Autor Thema: Presseschnipsel  (Gelesen 1530092 mal)

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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9450 am: 5. Oktober 2021, 11:53:04 »
Nobelpreis Physik 2021:
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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9451 am: 5. Oktober 2021, 12:06:01 »
Sehr schön.

Edit:

Dazu passt vielleicht auch die diesjährige Verleihung des Queen Elizabeth Prize for Engineering:

https://qeprize.org/winners/led-lighting

Meines Wissens nach ist der Preis als ein Art Nobelpreis für herausragende Ingenieursleistungen gedacht und wir aller 2 Jahre verliehen.
« Letzte Änderung: 5. Oktober 2021, 12:14:02 von Grashalm »
Vom SchlafSchaf gefressen.
 
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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9452 am: 5. Oktober 2021, 13:31:50 »
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/verfassungsschutz-stuft-institut-fuer-staatspolitik-als-rechtsextrem-ein-100~amp.html

Zitat
Neue Rechte in Schnellroda
Verfassungsschutz stuft Kubitscheks "Institut für Staatspolitik" als rechtsextrem ein

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 05. Oktober 2021, 08:38 Uhr

Der Verfassungsschutz stuft das "Institut für Staatspolitik" von Götz Kubitschek als rechtsextreme Gruppierung ein. In Schnellroda trafen sich immer wieder hohe AfD-Politiker. Das Institut kann nun mit nachrichtendienstlichen Mitteln überwacht werden. Schon im April 2020 war das "Institut" als Verdachtsfall eingestuft worden.

Spoiler
Das "Institut für Staatspolitik" (IfS) wird laut einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung vom Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextreme Gruppierung" eingestuft. Das geht aus einem bisher unveröffentlichten Verfassungsschutzbericht des Jahres 2020 hervor, der der Zeitung vorliegt.

Sachsen-Anhalts Geheimdienst sieht das IfS als eine Art "Gravitationszentrum" des neurechten Netzwerks in Deutschland. Es richte sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung, so der Befund der Verfassungsschützer.


Telefonüberwachung und V-Männer
Sie betonen auch die wichtige Rolle des IfS für Deutschlands äußerste Rechte: "Als gegenwärtiger ideologischer Ideengeber ist das IfS wichtigster Stratege und Schulungsort für die übrigen Organisationen des Netzwerks der 'Neuen Rechten'."

Durch die neue Einstufung ist es den Beamten nun erlaubt, geheimdienstliche Mittel zur Überwachung des IfS einzusetzen. So dürfen beispielsweise Telefone und Emails überwacht oder V-Männer eingesetzt werden.

Kubitschek gilt als Vordenker der Neuen Rechten
Bereits 2020 hatte der Verfassungsschutz das "Institut" des neurechten Verlegers Götz Kubitschek als "Verdachtsfall" eingestuft. Das IfS gilt als Kaderschmiede der AfD und als neurechter Thinktank.

Was ist die Neue Rechte?
Das Bundesamt für Verfassungschutz beschreibt die Neue Rechte als eine Strömung, die in den 1970er Jahren in Frankreich aufgekommen ist und sich um die Intellektualisierung des Rechtsextremismus bemühe.

Dabei stehe die Neue Rechte, laut Bundeszentrale für politische Bildung, für eine Gruppe von Intellektuellen, "die sich hauptsächlich auf das Gedankengut der Konservativen Revolution der Weimarer Republik stützt". Die Neue Rechte sei eher ein Netzwerk und habe das Ziel mit einer "Kulturrevolution von rechts" einen grundlegenden politischen Wandel voranzutreiben. Eine feste Organisationsstruktur analog zu einer Partei oder einen Verein gebe es nicht.

Die Vertreter der Konservativen Revolution waren unter anderem Edgar Julius Jung, Arthur Moeller van den Bruck, Carl Schmitt und Oswald Spengler. Auf diese berufe sich die heutige Neue Rechte, so der Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber in dem Beitrag der Bundeszentrale.

