Autor Thema: Christina von Dreien  (Gelesen 29929 mal)

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Re: Christina von Dreien
« Antwort #105 am: 29. Mai 2024, 20:06:43 »
Alldieweil sich ihre Show seit ihrer Erschaffung eigentlich überhaupt nicht verändert hat, hoffe ich, dass da keine Substanzen im Spiel sind. Christina war schon immer ein sehr twatsches One-Trick-Pony.

Und im Grunde scheint es mir eine Spielart von dem Drama wie bei dem Lotzlöffel und Naomi Seibt zu sein. Alles Kinder, die ihren ziemlich bis arg geltungssüchtigen Eltern nie entwachsen sind und die ohne deren Support ziemlich bis vollkommen lebensunfähig wirken.

Von der Dreien und Seibt haben beide immerhin einmal in einem (mutmaßlich) durch ihr Leid verursachten, halbwachen Moment versucht, sich aus der Umklammerung zu lösen.

Gelungen ist es aber keinem dieser alt geborenen Kinder.
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Offline Helvetia

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Re: Christina von Dreien
« Antwort #106 am: 29. Mai 2024, 21:03:07 »
Dem Totsch ist es schon gelungen, den Klauen ihrer verstrahlten Erzeugerin zu entrinnen. Allerdings nur um den Preis, sich statt dessen in die Fänge ihrer aktuellen Vermarkterin Nicola Good (das ist die Tante, die mit ihr die Videos macht) zu begeben.

Substanzen sind da wohl keine im Spiel - als Erklärung reicht eine markant unterdurchschnittliche Intelligenz völlig (sowohl bei Christina als auch bei ihren Followern).

Vor ein paar Jahren, als das "Mädel" (jetzt über 20) noch nicht ganz volljährig war und eine gewöhnliche Oberstufe der Volksschule besuchte, gab sich die Akasha-Chronik an just denjenigen Tagen zugeknöpft, an denen Kenntnisse und Fertigkeiten wie Französisch oder Mathematik abgefragt wurden. In den Medienberichten von damals fanden sich jedenfalls Andeutungen über eher bescheidene schulische Leistungen dieses hochbegabten Kristallkindes (während auf der Webseite, welche wohl die Mutter für ihr Goldeselchen erstellt hatte, prahlerisch Christinas Zusammenarbeit mit diversen wissenschaftlichen Instituten bei irgendwelchen Projekten behauptet wurde, von denen natürlich keines namentlich genannt wurde).
Zu Christinas Verteidigung kann man eventuell anführen, dass die Akasha-Chronik halt nicht auf Französisch formuliert ist und dass Schulmathematik, Schulbiologie, Schuldeutsch et cetera eines in höheren Sphären schwebenden Mediums natürlich unwürdig sind.
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Re: Christina von Dreien
« Antwort #107 am: 29. Mai 2024, 21:28:02 »
Dem Totsch ist es schon gelungen, den Klauen ihrer verstrahlten Erzeugerin zu entrinnen. Allerdings nur um den Preis, sich statt dessen in die Fänge ihrer aktuellen Vermarkterin Nicola Good (das ist die Tante, die mit ihr die Videos macht) zu begeben.

Ah, okay. Danke, @Helvetia

Dann war das so, was aber an der Gesamteinschätzung wenig ändert.
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Offline califix

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Re: Christina von Dreien
« Antwort #108 am: 29. Mai 2024, 22:31:10 »
sehen wir uns also das neueste Werk des Totsches und seiner aktuellen Marionettenführerin an:
Warum nur erinnert mich dieses Grinsen an Alfred E. Neumann ?
 
