Autor Thema: Brrrrrr-exit  (Gelesen 5834 mal)

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Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #30 am: 28. August 2018, 08:42:21 »
Also bisher ist noch alles wie gehabt im Hinterland von Great Brexistan. Das Städtchen in dem ich gelandet bin ist nachts ganz schnucklig, die riesige Uraltkirche ist erstmal beeindruckend, ein Flüsschen fliesst leise plätschernd dahin, der Inder ist sehr wahrscheinlich das beste Restaurant der Stadt, zum Hotelfenster bei Licht betrachtet raus sieht es schon fies grau aus, meine Erwartungen für die Stadt sind ähnlich deprimierend. ;D

Ob die in deutschem Besitz befindlichen Marken Bentley und Rolls Royce nun nichtmehr auf der Insel produziert werden und ob sich jetzt gegenseitig wirtschaftlich Steine in den Weg gelegt werden? Ich glaube es kaum.
Ich weiss nicht wie viel Gewinn BMW und VW so machen mit ihren Luxusspielzeugen aber da die sich auch über eine Geschichte verkaufen kann man die wohl kaum dort weg holen.
Wobei ich denen durchaus zutraue letztlich Badge engineering draus zu machen und im Extremfall in England nur noch Räder und die Spirit of ecstasy zu montieren und es dann als englisches Produkt mit jahrtausendealter Tradition zu verkaufen.  ::)
Der liebe Kunde bei dem ich hier bin ist da aber etwas anders drauf, das Städtchen wäre bei Neubauten jetzt rausgekegelt, GSK hatte einen ganzen Satz neue Maschinen bestellt von dem der Großteil jetzt nach USA und Frankreich geht statt gleicher Aufteilung. GSK ist ein bisschen esoterisch was Veränderungen und Neuvalidierungen angeht deswegen wird in England so schnell sicher nichts geschlossen aber wenn siehts hier in Hertford echt duster aus.
 

Online kairo

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Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #31 am: 28. August 2018, 19:15:15 »
Also bisher ist noch alles wie gehabt im Hinterland von Great Brexistan. Das Städtchen in dem ich gelandet bin ist nachts ganz schnucklig, die riesige Uraltkirche ist erstmal beeindruckend, ein Flüsschen fliesst leise plätschernd dahin, der Inder ist sehr wahrscheinlich das beste Restaurant der Stadt, zum Hotelfenster bei Licht betrachtet raus sieht es schon fies grau aus, meine Erwartungen für die Stadt sind ähnlich deprimierend.

Ich muss nächsten Monat in ein kleines Städtchen in Derbyshire. Da sah es beim letzten mal ziemlich ähnlich aus, und das wird es wohl diesmal auch. Das mit dem Inder stimmte jedenfalls.
 

Offline dtx

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Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #32 am: 31. August 2018, 07:50:01 »
Bei Euch in der Gegend können die Lokomotivführer entscheiden, wie sie die Weichen nehmen? Faszinierend.  ;D

Fiel mir auch gerade auf. Aber wenn keiner ein Ticket zahlt, dann werden die Fahrdienstleiter genauso wenig bezahlt (muß man ja auch nicht, solange man glaubt, nach dreimonatiger Ausbildung beliebig viel Neue zu haben). Ob dann die Mehrheit des Restes, der noch ein paar der Dienstposten besetzt, krank wird, so wie in Mainz Hbf oder sich verdrückt, so wie bei Ukip, ändert am Ergebnis recht wenig.
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Offline A.R.Schkrampe

Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #33 am: 12. September 2018, 22:09:09 »
...
Aber trotz der mittlerweile hohen Gefahr, dass ein ganz gewaltiger Schlag die britische Wirtschaft und Gesellschaft treffen wird und obwohl absehbar ganz Europa davon in Mitleidenschaft gezogen werden wird, herrscht mittlerweile eine derartige Agonie und ein Desinteresse, dass CNN durchaus treffend titelt: "Brexit - a boring train wreck". Ein langweiliges Zugunglück.
..
Und zwar nicht nur auf Seiten der EU,...