Laut Verfassungschutz beabsichtige die Neuen Rechte "die Beseitigung oder zumindest die Beeinträchtigung des demokratischen Verfassungsstaates". Sie versuche zunächst einen kulturellen Einfluss zu erlangen, "um letztlich den demokratischen Verfassungsstaat zu delegitimieren und das politische System grundlegend zu verändern."

Kubitschek pflegt enge Kontakte zu Björn Höcke, dem thüringischen AfD-Landes- und Fraktionschef. Auch der Bundesverfassungsschutz erwähnt diese Verbindung in seinem Jahresbericht: "So traten beispielsweise der 'Flügel'-Repräsentant Höcke sowie der Rechtsextremist Kalbitz beim IfS auf. Am 6. März 2020 wurde das '1. Flügeltreffen Sachsen-Anhalt 2020' am Sitz des IfS in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) abgehalten,"
[close]
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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9453 am: 5. Oktober 2021, 16:48:32 »
Sucksn ...   :(


Zitat
Antisemitismus
Sänger Gil Ofarim in Leipziger Hotel offenbar antisemitisch beleidigt

von MDR SACHSEN

Stand: 05. Oktober 2021, 14:28 Uhr

Weil er einen Davidstern an einer Kette trug, soll ein Hotelmitarbeiter des Leipziger Hotels Westin dem Sänger Gil Ofarim das Einchecken verweigert haben. Der Vorfall sorgt vor allem in den Sozialen Netzwerken für Empörung.

Der Sänger Gil Ofarim ist im Leipziger Hotel Westin offenbar antisemitisch beleidigt worden. Wie der 39-Jährige in einem Video auf Instagram mitteilte, soll ihn ein Hotelmitarbeiter aufgefordert haben, seine Davidstern-Kette abzulegen, um einchecken zu dürfen. Zuvor soll Ofarim zudem immer wieder beim Warten in der Schlange übergangen worden sein.
Spoiler
Kritik vom Zentralrat der Juden
Der Zentralrat der Juden kristisierte den Vorfall in Leipzig via Twitter: "Die antisemitische Anfeindung gegen Gil Ofarim ist erschreckend. So wie zu hoffen ist, dass das Westin personelle Konsequenzen zieht, hoffe ich ebenso, dass wir künftig auf Solidarität treffen, wenn wir angegriffen werden", so Zentralrats-Präsident Josef Schuster.

Sachsens Innenminister hofft auf polizeiliche Untersuchung
Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) äußerte sich auf einer Pressekonferenz zu dem Vorfall in Leipzig: "Ich kann nur hoffen, dass er Anzeige erstattet, so dass wir den Vorgang auch polizeilich untersuchen können", sagte Wöller. Sachsen sei ein weltoffenes Land und "wir kämpfen dafür, dass es weltoffen bleibt". Gäste, die in den Freistaat kommen, sollen sich hier sicher fühlen können. Dass jüdisches Leben nach dem zweiten Weltkrieg wieder in einem solchen Maße gefährdet ist, sei für ihn eine bedrückende Erfahrung.

Weitere Reaktionen
Auch Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) meldete sich zu dem Vorfall auf Twitter zu Wort:

Es ist inakzeptabel und macht mich wütend, was Gil Ofarim in meinem Heimatland widerfahren ist. Ich spreche für die übergroße Mehrheit der Menschen in Sachsen, wenn ich mich stellvertretend für die antisemitische Demütigung entschuldige. Wir haben noch viel zu tun in Sachsen.

Martin Dulig Sachsens Wirtschaftsminister
Sachsens Justiz- und Demokratieministerin Katja Meier (B90/Grüne) bezeichnete den "offenen Antisemitismus" als "unsäglich und unerträglich". Der Vorfall müsse Konsequenzen haben - "und eine Entschuldigung reicht da nicht aus", so Meier via Twitter. Staatsministerin Petra Köpping (SPD) ergänzte in ihrem Tweet: "Antisemitismus ist inakzeptabel und zu verurteilen. Immer. Der Vorfall in Leipzig muss gründlich aufgeklärt werden."

