozent der Österreicher und 13 Prozent der Deutschen und volle Ablehnung äußern nur 52 Prozent der Österreicher, aber 69 Prozent der Deutschen.

Rechts, aber nicht nur
Pfarrhofer verortet den Wunsch nach einer starken Führerfigur vor allem bei jüngeren Befragten – die auch weniger Sorge vor einer Diktatur zeigen – und bei Menschen mit niedrigen Bildungsabschlüssen. Die stärkste Ablehnung eines Führers kommt von Grün- und Neos-Wählern, die geringste aus der freiheitlichen Wählerschaft.

Die Beobachtungen decken sich also mit dem Befund des Deutschland-Monitors, in dem es heißt: "Dass Personen, die sich selbst sehr weit rechts einordnen, häufiger den zugrundeliegenden Aussagen zustimmen, ist zu erwarten, da die Aussagen insbesondere rechts gefärbte Diktaturaffinität messen. Die Daten zeigen aber gleichzeitig, dass diese Einstellungen nicht nur von dieser Personengruppe geteilt werden. Auch bei Personen, die sich selbst moderat rechts oder politisch mittig einstufen, sind diktaturaffine Einstellungen anzutreffen." (Conrad Seidl, 10.1.2026)
[close]
https://www.derstandard.at/story/3000000303371/16-prozent-wuenschen-sich-in-oesterreich-fuehrer-mit-starker-hand



16% geht ja noch.

Üblicherweise spricht man von 20% Bodensatz.
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Offline Peta1

Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Antwort #2169 am: 12. Januar 2026, 13:09:48 »
Öfter mal a kleine Diktatur is doch ganz xund?
(Gut, jetzt für die Regime-Gegner vermutlich nicht so direkt ...)


Zitat

16% geht ja noch.

Üblicherweise spricht man von 20% Bodensatz.

Da hamma ja noch amal a Glück ghabt.... :scratch:
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Offline Morris

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Offline desperado

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Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Antwort #2171 am: 12. Januar 2026, 20:48:21 »
Also ich finde man sollte etwas Milde walten lassen! Nicht das die Ärmste noch FSK18 Filmchen drehen muß - oh wait... :whistle:


Zitat
Die neuen Details zu Müllers finanzieller Lage zeichneten jedoch ein anderes Bild. Die 37-Jährige gab am Montag vor Gericht an, derzeit bei einer Camping- und Gastronomie-GmbH angestellt zu sein und sich für 1.500 Euro im Monat um die Eventplanung zu kümmern. Aus Streamingdiensten habe sie im gesamten Jahr 2025 lediglich rund 50 Euro verdient. Die Zeiten, in denen sie zahlreiche Auftritte im In- und Ausland hatte, seien vorbei. Sie lasse sich inzwischen von ihrem neuen Partner und ihren Eltern finanziell unterstützen, sagte Melanie Müller dem Richter.

Quelle T-online.de
As usual, I'm writing slowly because I know you can't read fast.

(Radar writting a letter to his Mom an me, writting Comments for our Customers)
 
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Offline BlueOcean

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Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Antwort #2172 am: 12. Januar 2026, 23:11:35 »
Die Angaben sind mit äußerster Vorsicht zu genießen, weil sonst nirgends straflos so viel gelogen wird wie bei der Frage nach dem Einkommen vor Gericht (woraus sich die Festlegung des Tagessatzes ergibt).
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Offline Reichsschlafschaf

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Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Antwort #2173 am: 13. Januar 2026, 18:25:22 »
Zitat
Stimmt da etwas nicht? Ein Zweifel am Protokoll der Wannsee-Konferenz und eine Antwort

Am 20. Januar 1942 berieten 15 Männer über das Finale der „Endlösung der Judenfrage“. Eine Leserin glaubt, Widersprüche entdeckt zu haben. Was die Nachforschung ergab.