Nicht "nicht nur", sondern "nicht" - in Merry Old England ist das gar kein Thema, noch nicht einmal an einem Hauptschnittpunkt mit der EU wie Dover.
Ich komme gerade von einer Woche Kurzurlaub in Südengland zurück und bin schon ein bißchen erschüttert, daß der alte Grundsatz (der witzigerweise auf dem Anhänger unseres Cottageschlüssels vermerkt war) "Keep calm and carry on" allgegenwärtig ist.

Gut, ich besuchte einen Markt für Oldtimerfahrzeuge und deren Teile (bei uns in der Oldtimerszene schlägt sich die aktuelle politische und gesellschaftliche Großwetterlage generell nicht nieder, so ist hier die deutsche Teilung unverändert präsent), aber entgegen zarter Erwartungen gab es dort keinerlei Anzeichen von Unsicherheit ob der kommenden Zeiten -die sich dann in den Preisen niederschlagen würden-, obwohl eigentlich in Krisenzeiten Spielzeuge wie Oldtimer, Antiquitäten, Sammlerstücke oder Kunstgegenstände als Erstes abgegeben werden, um über die Runden zu kommen.

Frappierenderweise spielt der Brexit auch in den Köpfen so gut wie keine Rolle, noch nicht einmal bei denen, die zumindest theoretischerweise betroffen sein könnten.
Wenn ich das Thema anschnitt, etwa bei einem Bekannten, einem exzentischen Autofreak mit einem Faible für skurrile Autos sowie für Nordkorea (wir denken daran, noch einmal dorthin zu reisen -er war auch schon dort-, um das Geheimnis der legendären 1000 Volvos zu lüften), dann kam nur ein verdruckstes "Naja, mal sehen, irgendwie wird schion was gehen" als Antwort - und dabei betreibt er nebenberuflich ein Lieferservice für Autoteile und Antiquitäten in die EU.
Ebenso war die Reaktion bei einem Handel für historische Möbel, als wir auf die Ankündigung, daß die nachgefragten Stühle bis April 2019 verliehen seien, fragten, wie denn deren Export nach dem 29.3. vonstatten gehen sollte.

Ganz offensichtlich ist der Brexit in den britischen Köpfen noch nicht angekommen.

Der Fährhafen von Dover war noch so ein Quell unbändigen Verwunderns. Da passiert nix! Alles gammelt vor sich hin, es ist supereng, die Fahrspuren sind teils übereinander verlegt, keinerlei Bautätigkeit ist erkennbar, es gibt kein richtiges Terminal (die Klos sind versteckt unter eine stillgelegte Verladerampe gequetscht), einige Gebäude sind leer, umzäunt und das Unkraut sprießt (gut für unsere Hündin. Sie benötigt für den Stuhlgang Gras, und sei der Büschel noch so winzig).
Auch im Ort und drumherum - nichts passiert dort.
Auf der französischen Seite werden in Calais und Dünkirchen dagegen riesige Flächen für neue Wartespuren planiert und geteert.

Reichlich erstaunt und ein bißchen erschüttert haben wir Glorious Britain wieder verlassen. Mal sehen, ob es in ein paar Monaten (wir wollen noch mal hin, ein paar ins Auge gefaßte Sachen abgreifen) anders aussieht.

P.S. auf dem Briefkasten in dem Dörfchen, in dem wir weilten, prangte ein "V R"
« Letzte Änderung: 12. September 2018, 22:30:09 von A.R.Schkrampe »
 
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Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #34 am: 18. September 2018, 22:25:10 »
Keine Ahnung ob die Datenlage stimmt, amüsant ist es trotzdem
Ich kam
Ich sah
Ich vergaß was ich wollte
 
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Offline dtx

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Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #36 am: 23. September 2018, 20:19:15 »
https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-09/brexit-great-yarmouth-ukip-referendum

Zitat
Brexit: Verloren an der Nordsee

In Great Yarmouth haben fast 72 Prozent für den Brexit gestimmt. Die Angst vor Migranten mobilisierte gegen die EU.
Aber die Probleme sind eigentlich ganz andere.
Eine Reportage von Peter Stäuber, Great Yarmouth