Demo am Abend in Leipzig
Irene Rudolph-Kokot von der Leipziger SPD machte ihrem Ärger ebenfalls auf dem Kurznachrichtenkanal Luft: "Es ist unerträglich. Das Westin muss sofort handeln. Wir als Zivilgesellschaft werden das nicht kommentarlos dulden." Sie kündigte an, am Mittwochabend vor dem Hotel demonstrieren zu wollen.

Caren Lay (DIE LINKE) sprach in einem Tweet dem betroffenen Sänger ihre Solidarität aus. In Richtung des Hotels schrieb sie: "Das ist echt das Letzte."

MDR verurteilt Vorfall
Gil Ofarim war vor dem Vorfall am Montagabend Gast einer Aufzeichnung im Auftrag des MDR. "Was ihm anschließend in einem Leipziger Hotel widerfahren ist, ist zutiefst beschämend", sagte MDR-Sprecherin Julia Krittian. "Wir verurteilen jegliche antisemitische Äußerung und fordern lückenlose Aufklärung und Konsequenzen."

Hotel sucht nach Antworten
Ein Sprecher des "Westin Leipzig" sagte der Deutschen Presseagentur, dass man sehr besorgt über den Bericht sei und die Angelegenheit extrem ernst nehme. Das Unternehmen versuche, Ofarim zu kontaktieren, um herauszufinden, was passiert sei.

In einer Antwort auf einen Tweet von Anna Staroselski, Präsidentin der jüdischen Studierenden Union Deutschlands, versicherte auch die Marriott-Kette, zu der das Westin gehört, diese Angelegenheit "sehr ernst" zu nehmen. "Wir ermitteln dringend, um herauszufinden, was hier passiert ist", heißt es.

Quelle: MDR/mar
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https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/antisemitismus-westin-gil-ofarim-100.html


Edit. Folck stellt die richtigen Fragen:














 :facepalm:

.
« Letzte Änderung: 5. Oktober 2021, 17:15:49 von Reichsschlafschaf »
„Nur weil es Fakt ist, muß es noch lange nicht stimmen!“ (Nadine)

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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9454 am: 5. Oktober 2021, 19:00:16 »
Na, dann ...


Zitat
WHATSAPP-GRUPPE BEI POLIZEI:
Hitler-Video am „virtuellen Stammtisch“ nicht strafbar

VON ALEXANDER JÜRGS, ALSFELD-AKTUALISIERT AM 05.10.2021-13:22

In Alsfeld ist ein früherer Polizist verurteilt worden, weil er Polizeiinterna weitergab und Waffen nicht sorgfältig verwahrte. Wegen der Verbreitung eines Videos, in dem das Konterfei Adolf Hitlers zu sehen war, wird er dagegen nicht bestraft.
Spoiler
Zehn Freunde waren Teil der WhatsApp-Gruppe. Man kannte sich seit vielen Jahren schon, hat auch immer wieder gemeinsam gefeiert, als „Clique“ haben sie sich gefühlt. Am 18. Februar 2018, um 22.23 Uhr, stellte Fabian G. ein Video in den Gruppenchat. Zu sehen war das Konterfei von Adolf Hitler. Das Video sollte den Eindruck hinterlassen, als würde der Diktator eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. War das ein „dummer Joke“, wie es der Verteidiger von Fabian G. nun erklärt? Oder ging es dem Angeklagten um die Verbreitung von rechtsextremistischer Propaganda?

Diese Frage muss das Alsfelder Amtsgericht am Dienstag beantworten. Doch die Verbreitung des Fake-Videos in der WhatsApp-Gruppe ist nicht das einzige, was dem ehemaligen Polizisten Fabian G., Jahrgang 1983, vorgeworfen wird. Auf der Anklagebank sitzt er auch, weil er Dienstgeheimnisse weitergegeben haben soll. Zweimal soll G. für Bekannte in Polizeicomputern spioniert haben. So hatte ihn eine langjährige Bekannte per Chat-Nachricht gebeten, herauszufinden, ob es gegen ihren Sohn einen Haftbefehl gebe. „Mion. Mion.. Ich kann morgen mal nachsehen“, antwortete G. der Frau. Am Tag darauf teilte er ihr mit, dass kein Haftbefehl gegen ihren Sohn vorliege.