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Offline Helvetia

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Re: Christina von Dreien
« Antwort #109 am: 21. Juni 2026, 19:16:19 »
Ich wollte mal wieder schauen, was der Totsch eigentlich macht, und siehe da: Die Quelle hat einen wenige Wochen alten Artikel von relinfo.ch in mein Internet gechannelt (oder so).
Demnach scheint alles beim alten; Christina hat nie zu ihrem alten "Glanz" zurückgefunden. Nach wie vor macht sie die Bauchrednerpuppe von Eso-Tante Nicola Good; das Ganze köchelt mittlerweile auf eher kleiner Flamme.
Mal sehen, wie lange sich die beiden noch mit dem Verkauf von Schlangenöl Duftsprays und sogenannten "Abos" von Christinas "Fähigkeiten" über Wasser halten können.
Etwas zu nett scheint mir die Autorin Christinas "Redetalent" zu bewerten. Der Totsch kriegt doch auch heute noch keinen geraden hochdeutschen Satz hin.

Zitat
«Lovestream 29» mit Christina von Dreien – Zwischen Schwingungen, Schnecken und Schleichwerbung

Veröffentlicht am 4. Mai 2026 von relinfo   

Verräterische T-Shirts

Es ist ein sonniger Samstagnachmittag in Stein am Rhein. Die Leute promenieren durch das Altstädtchen und geniessen die sommerliche Wärme. Meine Mutter und ich überqueren den grün leuchtenden Rhein und schlängeln uns durch die Gassen, bis wir ein unscheinbares gusseisernes Tor erreichen. Der Jakob und Emma Windler-Saal befindet sich in einem alt aussehenden Steinhaus, das mit einem modernen Touch renoviert wurde. Wir treten ein, zeigen unsere Tickets für Christinas von Dreien «Lovestream 29» und reservieren zwei Stühle mittig im Raum in einer hinteren Reihe. Schon etliche Sitze sind mit Jacken oder Taschen besetzt worden, doch der Raum ist fast menschenleer. Nur neben der Eingangstür tummeln sich vereinzelt Leute um den Verkaufsstand. «Christinas Herzbotschaften» steht in geschwungenen Buchstaben auf einem pinken Buchumschlag mit einem von der Sonne bestrahlten Blumenmotiv. Daneben sind verschiedene Duftsprays mit Christinas Logo als Aufdruck und mehrere Stapel Flyer drapiert, die Christinas «Lichtimpulse» anpreisen. Bis der Anlass um 15 Uhr beginnt, dauert es noch mehr als eine halbe Stunde, und wir werden gebeten, bis zum Einlass draussen zu warten. Also fügen wir uns dem Strom der vielen Spazierenden, der uns direkt in eine Eisdiele führt. Mit einer grossen Waffel in der Hand schauen wir den vorbeigehenden Menschen zu und raten, ob sie wohl auch an dem «Lovestream 29» teilnehmen werden. Zumindest bei einem Mann sind wir uns ganz sicher: Zu einer verspiegelten Sonnenbrille und einer langen Halskette trägt er das verräterische «We Are Peace»-Shirt mit Christinas Logo als Print.

Warten auf die «Online-Freunde»

Kurz vor 15 Uhr finden wir uns wieder im Saal ein. Die meisten Stühle sind besetzt, und schlussendlich befinden sich etwa 70 Personen im Raum. Das Publikum besteht mehrheitlich aus Frauen über 60, doch auch einige Männer und vereinzelt jüngere Personen sind anwesend. Nach kurzer Zeit treten Nicola Good und Christina von Dreien durch den von den Stühlen freigelassenen Weg vor das Publikum. Christina wirkt neben Nicola, die forsch voranschreitet, auffallend klein. Sie setzen sich auf die bereitgestellten Stühle, voneinander getrennt durch ein kleines Tischchen, auf dem ein grosser violetter Kristall thront. Ähnlich glitzernd fallen mir auch Nicolas mit Strasssteinchen besetzte Accessoires auf, während sie uns herzlich begrüsst. Sie kündigt an, dass Christina nun eine Stunde lang frei sprechen und nach der Pause die im Voraus gemailten Fragen beantworten wird. Doch zuerst möchte sie noch auf die am Verkaufsstand erhältlichen Sprays hinweisen. Diese seien mit Hilfe von «Naturwesen» kreiert worden und sollen dabei helfen, in «die Mitte» zurückzufinden. Drei Kameras auf grossen Stativen sind auf die Bühne gerichtet, und Nicola winkt ihnen fröhlich zu, um die «Online-Freunde» zu begrüssen. Ein Techniker meldet sich jedoch und verkündet Probleme bei der Live-Übertragung, woraufhin er hektisch die Kameras überprüft und an seinem Bildschirm rumhantiert. Nicola Good versucht, die verstreichenden Minuten zu überbrücken. Sie weist uns an, die Wartezeit zu nutzen, um das Zusammensein zu geniessen und findet es «toll, dass immer was Neues geschieht, damit wir nicht aus der Übung kommen». Nach einiger Zeit schlägt Nicola eine, von Christina entwickelte, Übung vor. Wir sollen uns alle die Worte «ich atme, ich lebe, ich liebe, ich bin» verinnerlichen und die Stille geniessen. Etwa 15 Minuten später gibt der Techniker einen erfreuten Laut von sich, und sowohl der Livestream, als auch der «Lovestream» können beginnen.