Zitat
...
Anfangs sah die Labour-Partei mit unangebrachter Schadenfreude zu, wie Ukip den Konservativen Stimmen wegnahm, sagt Sutton. "Aber dann begann Ukip auch der Linken das Wasser abzugraben. Sie legten sowohl in der Stadt zu, die traditionell Labour wählte, als auch in den ländlichen Gebieten, wo traditionell die Konservativen stark waren." In Panik versuchten Tories und Labour, sich ebenfalls als strenge Wächter der britischen Grenzen zu präsentieren – eine völlig kontraproduktive Strategie, sagt Sutton: "Das hatte zur Folge, dass Ukip glaubwürdiger erschien."
...

Offenbar werden überall dieselben Dummheiten begangen ...
« Letzte Änderung: 23. September 2018, 20:24:12 von dtx »
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Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #37 am: 23. September 2018, 20:22:12 »
Die spinnen, die Inselaffen Briten!
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!
 

Offline Reichskasper Adulf Titler

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Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #38 am: 23. September 2018, 20:58:14 »
war es nicht die eiserne Lady, die damals die Gewerkschaften schwächte und Arbeitnehmerrechte beschnitt, und damit überhaupt erst die Entwicklung hin zu geringen Löhnen und Ausbeutung forcierte?
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Offline dtx

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Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #39 am: 3. Oktober 2018, 15:55:46 »
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/brexit-die-angst-der-autobosse-vor-dem-harten-ausstieg-a-1231295.html

Auch die Kommentare sind interessant: Die ersten Absetzbewegungen sind offenbar schon voll im Gange:

Spoiler
7. Die Briten haben immer noch keine Vorstellung

von den Konsequenzen eines harten Brexit. Nicht nur die Automobilindustrie wird sich verlagern. Nein, die gesamte Industrie wird sich neu aufstellen. Ein mir bekanntes Unternehmen hat ein verlängertes Wochenende bereits dazu genutzt, alle Unterlagen der Londoner Finanzabteilung (dank EDV ist das nicht mehr viel) einzupacken und in ein neues 'shared service center' nach Rumänien zu bringen. Nach dem Wochenende kamen die Mitarbeiter in ein fast leeres Büro. Das letzte verbliebene Dokument war das Kündigungsschreiben auf ihrem alten Schreibtisch.

Mal sehen, was sich aus den geplanten 'Wartungsarbeiten' direkt nach dem Brexit so ergibt. Noch wartet die Industrie auf den Tag X, unsicher, ob die Briten es wirklich so weit kommen lassen. Wenn dieser Tag X aber kommt, werden wir sehen, wie britische Arbeitnehmer vor ihren Werken sitzen, um diese vor Demontage zu schützen. Für die Industrie hat dann der Wettlauf begonnen und jeder wird versuchen, so schnell und unbemerkt wie möglich seine Aktiva von der Insel zu holen, bevor die Volkesseele zu kochen beginnt.
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Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #40 am: 3. Oktober 2018, 17:09:30 »
Bist Du bei Eichelburg in die Lehre gegangen?  :scratch:
soɥdʎsıs sǝp soɥʇʎɯ ɹǝp 'snɯɐɔ ʇɹǝqlɐ –
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Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #41 am: 3. Oktober 2018, 18:51:07 »
Ich? Nö. Zum einen stammt der Kommentar nicht von mir und zum anderen beschreibt er nicht den Weltuntergang.
Wenn schon, dann eher Bobbele und Farage, als die meinten, daß unsere Industriebosse bei Merkel die Tür eintreten würden, damit die den Briten den Zugang zum Binnenmarkt erhalte. Wer eins und eins zusammenzählen kann, weiß, daß die Unternehmen aus Ländern außerhalb der EU sich gerade deswegen auf den Inseln niedergelassen haben. Wenn sie nach WTO-Regeln importieren wollten, hätten sie die Briten dazu nicht gebraucht.