Im Dorf als „Nazipolizist“ verschrien
Vorgeworfen werden ihm auch Verstöße gegen die Waffengesetze. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Kirtorf im Vogelsbergkreis wurden Gas- und Schreckschusswaffen sichergestellt. Für zwei dieser Waffen hätte er eine Waffenbesitzkarte haben müssen, doch G. hatte sie nicht registrieren lassen. Die anderen Waffen waren „erlaubnisfrei“. Das heißt, dass jeder Erwachsene sie problemlos kaufen kann. Doch er muss dafür sorgen, dass niemand anders an sie gelangen kann. Das soll G. nicht getan haben: Er bewahrte die Schreckschusspistolen in einem unverschlossenen Rollcontainer im Büro seiner Wohnung auf, eine weitere Waffe wurde in seinem Wohnzimmer entdeckt.

Zum Prozess sind viele Journalisten, Fotografen und Kameramänner erschienen. Das hat damit zu tun, dass Vorwürfe gegen hessische Polizisten, in die rechtsextremistische Szene verstrickt zu sein, zuletzt häufig lautgeworden sind. So wurden etwa von hessischen Polizeicomputern geheime Daten von Personen abgefragt, die später Drohschreiben von Rechtsextremisten erhielten, unterzeichnet mit dem Kürzel NSU 2.0. In Frankfurt wurden die Eliteeinheit des Spezialeinsatzkommandos (SEK) aufgelöst, weil Beamte in internen Chats rechtsextremistische Inhalte geteilt haben.

Und auch die Vorwürfe gegen Fabian G. und seinen älteren Bruder sind nicht neu. 2017 sollen sie auf einer Kirmes rechtsextreme Parolen gebrüllt haben. Der Bruder von Fabian G. hat in seiner Wohnung NS-Devotionalien gehortet, unter anderem SS-Uniformen. Mit historischem Interesse und Sammelleidenschaft begründete er, dass sich die Gegenstände in seiner Wohnung befanden. Er war bereits Ende Juni zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden in einem ähnlichen Fall.

Im kreisrunden Sitzungssaal am Alsfelder Amtsgericht lässt Fabian G., der ein weißes Hemd, beige Jeans und die Haare zum Zopf gebunden trägt, meist seinen Anwalt für sich sprechen. Seinem Mandanten würde es schwer fallen, über die Anschuldigungen zu reden, da er „psychisch und emotional“ sehr belastet sei, sagt der Verteidiger. Was in den vergangenen drei Jahren passiert ist, habe Fabian G. stark mitgenommen. Als „Nazipolizist“ sei er im Dorf verschrien, im Internet werde er angefeindet, auch vor tätlichen Angriffen durch Antifa-Aktivisten fürchte er sich.

Hitler-Video im kleinen Kreis keine Straftat
Doch G. sei, anders als behauptet, kein Rechtsextremist und auch kein Anhänger der Reichsbürgerszene. Das Video in der WhatsApp-Gruppe entschuldigt der Anwalt als makaberen Ausrutscher, der Tonfall in dem Chat sei sehr derb gewesen. Dass sein Mandant kein rechtsgesinnter Eiferer sein könne, begründet er auch damit, dass er Freunde mit polnischen und türkischen Wurzeln habe, dass auch sie Teil der Chatgruppe waren. Die Taten an sich bestreitet G. nicht. Was er getan habe, bereue er sehr.