Energien, Frequenzen und Felder

Nicola Good leitet Christinas Monolog mit der Frage ein, wieso Menschen Schwingungen unterschiedlich wahrnehmen. So erscheint die momentane Weltsituation für einige besonders schwer und für andere weniger. Christina beginnt zu erzählen: Jeder Mensch habe eigene Energien und Schwingungen, welche sich in Wechselwirkung mit den Schwingungen von «aussen» befinden würden. Für Christina ist es eine Tatsache, dass sich die Erdschwingungen zurzeit erhöhen, wobei eine höhere Schwingung in ihrem Verständnis positiv konnotiert ist. Die meisten Menschen nehmen ihrer Meinung nach die Schwingungen nicht bewusst und nur teilweise wahr. So sei es möglich, etwas energetisch wahrzunehmen, ohne zu wissen, dass dies von einer feinstofflichen Ebene kommt. Sie erklärt, dass es eine grosse Menge an Frequenzen um uns herum gäbe, die auf uns wirken, obwohl wir sie nicht bewusst wahrnehmen. Gefühle und Gedanken aus fremden Frequenzen können also als unsere eigenen empfunden werden. Genau deshalb sei es wichtig, ein Gespür dafür zu entwickeln, was zur eigenen Person gehört und was von «aussen» kommt. Einige Menschen hätten keine Verbindung mehr zu sich selbst und übernähmen nur noch die Einflüsse von «aussen», ohne zu reflektieren, ob diese gut für sie sind. Als Beispiel nennt sie das Konsumieren von Nachrichten. Menschen, die nicht durch den Fernseher oder durch die Zeitung, sondern direkt «von den Nachrichten betroffen sind», bleiben unerwähnt.

Christina spricht in dünner, leiser Stimme, die durch die Lautsprecher unnatürlich laut gedreht wird. Ohne Notizen und mit vielen andächtig wirkenden Sprechpausen zieht sie ihren roten Faden immer weiter, ohne ihn zu verlieren. Sie scheint ihr eigenes Weltbild verinnerlicht zu haben und hat keine Mühe, uns durch einfach verständliche Sätze in ihre Gedanken einzuführen. Währenddessen sitzt Nicola mit verschränkten Armen, geschlossenen Augen, hochgezogenen Brauen und einem leichten Lächeln reglos auf ihrem Stuhl.
Frieden sei nur von «innen» durch die Verbindung zu sich selbst und durch ein respektvolles Miteinander möglich, nicht durch ein von aussen aufgelegtes «Friedensgesetz». Seit unserer Geburt seien wir Teil des menschlichen Kollektivs und alles, was wir machen, habe Einfluss auf dieses Feld. Gäbe also eine Person eine bestimmte Info in das kollektive Feld, bestehe die Möglichkeit, dass sie von einer anderen Person des Feldes unbewusst aufgegriffen werden könne. Wenn man sich also ab und zu die Frage stelle, was es bringt, etwas zu verändern, so solle man wissen, dass dadurch eine Idee ins Feld gegeben wird, die das Potenzial habe, auch anderen Menschen zu helfen.
Nach einer Stunde findet Christina einen Schluss und Nicola ergreift das Wort. Sie dankt für die «wunderschöne Energie» und erklärt begeistert, dass «so viel zwischen den Zeilen» bei Christinas Worten mitschwinge. Bevor wir in die Pause entlassen werden, weist sie nochmals auf die zum Kauf erhältlichen Duftsprays hin.