Und was "just in time" bedeutet, kann bzw. konnte (?) man sich beispielsweise während einer Werksführung bei Smart in Sarreguemines anschauen. Da gibt es kein Eingangslager. Die LKW-Schleusen sind direkt neben dem Montageband, so daß man dort kaum noch ein halbes Dutzend Gitterboxen abstellen kann. Wenn der Auflieger nicht pünktlich andockt, steht sofort das Band. Aber gut, mit einer Zollabfertigung schafft man natürlich eine Handvoll neuer Arbeitsplätze ...
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Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #42 am: 3. Oktober 2018, 19:02:59 »
Am Tag, als das Ergebnis der Brexit-Abstimmung bekannt wurde, war ich zu einer Sitzung beim TÜV Süd in München. An der nahm auch ein Mann von BMW teil, der über die Meldung ziemlich verzwofelt war. "Was soll denn das werden, wenn wir jetzt auf alle Teile, die nach England gehen oder von dort kommen, Zoll zahlen müssen?"

Traurig, dass den Politikern bis heute keine gute Antwort auf diese Frage eingefallen ist. Sie tun gerade so, als hätten sie dieses Problem gerade erst entdeckt. Die Ideen der Briten, wie sie mitten in Irland eine EU-Außengrenze einrichten wollen, von der man aber nichts merken darf, sind schlicht und einfach lächerlich. Man könnte sie für eine besondere Ausdrucksform des berüchtigten englischen Humors halten. Sind sie nur leider nicht.
 
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Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #43 am: 3. Oktober 2018, 19:21:03 »
Hüstel, unter Politikern - nicht nur in GB oder in der EU, sondern auch anderswo, wo ich es mitbekomme - ist Polit-Mikado üblich: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren. In Sachen Brexit wird wohl das "Feigling-Spiel" gespielt: Wer zuerst aus seinem Fahrzeug springt, hat verloren, auch wenn der Abgrund kurz bevorsteht.

Und nun noch eine gewagte Hypothese:
Wenn ich nicht falsch erinnere, war Mrs. May erst gegen den Brexit, nach der Abstimmung und Camerons Rücktritt wollte sie dann aber den harten Brexit, was man als eine Art Trotzreaktion deuten mag. Nur war das Ergebnis recht knapp, erhebliche Teile des Parlaments (auch das Oberhaus spielte angesichts des Zeitdrucks mit, denn die Zweijahresfrist, nach der das Unterhaus das Oberhaus übergehen kann, liefe erst nach dem Austrittszeitpunkt aus) und ihrer eigenen Partei wollen entweder keinen Brexit oder doch einen weichen bzw. abgefederten Brexit mit Übergangsregelungen und Nachfolge-Abkommen. Wenn es nun aber nicht zu einem rechtzeitigen Verhandlungserfolg kommt, tritt der harte Brexit ohne Übergangsregelungen, Übergangsfristen oder Nachfolgeabkommen automatisch ein. Wer an einem harten Brexit Interesse hat, braucht also nur ausreichend auf Zeit zu spielen, der Rest geschieht von selbst.
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Re: Brrrrrr-exit
« Antwort #44 am: 3. Oktober 2018, 19:36:20 »
In diesem Zusammenhang finde ich es nicht angemessen, Politikern der Rest-EU irgendwelche Vorwürfe zu machen.
Die Briten haben innerhalb der EU schon immer eine Extrawurst gebraten bekommen. Das war imho von Anfang an ein Fehler.
Und dass sie den Austritt wollten ist ausschließlich ihre eigene Schuld.
Dann bilden sie sich auch noch ein, sie könnten die echte Mitgliedschaft durch ein Konstrukt, bei dem sie alle bisherigen Vorteile geniessen, alle Nachteile aber loswerden und das auch noch, ohne weiter zur Finanzierung der Gemeinschaftsaufgaben beizutragen!
Wie hätte das nicht in die Hosen gehen können?
Ziel der Unterhändler der EU muß es sein, den Brexit möglichst vorteilhaft für die EU zu machen und nicht, ihn für die Briten möglichst vorteilhaft zu gestalten.
Wenn die dann auch noch so blöd sind, einen harten Brexit zuzulassen, ist das eben so.
Alles andere wäre doch eine Einladung, es ebenso zu machen! Das könnte dann das Ende der EU sein!
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