Author - Maritta Adam-Tkalec
Maritta Adam-Tkalec
13.01.2026
13.01.2026, 15:44 Uhr

Zeigt die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz ein faules Ei als Kernstück ihrer Ausstellung? Kann es sein, dass das bedeutungsschwere Protokoll vom 20. Januar 1942, aus dem ersichtlich wird, wie die „Endlösung der Judenfrage“ praktisch ins Werk gesetzt werden sollte, ein Stück „Scripted Reality“ ist, also auf Fälschung beruht? Ein solcher Verdacht befiel Gabriele Villner aus Paderborn, nachdem sie die Gedenk- und Bildungsstätte Am Großen Wannsee 56–58, also den authentischen Ort, besucht hatte.

In ihrem Brief an die Berliner Zeitung vom 3. Dezember 2025 formuliert sie Zweifel an der Echtheit des Protokolls zu dem Treffen von 15 hochrangigen Vertretern der damaligen deutschen Regierung und von SS-Behörden. Unter dem Vorsitz von SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS, berieten die Herren über die effektivere Vernichtung der europäischen Juden. Die Massenmorde waren zu diesem Zeitpunkt bereits im Gang, nun ging es um die planvolle Vollendung und das reibungsarme Zusammenspiel der beteiligten Instanzen
Spoiler
Das Faksimile des 15 Seiten umfassenden Dokuments ist im Internet leicht zugänglich, zum Beispiel im Wikipedia-Eintrag zur Wannsee-Konferenz. Gabriele Villner schreibt, sie habe drei ihrer Meinung nach „auffällige Inhalte“ entdeckt. Deshalb wandte sie sich an „das Rechercheteam“ der Berliner Zeitung mit der Bitte um Aufklärung. Der sei entsprochen – wer weiß, wem noch etwas aufgefallen sein könnte. Gabriele Villner versah ihren Brief mit „leicht geänderten Adressdaten“, sodass die Antwort über die Zeitung zuzustellen ist – was nun einen allgemeinen Bildungseffekt haben kann.

Was also ist der misstrauischen Bürgerin aufgefallen?

Erste Frage: Das „Protokoll vom 20.01.2042“ (dieses Datum nennt sie in ihrem Schreiben, d.R.) enthalte nur zwölf Teilnehmer, während alle in der Nähe des ausgestellten Dokuments befindlichen Informationen von 15 Teilnehmern sprächen. Diese Zahl habe sie auch bei ihren Internetrecherchen gefunden. Reinhard Heydrich, so Gabriele Villner, komme gar nicht vor.

Antwort: Wir zählen auf den Seiten eins und zwei des Dokuments, also im Abschnitt I, vierzehn Eingeladene. Aufgeführt sind mit Namen und Wirkungsstätte ein Gauleiter, ein Reichsamtsleiter, vier Staatssekretäre, ein Unterstaatssekretär, ein Ministerialdirektor und sechs hohe SS-Chargen. Macht vierzehn (14). Der Einladende, SS-Obergruppenführer Heydrich, folgt unmittelbar im Anschluss an die Liste gleich zu Beginn von Abschnitt II mit der Protokollnotiz: „… teilte eingangs seine Bestellung zum Beauftragten für die Vorbereitung der Endlösung der europäischen Judenfrage durch den Reichsmarschall (Hermann Göring, d.R.) mit“ und weist darauf hin, dass zu dieser Besprechung geladen wurde, um „Klarheit in grundsätzlichen Fragen zu schaffen“. Die Recherche ergibt also: 15 anwesende Herren, darunter acht mit Doktortitel (einer im Protokoll nicht angegeben).


Haus der Wannsee-Konferenz

Haus der Wannsee-Konferenz
Der Sprecher der Gedenk- und Bildungsstätte, Eike Stegen, macht darauf aufmerksam, dass Heydrich in Sperrschrift und mit voller Amtsbezeichnung erwähnt wird sowie mit dem wichtigen Hinweis, dass dieser Einladender wie auch Sitzungsleiter sei und bei ihm die „Federführung bei der Bearbeitung der Endlösung der Judenfrage“ liege, und zwar „ohne Rücksicht auf geographische Grenzen“ (Seite 3 des Dokuments).