Pause mit Gemäldeversteigerung

In dem ruhigen Innenhof setzen wir uns auf einen Mauervorsprung und geniessen die frische Luft. Christina folgt Nicola quer über den Platz in ein anderes Gebäude, wobei sie an mir vorbeigeht und freundlich lächelt. Nicola öffnet ihr die Tür und versichert, sie nach der Pause wieder dort abzuholen. Einige der «Lovestream»-Teilnehmenden schlendern in Richtung Altstadt und kommen kurz darauf mit einem Eis zurück. Andere stehen Schlange vor dem Frauenklo. Die Stimmung ist sehr ruhig und nur vereinzelt tauschen sich die Leute aus. Nach einer halben Stunde finden wir wieder zurück an unsere Plätze. Dabei fällt mein Auge auf den halbleeren Verkaufstisch – die Sprays scheinen echte Kassenschlager zu sein. Ein Mann vor mir sitzt mit geschlossenen Augen auf einem Stuhl, in seiner Hand hält er gleich drei verschiedene Duftsprays umklammert.

Auch Christina und Nicola nehmen wieder ihre Plätze ein. Nicola deutet auf ein Gemälde, welches Christina von hinten in einer Naturlandschaft zeigt. Sie erklärt, dass eine «ganz, ganz liebe Frau» dieses Werk für Christina gemalt habe, doch Christina leider keine Verwendung dafür finde. Deshalb dürfe jemand aus dem Publikum dieses Werk sehr gerne mit nach Hause nehmen. Die Frau vor mir reagiert blitzschnell, gibt einer Mitarbeiterin ein Zeichen und sichert sich so das Bild. Währenddessen erklärt Nicola die Vorteile der verschiedenen Christina-Abos und leitet die Fragerunde ein.

Ausgesuchtes Leiden

Auf die Frage, warum sich die Menschen so passiv verhalten und sich nicht gegen das «Schlechte» auf der Welt wehren, antwortet Christina, dass die meisten Menschen, gar nicht merken, was los ist. Sie seien in ihrem Weltbild, wie in einer Box, gefangen und möchten ihre Ansichten aus Selbstschutz nicht ändern oder anpassen. Auch auf die verwandte Frage, wie es möglich sei, an das «Gute» zu glauben, hat Christina eine Antwort bereit. Sie habe nämlich Einsicht in eine längerfristige Perspektive und wisse, dass es gute ausserirdische Wesen gibt. Nicola führt dazu aus, dass Christina auf die Erde inkarniert sei, da sie eine Art Vision über die Zukunft der Erde gehabt habe. Dabei sei die Erde von verschiedenen Lichtpunkten erleuchtet worden, die sich nach und nach miteinander über die ganze Welt verbunden hätten. Die leuchtenden Punkte seien Menschen gewesen, die sich für «die neue Energie» geöffnet hätten. Christina habe also bereits vor ihrer Wiedergeburt ein positives Resultat für die Erde vorhergesehen und sei hier reinkarniert, weil sie Hoffnung für die Erde sah. Auch wenn es momentan auf der physischen Welt immer schlimmer zu werden scheint, wird erneut die sich erhöhende Schwingung der Erde betont, die bezeugen soll, dass sich die «Dinge» auf seelischer Ebene zum «Guten» wenden.

