Wir haben inzwischen übrigens die Räumung seit ein paar Wochen hinter uns. Und rückblickend war es zwar ein komplett verrückter Tag aber zum Glück ohne größere Eskalation.
Zwei Tage vor der Räumung haben wir festgestellt, dass der Kollege anfängt, auszuziehen. Wir haben die Räumung aber trotzdem nicht abgesagt.
Am Tag der Räumung waren dann 3 Kleinbusse der Polizei da zuzüglich zivil. Der Einsatz ging dann ca. eine Stunde. Das Haus wurde durchsucht, lange wurde mit dem Herrn diskutiert.
Da hat er natürlich auch die üblichen Reden abgespult, dass nur die schaef-Gesetze gelten, dass das alles Unrecht ist und wir alle die Abrechnung von Trump bekommen werden. Er konnte nicht glauben dass das Haus jetzt nicht mehr ihm gehört. Er war ja gar nicht beim Notar. Außerdem hat er der Einsatzleitung ausgiebig erklärt, dass bei der Polizei bestimmt mehr als 50% Vampire sind und er deswegen nicht kooperieren kann.
Allerdings ist er dann am Ende ohne Widerstand gegangen. Leider anders als geplant, da sein Auto in unserer Garage stillgelegt wurde, da die Kfz Steuer lange nicht mehr gezahlt wurde. Der Blick des Taxifahrers, als er das Polizeiaufgebot gesehen hat, war unbezahlbar.
Ich habe dann direkt versucht, die Kfz Steuer zu begleichen. Wenn er schon kein Haus mehr hat, sollte er doch wenigstens ein Auto haben. Und in der Garage wollte ich den Karren auch nicht haben. Dazu habe ich mit gefühlt allen Hauptzollämtern und Vollstreckungsstellen Deutschlands telefoniert an dem Vormittag. Leider war aufgrund von Datenschutz nichts zu machen. Auch der Vorschlag, dass ich einfach einen hohen Betrag überweise und sie den Rest zurückschicken wurde abgelehnt. Auch mein Hinweis, dass entweder ich das zahle oder der Staat das Geld nie bekommen wird, da der Kollege nicht an den Euro und schon gar nicht an Steuern glaubt, hat nicht gezogen.
Im weiteren Verlauf des Tages kam der Kollege mit meiner Zustimmung aber nochmal vorbei. Und da habe ich dann nicht gut genug auf den Autoschlüssel aufgepasst. Ich war ja schon recht erschöpft. Happy End was das Auto betrifft.
Er hat allerdings nicht glauben können, dass sein restliche Kram jetzt eingelagert wird. Irgendwie glaubt er an so Zwangsräumung nicht. Obwohl er sie selbst erlebt hat ein paar Stunden zuvor.
Die Räumung selbst war an nem halben Tag vorbei. Der Herr hatte ja schon selbst sehr viel ausgeräumt.
Das Haus ist übrigens auch unversehrt. Also kein vanadlismus etc.
Und klar werden wir ausgiebig (energetisch) sanieren, aber das Haus inkl. Garten waren den Stress und die Unsicherheit echt wert.
Wir haben seit dem Tag der Räumung das Grundstück mit Kameras ausgeleuchtet. Bisher ist der Kollege nach dem Tag der Räumung auch nie wiedergekommen.
Wir hatten halt auch Glück dass der Herr eher friedfertig ist. Und nach allen Infos, die wir inzwischen haben, ist er auch finanziell besser aufgestellt als man denken würde und gut untergekommen. Und hoffentlich findet er eines Tages mit Hilfe aus der Spinnerei raus. Wir hoffen es für ihn.