Dass Heydrich nicht in der Namensliste stehe, sei, so Stegen, kein Widerspruch, wie von der Fragestellerin gemutmaßt, im Gegenteil: „Ein Ziel Heydrichs am 20. Januar 1942 ist es gewesen, sich durch die Besprechung in seinen Kompetenzen bestätigt zu wissen. Das genau leistet der Anfang von Abschnitt II des Protokolls. Heydrich steht daher nicht einfach auf der Liste, ihm ist ein eigener Absatz gewidmet.“

Am Rande sei notiert, dass es sogar eine 16. Person im Raum gab: Ingeburg Werlemann, die Stenotypistin der Wannsee-Konferenz. Näheres zu ihr und ihren späteren Zeugenaussagen findet sich unter ihrem Namen leicht im Internet.

Zweite Frage: Das Protokoll hat keine „Schluss-Seite mit Unterschrift, Stempel, Siegel, Verteiler u.Ä.“. Das sei sehr ungewöhnlich, stellt Leserin Villner fest und fragt: „Wie ist das zu erklären?“

Antwort: Heydrich hatte zu einer „Besprechung“ eingeladen, folglich handelt es sich um ein Besprechungsprotokoll. Der heutige Wortgebrauch, am Großen Wannsee habe eine Konferenz stattgefunden, entwickelte sich erst nach 1947. Eike Stegen weist darauf hin, dass man zum Beispiel bei einer Klimakonferenz, die mit einem entsprechenden Schlussprotokoll endet, die Unterschriften der wichtigsten Beteiligten erwarten könne. Im Fall eines Besprechungsprotokolls sei das damals wie heute nicht zu erwarten. Das Fehlen einer „Schluss-Seite“ mit Unterschriften sei also nicht „sehr ungewöhnlich“: „Sehr ungewöhnlich wäre, wenn es sie im Fall dieses Besprechungsprotokolls gäbe.“

Ergänzend erläutert der Historiker, dass das ebenfalls existierende Begleitschreiben zum Protokoll Heydrichs Unterschrift trägt und eine Art Siegel – nämlich das Aktenzeichen des Referats, das in Heydrichs Reichssicherheitshauptamt das Begleitschreiben samt Protokoll markiere: IV B 4 – 1456/41 gRs. (1344).“ IV B 4 bezeichnet das Referat von Adolf Eichmann, dem Verfasser des Begleitschreibens. Das Datum des Begleitschreibens sei handschriftlich ergänzt worden, als Eichmann das Schreiben Heydrich vorgelegt habe: 26. Februar 1942. Der Posteingangsstempel vom Auswärtigen Amt zeige das Datum vom 2. März 1942. Sowohl in Eichmanns Aktenzeichen als auch im Stempel vom Auswärtigen Amt finde sich die Abkürzung „gRs.“, die für „geheime Reichssache“ steht, also für die höchste Geheimhaltungsstufe. Die Angabe /41 belegt, dass der Vorgang 1941 angelegt wurde und so weiterläuft.

Weiter erläutert Stegen: „Dass die 15 Seiten des Protokolls eher ,nackt‘ erscheinen, ist auch dem Begleitschreiben geschuldet. Dieses war in der Akte mit dem Titel ,Endlösung der Judenfrage‘ direkt vor die eigentlichen Protokollseiten geheftet – und so ist das Original bis heute im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes (PAAA) archiviert.“ Die Gedenk- und Bildungsstätte zeigt ein Faksimile.

Dritte Frage: Die 16. von ursprünglich 30 Ausfertigungen des Protokolls wurde „laut begleitender Information der Gedenkstätte 1947 von Mitarbeitern Robert Kempers, des US-Anklägers in den Nürnberger Prozessen, in Berlin entdeckt und ein Jahr später zum wichtigen Beweisdokument im Prozess gegen die leitenden Beamten der Ministerien“. Die Fragestellerin stellt fest, es sei „ungewöhnlich, dass die weiteren 29 Protokolle nie entdeckt“ worden seien. Die Geschichte der Auffindung empfindet sie als „Scripted Reality“ und fragt: „Sind alle weiteren Protokolle tatsächlich verschwunden?“

Antwort: Das Protokoll der Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942 stand im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, der vom 20. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946 geführt wurde, noch nicht zur Verfügung. Das erste und bislang einzige aufgefundene Exemplar – jene 16. Ausfertigung – wurde bei Recherchen zur Vorbereitung des sogenannten Wilhelmstraßen-Prozesses in den Akten des Auswärtigen Amtes entdeckt.