Lange dauert der Prozess am Dienstag nicht, bereits nach zwei Stunden Verhandlung verkündet der Richter sein Urteil. Was die Weitergabe von Dienstgeheimnissen und den laxen Umgang mit den Schreckschusswaffen angeht, ist die Sache eindeutig: Die Straftaten hat Fabian G. begangen, verurteilt wird er zu Geldstrafen. 120 Tagessätze à 35 Euro muss er wegen der Weitergabe von Polizeiinterna zahlen, 80 Tagessätze wegen den Verstößen gegen die Waffengesetze.

Wegen des Hitler-Videos aber wird Fabian G. freigesprochen. Dass er es verwerflich findet, solch ein Video, „bei dem sich einem der Magen umdreht“, zu teilen, daraus macht der Richter kein Geheimnis. Trotzdem geht er davon aus, dass Fabian G. keine Straftat begangen hat. Denn der Kreis, in dem er das Video teilte, war privat, eine geschlossene Chatgruppe, eine Art „virtueller Stammtisch“. Dass Fabian G. wollte, dass sein Video auch über diesen Kreis verbreitet wird, könne man ihm nicht nachweisen.
[close]

https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/hitler-video-in-whatsapp-gruppe-der-polizei-nicht-strafbar-17570317.html
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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9455 am: 5. Oktober 2021, 21:15:33 »
IRMGARD F.:
Ehemalige KZ-Sekretärin ist haftfähig
AKTUALISIERT AM 01.10.2021



Die Kuscheljustiz mal wieder:    >:(


Zitat
Nach Flucht vor Prozessauftakt

Frühere KZ-Sekretärin aus U-Haft entlassen
Die 96-jährige Angeklagte war vor Beginn ihres Prozesses geflohen und wenig später auf der Flucht festgenommen worden. Nun kommt sie unter Auflagen frei.

dpa/dak, 5.10.2021 - 14:39 Uhr

Die Angeklagte floh vor Beginn des Prozesses am Landgericht Itzehoe (Archivbild).
Itzehoe - Eine 96-jährige frühere KZ-Sekretärin kommt aus der Haft frei – allerdings unter Auflagen. Das berichtet die Welt. Die Angeklagte steht seit voriger Woche in Schleswig-Holstein vor Gericht. Ihr wird Beihilfe zum Mord in mehr als 11.000 Fällen vorgeworfen. Für bundesweites Aufsehen sorgte die Flucht aus ihrem Wohnheim kurz vor Prozessstart.

Das Landgericht Itzehoe habe einer Haftbeschwerde der 96 Jahre alten Angeklagten stattgegeben. Der Prozess soll am 19. Oktober fortgesetzt werden. Ob die Angeklagte daran teilnimmt, ist nicht bekannt. Laut Spiegel will sie sich von ihrem Anwalt vertreten lassen.

Als Stenotypistin und Schreibkraft in der Kommandantur von Stutthof bei Danzig soll die Frau zwischen Juni 1943 und April 1945 den Verantwortlichen des Lagers bei der systematischen Tötung von Gefangenen Hilfe geleistet haben. In dem deutschen KZ und seinen Nebenlagern sowie auf den sogenannten Todesmärschen zu Kriegsende starben nach Angaben der für die Aufklärung von NS-Verbrechen zuständigen Zentralstelle in Ludwigsburg rund 65.000 Menschen.
https://www.berliner-zeitung.de/news/fruehere-kz-sekretaerin-aus-haft-entlassen-li.187000



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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9456 am: 6. Oktober 2021, 06:54:39 »
Antisemitismus
Sänger Gil Ofarim in Leipziger Hotel offenbar antisemitisch beleidigt


Herrn Krahs wertvollen Tweet ausnahmsweise nicht bei der  undemokratischen und staatszersetzenden afd, sondern hier, um thematisch zusammenzubleiben:




Ohne Kommentar.   ::)