Doch nicht nur Christina wird als Reinkarnation bezeichnet, sondern wir alle hätten uns als Seelen bewusst für eine Wiedergeburt auf der Erde entschieden. Plagt uns eine Krankheit in diesem Leben, sei das eine eigene Entscheidung gewesen, die wir auf seelischer Ebene getroffen hätten. Umstände, die uns Leiden bereiten, seien von uns selbst ausgesucht worden, da wir auf seelischer Ebene gewusst hätten, «dass es uns etwas bringen wird». Dass damit die Schuld am Leiden auf die eigene Person zurückgeführt wird, und welche Konsequenzen ein solches Denken verursachen kann, wird nicht reflektiert. Stattdessen bedankt sich Nicola bei Christina für ihre Arbeit in der Öffentlichkeit, mit welcher sie schon Zehntausenden Menschen geholfen haben soll. Christina gibt bescheiden zurück, dass sie sich dafür «viel zu normal» vorkomme.

Seelenabspaltungen und Bob die Schnecke

«Ist Licht aus der Dunkelheit entstanden?» Christina gibt sich einen Moment Bedenkzeit und meint: «Das ist eine schwierige Frage». Sie wisse nämlich gar nicht, was Dunkelheit sei. Wenn sie beispielsweise die Augen schliesse, sei es für sie nicht dunkel. Sie frage sich, ob Dunkelheit überhaupt existiere, oder ob das Dunkle einfach eine Frequenz sei, die wir nicht sehen können. Vermehrtes Nicken und zustimmendes Gemurmel ist aus den Publikumsreihen zu hören. Christina lächelt und geht zu einer Frage nach Seelenabspaltungen über. Sie erzählt von der Möglichkeit, einen Teil der Seele zu verlieren, wobei der abgespaltene Teil zwar noch immer mit der Person verbunden, aber von ihr entfernt sei. Sofort fragt Nicola nach, wie diese Abspaltung denn bemerkbar werde. Christina meint, vielen Menschen würde es gar nicht auffallen und die Abspaltung könne zwar auf Schock, aber durchaus auch auf positive Ursachen zurückgeführt werden. So könne es sein, dass ein Teil der Seele an einem Ort zurückgelassen werde, an dem es einem besonders gefalle. Durch spezifische Übungen sei es jedoch möglich, die Seele wieder zu vervollständigen. Wieder schaltet sich Nicola ein: Die Übungen seien für alle Mitglieder der Community frei zugänglich und eine Mitgliedschaft habe auch sonst diverse Vorteile. Trotzdem fasst Christina die Übung kurz zusammen für alle, die nicht zur Community gehören: Durch eine Energieverbindung soll der «Quelle» gesagt werden, dass man die eigenen Seelenanteile wieder zurückhaben möchte. Die Quelle ist dabei eine Art Energieressource, mit welcher wir immer, aber meist unbewusst, in Verbindung stehen sollen.

Im Folgenden werden einige recht persönliche Fragen gestellt. Beispielsweise: «Ich werde von Ängsten geplagt, woher kommen sie?» Christinas Antworten sind vorsichtig formuliert und des Öfteren stellt sie klar, dass sie dazu keine genaue Aussage machen könne. Sie sei nicht mit der Situation bekannt und könne höchstens Vermutungen oder mögliche Gründe äussern. Es scheint mir, als sei sie teils etwas irritiert von den sehr konkreten und persönlichen Fragestellungen, doch sie fährt in ruhigem Ton fort und lächelt hin und wieder ins Publikum.

Danach wird noch kurz das Thema der «Implantate» angesprochen: Laut Christina sind «Implantate» eingesetzte Programme, die von manipulativen feinstofflichen Wesen eingepflanzt werden. Diese seien teils nur schwer unterscheidbar von Bildung oder Erziehung. In einem Nebensatz wird also eine Verschwörungserzählung in den Raum gesetzt, ohne weiter darauf einzugehen.

Zum Schluss beantwortet Christina eine Frage zum Tierleid und betont, dass Liebe auch bedeuten kann, «Nein» zu sagen, beispielsweise im Kontext von Tierquälerei. Dazu gibt sie eine Anekdote zum Besten: «Ich habe mal ne Schnecke gerettet und habe sie Bob getauft.» Sie habe gelesen, dass sich Schnecken «selbst reparieren können». Deshalb habe sie bereits zwei Mal eine Schnecke mit zerbrochenem Haus zu sich aufgenommen und nach der Genesung wieder ausgewildert. Das Publikum ist verzückt von dieser Geschichte und mir scheint, als würde Christina in diesem Moment nicht als eine 25-jährige Frau, sondern als kleines, süsses Mädchen wahrgenommen werden. Es kommt mir vor, als biete Christinas Person allgemein eine gute Projektionsfläche für diverse Vorstellungen aus dem Publikum. Wirkung erzielt sie sowohl als infantilisierte Tierretterin, als auch als spirituelle Wegbereiterin, als Muse für «Fanart» oder als Gesicht für die Marke «Christina».

