Sprich eigentlich kann man quasi erwarten, dass Künstler oder anderweitig Kulturschaffende (wozu ich auch Journalisten zähle) ein höheres Risiko haben abzudriften.
Ist das so? Gerade Menschen, die jeden Tag mit Worten und Bedeutungen arbeiten, die um die Wirkmächtigkeit ihrer Worte wissen (sollten), hätte ich da für robuster gehalten. Damit meine ich erst mal Journalisten und Medienschaffende. Künstler sind Bühnenmenschen, die das Brot des Künstlers, den Applaus, brauchen, wie andere Menschen die Luft zum atmen. Da ist es ein kleinerer Schritt von "Ich bin ein total wichtiger Kommissar in einer Krimiserie im Dritten" hin zu "Ich tue, was ich kann: Ich rede einfach drauf los und spiele eine Rolle, damit die Menschen mich mögen. Oder hassen. Egal, Hauptsache Beachtung."
Dass manche Journalisten abgedriftet sind, ist keine Frage. Aber das lag vielleicht auch am Umfeld, in dem sie arbeiten konnten. Manche Medien haben sich so unkritisch gezeigt, dass man sich wundern musste, wie man die vorher als seriös sehen konnte. Und wenn dann in so einem Umfeld jemand sitzt, der vielleicht Sympathien für die Quarkdenker hat, oder auch nicht alles glaubt, was man über die Pandemie so hört, dann ist das der perfekte Ort, sein "kritisches Erwachen" zu kultivieren.