#Rechtsstaatspartei 
#Professorenpartei
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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9457 am: 6. Oktober 2021, 07:03:07 »
Ich Frage mich immer wieder wie solche Ausfälle mit der offensichtlich vorhandenen Intelligenz (Doktortitel) zusammengehen?
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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9458 am: 6. Oktober 2021, 07:45:54 »
Zum diesjährigen Nobelpreis für Physik als Kommentar, aber mit Blick auf ganze Teile unserer Kundschaft an sprachlicher Präzision schwer zu überbieten:

https://www.sueddeutsche.de/meinung/nobelpreis-physik-klimawandel-kommentar-1.5430969

Zitat
Nun jedoch enthält stattdessen der Physiknobelpreis eine ziemlich deutliche Botschaft. Er geht unter anderem an zwei Forscher, die vor Jahrzehnten die Grundlagen dafür gelegt haben, dass man heute erstens die Erderwärmung hervorragend messen und vorhersagen kann. Und dass man sie zweitens zum größten Teil eindeutig den Taten des Menschen zuordnen kann.
Der Klimawandel ist real, dagegen hilft auch keine schlechte Laune

Was das heißen soll, wäre selbst dann klar gewesen, wenn es nicht bei der Verkündung der Entscheidung noch einmal explizit gemacht worden wäre: Die Modellierung des Klimas basiert auf absolut solider Wissenschaft, es handelt sich schlicht und einfach um Physik, die bestens verstanden und gesichert ist. Wer es also weiter vermeiden möchte, im Klimaschutz zu Taten zu schreiten, soll sich auf irgendetwas berufen - Bequemlichkeit, Ängste, schlechte Laune, Zahnschmerzen. Aber bitte nicht auf Zweifel an der Wissenschaft.

Es ist natürlich ein Jammer, dass es im Jahr 2021 noch nötig ist, diese Tatsache festzuhalten. Seit rund fünfzig Jahren gibt es Modelle, die die Entwicklung des Klimas vorhersagen können, seit etwa dreißig Jahren kann die reale Erwärmung in den Daten nachgewiesen werden. Ähnlich lange gibt es Bemühungen, dem politisches Handeln entgegenzusetzen - noch reichen sie bei Weitem nicht aus, trotz aller Fortschritte. Doch eines ist mit dem diesjährigen Physiknobelpreis nochmals klargestellt: An der Wissenschaft liegt das nicht.
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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9459 am: 6. Oktober 2021, 08:57:37 »
Ich Frage mich immer wieder wie solche Ausfälle mit der offensichtlich vorhandenen Intelligenz (Doktortitel) zusammengehen?
Wie viele aktiv am Geschehen Beteiligte in totalitären Nationen, in Terrorzeiten, etc, hatten einen durch Fleiß und Arbeit erreichten Titel? Titel haben nichts damit zu tun. Das repräsentiert nur Akademisches. Wissen und Intelligenz an sich bedeuten nicht, auch gewisse erwartbare soziale Strukturen im Sein zu haben.
Wer sich politisch nicht engagiert, hilft im Grunde jenen, die das Gegenteil von dem wollen, was man selber für wichtig und richtig hält. (Alain Berset)
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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9460 am: 6. Oktober 2021, 09:51:48 »
Zitat
Hotelmitarbeiter nach Antisemitismus-Vorwurf beurlaubt
.https://www.sueddeutsche.de/politik/gil-ofarim-leipzig-antisemitismus-1.5431578

Zitat
Seminar
Der Umgang mit schwierigen Kunden
...
5. bis 6. Oktober 2021
in Leipzig
Das Seminar ist ausgebucht – 
...

Veranstaltungsort

The Westin Leipzig
Gerberstr. 15
04105 Leipzig
https://www.ew-online.de/veranstaltung/der-umgang-mit-schwierigen-kunden-i-oktober-2021-leipzig.html
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"Der Kaufhausdieb ruft immer: Haltet den Kaufhausdieb!" Kaufhausdieb Rüdiger
 