Abschliessende Gedanken

Nach einigen abschliessenden Worten durch Christina und einer Dankensrede von Nicola, in der die vielen Vorteile des Lichtimpuls-Abonnements nicht unerwähnt bleiben, nimmt der «Lovestream» ein Ende. Es ist mittlerweile nach 18 Uhr, doch die tiefstehende Sonne erwärmt noch immer die Strassen von Stein am Rhein. Meine Mutter und ich setzen uns an ein schattiges Plätzchen auf der Terrasse eines Cafés und lassen den Nachmittag Revue passieren. Uns beiden ist Christinas Redetalent aufgefallen, mit dessen Hilfe sie den einstündigen Monolog und die Fragerunde ruhig und kohärent abgewickelt hat. Ich bin froh um Christinas langsames Sprechtempo, denn ohne meine ausführlichen Notizen, würde mir die Rekonstruktion des Inhaltes schwerfallen. Die Begriffe «Energie», «Schwingung», «Frequenz», «Quelle», «Feld», «Licht», «Seele» und «Feinstofflichkeit» fielen in diversen Kontexten und ohne genaue Begriffserklärung, wodurch sich mir die gemeinte Bedeutung dieser Konzepte noch immer nicht genau erschlossen hat.

Auch die intensive Vermarktung von Christina als Person und den diversen Produkten und Angeboten in ihrem Namen, kommt in unserem Gespräch auf. Nicola Good scheint dabei die Strippen zu ziehen, beim «Lovestream» hat sie jedenfalls keine Gelegenheit ausgelassen, Werbung auszusprechen und Christinas «aussergewöhnliche» Eigenschaften zu loben. Nach einiger Zeit werden wir aus unseren Überlegungen gerissen, Christina und Nicola schreiten, in ein Gespräch vertieft, an uns vorbei. Vom Café scheint niemand zu bemerken, dass es sich bei dem unscheinbaren Paar nicht um eine Grossmutter und ihre Enkelin handelt, sondern um Christina von Dreien, eine der umstrittensten Esoterikerinnen der Schweiz mit Nicola Good, ihrer «besten Freundin» und «guten Fee».

Lou Büchler, 4. Mai 2026
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Re: Christina von Dreien
« Antwort #110 am: 21. Juni 2026, 22:20:11 »
Das schon fast Unheimliche an diesem Auswurf von Doofheit ist, dass die Essenz von ihrem hohlen und unwissenden Gequatsche deutlich näher an dem von der Wissenschaft anerkannten physikalischen Verständnis der Welt und des Universums liegt als das was die meisten Menschen so glauben und was üblicherweise in der Schule vermittelt wird.

Die Kernbestandteile sind nämlich keine kleinen Bällchen, die sich umkreisen und sich irgendwie zu Materie anordnen. Photonen sind keine kleinen leuchtenden Energiekugeln, die mit irrer Geschwindigkeit durch den Raum sausen.

In Wahrheit ist das ganze Universum von Feldern durchzogen deren quantisierte Stôrungen die vermeintlichen Partikel und Energien darstellen. Ein Photon ist eine Stôrung im elektromagnetischen Feld dessen Energie durch die Frequenz bestimmt wird und das wundersam zeitlos ist, weil für das Photon selbst keine Zeit vergeht, auch wenn es erst nach Milliarden von Jahren auf etwas Staub oder einen Detektor trifft. Und auch die Gravitation ist nichts als ein Feld, dass zugleich alle gravitativen Kräfte in gesamten Universum vereint.