Dieser war der vorletzte und längste der zwölf Nürnberger Nachfolgeprozesse (November 1947 bis April 1949) gegen Verantwortliche des NS-Reiches. Angeklagt waren führende Angehörige des Auswärtigen Amtes (u.a. Ernst von Weizsäcker, Staatssekretär im AA und Brigadeführer der Allgemeinen SS) und anderer Ministerien sowie NS-Dienststellen. Bei der Wannsee-Konferenz war laut Teilnehmerliste das Amt durch Unterstaatssekretär Martin Luther vertreten. Im Faksimile ist die ihn anführende Zeile mit einem Bleistiftstrich markiert.

Was mit den anderen an die beteiligten Regierungsstellen, Behörden, Dienststellen übersandten Exemplaren geschah, ergibt sich aus mehreren dokumentierten, zum Ende des Reiches hin erteilten Befehlen, Schriftstücke mit Bezug zu NS-Verbrechen zu vernichten. Dass in den beteiligten Ämtern gerade dieses Schriftstück entfernt wurde, sei, so Eike Stegen, „überhaupt nicht ‚ungewöhnlich‘“, schließlich handele es sich um „eine aus Täterperspektive auf 15 Seiten verdichtete Zusammenfassung der Planung zum Mord an allen europäischen Jüdinnen und Juden, die trotz der zahlreichen Euphemismen mit klarem und eindeutig genozidalem Sprachgebrauch gespickt ist“. Ungewöhnlich sei also nicht, dass kein weiteres Besprechungsprotokoll aufgefunden wurde, sondern, „dass im Auswärtigen Amt das komplette Massenmord-Dokument in einer Akte mit dem Titel ‚Endlösung der Judenfrage‘ erhalten blieb“.

Betrachtet man die zahlreichen Unterstreichungen, Ausrufe- und Fragezeichen sowie Anmerkungen in dieser 16. Ausfertigung, lässt sich erahnen, wie das Papier im Auswärtigen Amt studiert und aufgenommen wurde.

Der Vermutung der Fragestellerin, die anderen 29 Ausführungen seien „spurlos verschwunden“, widerspricht Stegen: Gut dokumentiert seien die Folgemaßnahmen der Wannsee-Konferenz, darunter als erstes die Folgebesprechung am 6. März 1942. (https://www.ghwk.de/de/konferenz/protokoll-und-dokumente)

Er sagt: „In den Hinterlassenschaften der beteiligten Ämter finden sich viele Spuren, von denen aus wir die Besprechung und den Teilnehmerkreis rekonstruieren könnten, selbst wenn es die Akte aus dem Auswärtigen Amt nicht gäbe“, und weiter: „Deutschland war und ist ein bürokratisches Land, die Ämter produzieren eine Flut von Schriftstücken.“

Als Beispiel nennt er das Posteingangs- und Ausgangsbuch des Büros von Alfred Meyer, der an der Wannsee-Besprechung als Vertreter des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete (die deutsch besetzte westliche Sowjetunion) beteiligt war: „Dem können wir entnehmen, dass und wann er eine Einladung für die Besprechung am Wannsee erhielt.“ Bekannt ist also, dass Meyer antwortete und wann er das tat – auch wenn die Schriftstücke selbst nicht erhalten sind. Davon, dass die anderen Protokolle „spurlos“ verschwunden seien, kann also keine Rede sein.

Fazit: Die Nachforschungen bestätigen die Einzigartigkeit der Geschichte der Protokoll-Überlieferung. Die vielfältigen Studien einer großen Zahl von Historikern rund um die Wannsee-Konferenz ergeben keinen vernünftigen Grund, eine „Scripted Reality“ zu vermuten. Die auf 15 Seiten protokollierte Arbeitsanweisung zur planvollen Vernichtung von Millionen jüdischen Kindern, Frauen und Männern gehört hingegen zu den Kernstücken für das Verständnis des nationalsozialistischen Staates. Die Konferenz fand in diesen Tagen vor 84 Jahren statt – ein guter Anlass, das Protokoll wieder zu lesen
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https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/stimmt-da-was-nicht-ein-zweifel-am-protokoll-der-wannsee-konferenz-und-eine-antwort-li.10010283



Ob die Bürgerin mit der Antwort wohl zufrieden ist?