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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9461 am: 6. Oktober 2021, 10:09:09 »
Jetzt mal ehrlich, ja die betreffenden MA haben sich als Armlöcher erwiesen, jetzt das Hotel in Grund und Boden zu flamen, es am liebsten niederzubrennen (kommt in manchen Googlerenzensionen durchaus vor) und Salz drüber zu streuen ist dann doch ein „wenig“ overdone.
Erinnert so ein wenig an den Fackel- und Mistforkenmob aus schlechten Filmen
An Rüdiger Hoffmann: Der Faschist sagt immer, da ist der Faschist  (in Anlehnung an die Signatur des geschätzten MitAgenten Schnabelgroß)

Wir kamen
Wir sahen
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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9462 am: 6. Oktober 2021, 10:11:42 »
Interessanterweise werden zwei Mitarbeiter beurlaubt:


Zitat
Leipzig
Antisemitismus-Vorwurf von Gil Ofarim – Hotel beurlaubt zwei Mitarbeiter

Wegen einer Kette mit Davidstern soll der Musiker Gil Ofarim in einem Leipziger Hotel Anfeindungen ausgesetzt gewesen sein. Nun hat das Westin Konsequenzen gezogen.
06.10.2021, 08.27 Uhr
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/gil-ofarim-antisemitismus-vorwurf-in-hotel-in-leipzig-mitarbeiter-beurlaubt-a-de30e2a4-c397-49e2-937a-a5fbcf0de1c6
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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9463 am: 6. Oktober 2021, 10:20:51 »
Dass zwei Mitarbeiter beurlaubt wurden, erklärt sich anhand eines anderen Zeitungsartikels:

Zitat
Aus einer Ecke habe „irgendeiner“ gerufen: „Pack deinen Stern ein!“ Auch Herr W. habe daraufhin gesagt: „Packen Sie Ihren Stern ein.“ Wenn er ihn einpacke, dürfe er einchecken.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article234219466/Gil-Ofarim-Zwei-Hotelmitarbeiter-nach-Antisemitismus-Vorwurf-vorerst-beurlaubt.html
« Letzte Änderung: 6. Oktober 2021, 10:28:20 von DinoVolare »
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Re: Presseschnipsel
« Antwort #9464 am: 6. Oktober 2021, 11:01:37 »
Gleich der nächste.

Wieso kriegt man den nicht?


Zitat
Lesung in Bad Godesberg

Unbekannter skandiert Schmährufe gegen jüdische Autorin

5. Oktober 2021 um 19:00 Uhr

Plittersdorf Eine unbekannte Person soll vor einer Lesung in Bad Godesberg antisemitische Schmährufe in Richtung der Schriftstellerin Mirna Funk skandiert haben. Funk ist selbst Jüdin und schreibt in ihrem Roman über das Leben einer jungen Jüdin in Deutschland.
Spoiler
Von Marco Rauch

Einen schockierenden Moment hatte es für die Journalistin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin Mirna Funk vor dem Schauspielhaus Bad Godesberg gegeben. Dort soll am Montag eine unbekannte Person antisemitische Schmährufe in Richtung Funks vor Beginn ihrer Lesung skandiert haben. Dies berichtete die 40-jährige Autorin am nächsten Morgen Schülern des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums. Hier las Funk aus ihrem Roman „Zwischen Du und Ich“.

Funk selbst ist Jüdin und schreibt in ihrem Roman über das Leben einer jungen Jüdin in Deutschland sowie über Ressentiments und Antisemitismus, mit denen die Romanfigur konfrontiert wird. Zugleich geht Funk auf Forderungen mancher Deutscher ein, wonach sich das Land vor allem von der Zeit zwischen 1933 und 1945 und darüber hinaus loslösen müsse.

Unbekannte Person skandiert Schmähruf
Dass Antisemitismus aktuell ist, hatte Funk vor dem Schauspielhaus erlebt: Eine Person habe bei Funks Ankunft immer wieder „Rothschild“ gerufen. Dieser Name stehe für eine abstruse Verschwörungstheorie über eine jüdische Familie, „der man nachsagt, dass sie die Fäden in der Hand hält und die Welt kontrolliert“, sagte Funk den Bad Godesberger Schülern.