Nicht daß sich die Berliner Zeitung an einer Wannsee-Verschwörung beteiligt  ...
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Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Antwort #2174 am: 16. Januar 2026, 19:28:46 »
Zitat
Film „Führer und Verführer“
Holocaust-Überlebende kritisiert ARD-Programmchefin – der Sender reagiert

Uwe Bogen 16.01.2026 - 17:48 Uhr

Die Holocaust-Überlebende Eva Umlauf greift die ARD-Verantwortliche Christine Strobl an, die einen Film gegen Rechts „verstecke“. Nun ändert der Sender doch das Programm.

Eva Umlauf, die Vorsitzende des internationalen Auschwitz-Komitees, ist fassungslos. Wie die ARD mit dem weltweit erfolgreichen und vom SWR mitfinanzierten Film „Führer und Verführer“ des Stuttgarters Joachim Lang umgehe, sei ein „Skandal und eine Schande“. Diese herausragende Produktion, die erstmals „überzeugend“ die Frage beantworte, wie es zu den größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte kam, dürfe nicht in der Nacht versteckt werden.

Nach aktuellen Planungen der ARD läuft diese Mischung aus Dokumentation und Spielfilm am Sonntag, 25. Januar, von 23.35 Uhr bis kurz vor 2 Uhr – also nicht zur Hauptsendezeit rund um den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar. Seit vergangenem Herbst protestieren Historiker wie Professor Thomas Weber öffentlich gegen den späten Sendeplatz. Jetzt hat sich Eva Umlauf, die den Holocaust überlebt hat, in die Debatte eingemischt, was wohl nicht ohne Folgen geblieben ist. ARD-Programmdirektorin Christine Strobl kündigt gegenüber unserer Redaktion an, dass es nun doch zu einer Programmänderung kommen wird, um auf die Gefahren des Antisemitismus hinzuweisen.
Spoiler
Bundespräsident Steinmeier am 27. Januar im „ARD Extra“
Am 27. Januar, 20.15 Uhr, wird in einem „ARD Extra“ unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Abend vor der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag Interviewgast sein. Professor Weber, Berater des Films „Führer und Verführer“, glaubt, dass der wachsende Druck auf die ARD-Verantwortlichen zu dieser kurzfristig vorgenommenen Programmänderung geführt habe. Als Eva Umlauf vor wenigen Tagen ihren offenen Protestbrief an Christine Strobl geschickt habe, sei die Extra-Sendung nicht im Programm eingeplant gewesen.

„Auf eindringlichste Weise“, schreibt die Holocaust-Überlebende, zeige der Film die Mechanismen von Propaganda, „gestern und heute“. Dieser Film sei für die Gegenwart „unverzichtbar“, denn auch heute werde die Demokratie bedroht. „Führer und Verführer“ mit Kinostar Robert Stadlober in der Hauptrolle als Goebbels sei ein „riesiger internationaler Erfolg“, den man im Herkunftsland nicht in der Nacht verstecken dürfe.

ARD plant späte Ausstrahlung von NS-Propaganda-Film
Umlauf schreibt in ihrem Brief an Christine Strobl bitter, ihr Eindruck sei: „Ihnen als Programmdirektorin der ARD ist die Gefahr der Wiederkehr der Geschichte und die Zukunft der Demokratie nicht so wichtig.“ Die Wortmeldung wiegt schwer: Umlauf ist eine der bekanntesten Stimmen der Holocaust-Überlebenden. Auch die im Mai 2025 im Alter von 103 Jahren verstorbene Margot Friedländer hatte „Führer und Verführer“ als den „besten“ und „unverzichtbarsten“ Film des Jahres bezeichnet. Am Montag wurden Strobl in München 6000 Unterschriften einer Petition übergeben, die für „Führer und Verführer“ einen besseren Sendeplatz fordern.