Die Lesung im Nicolaus-Cusanus-Gymnasium am Dienstag war Teil des „Käpt’n Book“-Lesefestes der Stadt Bonn, zu dem Autoren in die Schulen eingeladen werden, sagte Lehrerin Jennifer Gast. Solche Veranstaltungen sollen die Lesekompetenz der Schüler steigern und hätten sich bisher bewährt. „Für unsere Schüler ist es aber auch ein besonderes Erlebnis, einfach mal zuzuhören und Auszüge einer Geschichte aus erster Hand zu hören“, sagte Gast.

Funk lebt sowohl in Berlin, als auch bei ihrer Familie in der israelischen Stadt Tel Aviv. Sie schreibt für deutsche Magazine, darunter die Vogue, sowie für Tageszeitungen. Auch mit ihrer monatlichen Kolumne „Jüdisch heute“ in der Vogue versucht Funk, gegen antisemitische Vorurteile anzukämpfen. Ihr aktueller Roman  wurde im Februar veröffentlicht. Eine weitere Lesung mit Funk ist für diesen Mittwoch in der Synagogengemeinde Bonn vorgesehen. Beginn der öffentlichen Veranstaltung ist um 19 Uhr.

Funk: Antisemitismus beruht auf Vorurteilen
Funk betonte vor den Schülern, dass der Ursprung des Antisemitismus nicht alleine auf die Person Adolf Hitlers zurückzuführen sei. Auch wenn sie darauf verwies, dass dieser „häufiger auf dem Spiegel-Cover war als jeder andere, obwohl man ihn doch so verachtet“, so Funk. Stattdessen gebe es Antisemitismus schon seit mindestens 2000 Jahren und dieser basiere hauptsächlich auf Vorurteilen von Christen gegenüber Juden, die sich – angepasst – bis heute in der Gesellschaft hielten. Aktuell ist dazu in jüngerer Zeit eine andere Form von Antisemitismus zu beobachten: Im Mai waren mehrere Tatverdächtige nach Steinwürfen auf die Synagoge an der Tempelstraße festgenommen worden. Auch eine angebrannte Flagge Israels fand die Polizei unter anderem. Die Verdächtigen räumten später die Tat ein. Einige der zahlreichen Fragen seitens der Schüler an Funk bezog sich auch auf den Nahost-Konflikt.

Diskriminierender Vorfall bei Veranstaltung
Funks Roman basiert zwar hauptsächlich auf Fiktion, beruhe in Teilen aber auch auf wahren Begebenheiten: So sei auf einer Veranstaltung mit etwa 5000 Gästen ein Bild Funks zu sehen gewesen. Bekannte von ihr hätten einen Hitlerbart auf das Bild gemalt und anschließend ein Foto davon im Internet gepostet. Funks Anwalt habe ihr mit Verweis auf eine rechtliche Grauzone von einer Klage und einem Gerichtsverfahren abgeraten. Die Bekannten hätten letztlich nur eine geringe Geldstrafe an Funk zahlen müssen, von der sie „gerade so die Anwaltskosten“ habe zahlen können. Dass sie nicht doch vor Gericht gegangen war, habe Funk später bereut. Deshalb habe sie ein fiktives Gerichtsverfahren zum Teil ihres Romans gemacht.

Zudem hat Funk festgestellt, dass sie als Jüdin immer wieder auf ihre Religionszugehörigkeit reduziert werde, positiv wie negativ. Dazu verweist sie auf ein Erlebnis im Alter von zwölf Jahren. Damals habe ihre Geschichtslehrerin vor der Klasse erwähnt, dass sie Jüdin ist. „Ich habe das als extrem unangenehm empfunden“, sagte Funk und beschrieb ihre Gefühle als Kind, auch bezogen auf die Reaktionen der damit konfrontierten Mitschüler.
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    https://ga.de/bonn/bad-godesberg/unbekannter-skandiert-schmaehrufe-gegen-juedische-autorin_aid-63348717
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