„Ohrfeige für Holocaust-Überlebende“: Historiker warnt ARD
Bereits im Oktober hatte der Historiker Thomas Weber von der Stanford University in einem Brief an die ARD scharfe Kritik geäußert. Die nächtliche Terminierung sei eine „Ohrfeige für die Holocaust-Überlebenden“. Die Entscheidung werde „zweifellos als Einknicken vor der AfD wahrgenommen werden“ und könne für die ARD und den zuständigen Sender SWR einen erheblichen Reputationsschaden bedeuten. Nach der jüngsten Intervention Umlaufs warnt Weber vor internationalem Schaden: Wenn eine weltweit bekannte Holocaust-Überlebende den öffentlich-rechtlichen Sender so scharf angreife, bleibe dies nicht ohne Wirkung.

ARD reagiert: Dokumentation und Steinmeier-Interview am Gedenktag
Eine Vorverlegung des Films auf einen prominenteren Sendeplatz plant die ARD trotz des wachsenden Drucks nicht. Doch die Programmdirektorin weist den Vorwurf energisch zurück, sich nicht genügend mit den Gefahren des Antisemitismus in der ARD zu beschäftigen. Wie Christine Strobl unserer Zeitung sagt, hat der Sender nun beschlossen, ein bisher nicht geplantes „ARD-Extra“ am 27. Januar um 20.15 Uhr ins Programm zu nehmen. Dabei soll es um die Frage gehen, wie Jüdinnen und Juden ihr Leben heute in Deutschland erleben. Spielen Angst und der Gedanke an Auswanderung eine Rolle? Interviewgast wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

ARD-Programmdirektorin Strobl betont, ihr sei wichtig, „zwei Dinge zu trennen“: „Das eine ist die Platzierung eines bereits veröffentlichten historischen Kinofilms, an dem zweifellos die Macher sehr hängen, und das andere ist der Umgang mit dem Antisemitismus bei uns im Programm.“

ARD thematisiert Antisemitismus
Gerade in der „aufgeheizten aktuellen Debatte“ halte es die ARD für zentral, Antisemitismus nicht nur historisch zu beleuchten, sondern „ihn auch im Hier und Heute zu thematisieren“. Deshalb übertrage das Erste am 28. Januar 2026 die Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag live. Dort wird unter anderem die Holocaust-Überlebende Tova Friedmann sprechen. Zudem werde man rund um den Gedenktag in der Mediathek „prominent diverse Dokumentationen und eben den Film ,Führer und Verführer’“ kuratieren.

Strobl spricht von einem „vielfältigen Gesamtangebot“, um das Publikum „eindringlich auf die Gefahren des wachsenden Antisemitismus aufmerksam zu machen“.

Für Kritiker wie Eva Umlauf und Thomas Weber bleibt jedoch der zentrale Vorwurf bestehen: Ein Film, der sich so explizit mit den Verführungsmechanismen des Nationalsozialismus auseinandersetzt, werde ausgerechnet an einem symbolisch hoch aufgeladenen Datum in die Nacht verbannt – und damit einem breiten Publikum entzogen.

Weber lobt Sondersendung, die aber kein Ersatz für den Film sein könne
Weber begrüßt die neue Sondersendung sehr. Ihm sei aber nicht klar, wie die von Eva Umlauf geforderte öffentliche Diskussion über Demagogie und Desinformation durch ein 15-minütiges Programm in Gang kommen solle. Der Historiker versteht nicht, dass die ARD, die Millionen für den Film gezahlt habe, ihn nicht wirkungsvoll ausspiele.

Liegt die Verbannung in die Nacht gar an dem Autor und Regisseur Joachim Lang, der bei seinem Stuttgarter Arbeitgeber SWR in Ungnade gefallen ist? Seit Anfang des Jahres arbeitet dieser nicht mehr bei dem Stuttgarter Sender. Er ist in die Rente eingetreten und plant seine Filme künftig als freier Autor.
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https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.film-fuehrer-und-verfuehrer-holocaust-ueberlebende-kritisiert-ard-programmchefin-der-sender-reagiert.31cd61c8-5b6b-49df-9754-35b38a86fa32.html
„Nur weil es Fakt ist, muß es noch lange nicht stimmen!“ (Nadine)

„Wenn die verdorbenen Leute sich zusammentun und dadurch eine Macht werden, dann müssen die anständigen Leute nur das gleiche tun. So einfach ist das. (Leo Tolstoi, Krieg und Frieden)
 
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