Trödeline Christina und ihr Anhang sowie ihre Anhängerschaft haben natürlich nicht den leisesten Hauch einer Ahnung von solchen Zusammenhängen. Aber wie beim dummen Bauern mit den dicken Kartoffeln ist es doch fast ironisch, dass die von ihnen genutzten Begriffe nach dem Wortlaut näher an der Wahrheit sind als man meinen könnte.
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Offline kairo

Re: Christina von Dreien
« Antwort #111 am: 22. Juni 2026, 09:01:16 »
Ein Photon ist eine Stôrung im elektromagnetischen Feld dessen Energie durch die Frequenz bestimmt wird
Die Photonen sind das elektromagnetische Feld. Aber dass die Elementarteilchen keine bunten Kügelchen sind, die durch die Gegend schwirren, ist natürlich richtig.
 
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Offline theodoravontane

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Re: Christina von Dreien
« Antwort #112 am: 27. Juni 2026, 17:15:38 »
Zitat
Danach wird noch kurz das Thema der «Implantate» angesprochen: Laut Christina sind «Implantate» eingesetzte Programme, die von manipulativen feinstofflichen Wesen eingepflanzt werden. Diese seien teils nur schwer unterscheidbar von Bildung oder Erziehung. In einem Nebensatz wird also eine Verschwörungserzählung in den Raum gesetzt, ohne weiter darauf einzugehen.

Das ist schon hart am Glaubensgebilde von Scientology. Ach was, hart dran. Das IST Scientlolgy-Geblubber.
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Re: Christina von Dreien
« Antwort #113 am: 27. Juni 2026, 19:05:20 »
Stimmt. Hubbards berühmte "Engramme", die man direkt nach der Zeugung im Mutterleib aufzunehmen beginnt - mit der Fähigkeit jedes Wort zu verstehen und sich zu merken. Wobei der misogyne Bigamist skurrilerweise davon ûberzeugt war, dass ein Drittel aller Menschen mit dem Engramm davon belastet waren und sind, dass der wutschreiende Vater auf den Mutterleid einprügelt, um die Schwangerschaft zu beenden. Wie er wohl darauf gekommen ist?

In einem Video von Mr Raw hab' ich übrigens neulich zwei der dusseligen Dosen in Benutzung gesehen, die zu Scientologys berühmt-berüchtigtem E-Meter gehören. Es scheint also mittlerweile wirklich alles von Allen ausgeschlachtet zu werden.
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Offline kairo

Re: Christina von Dreien
« Antwort #114 am: 27. Juni 2026, 19:45:09 »
Man kann ganz einfach herausfinden, ob an solchen Sachen etwas dran ist: wie werden die Begriffe "Schwingung" und "Frequenz" verwendet?

Zitat
Jeder Mensch habe eigene Energien und Schwingungen, welche sich in Wechselwirkung mit den Schwingungen von «aussen» befinden würden. Für Christina ist es eine Tatsache, dass sich die Erdschwingungen zurzeit erhöhen, wobei eine höhere Schwingung in ihrem Verständnis positiv konnotiert ist.

Die Leute in Venezuela waren sicherlich überglücklich, als sich bei ihnen die Erdschwingungen plötzlich ganz erheblich erhöht haben.

Zitat
Gefühle und Gedanken aus fremden Frequenzen können also als unsere eigenen empfunden werden.

Die Frequenz ist eine Größe, die eine Schwingung charakterisiert und kann weder Gedanken noch Gefühle übertragen.

Da hat also jemand schon in der Mittelschule in Physik solide gepennt, aber das macht nichts, was zählt, ist sowieso das Gefühl. Fakten sind kalter Kaffee.

Wenn man so weit gekommen ist, weiß man schon, dass man sich den Rest gar nicht mehr antun muss.
 
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Offline theodoravontane

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Re: Christina von Dreien
« Antwort #115 am: 27. Juni 2026, 20:51:03 »
In einem Video von Mr Raw hab' ich übrigens neulich zwei der dusseligen Dosen in Benutzung gesehen, die zu Scientologys berühmt-berüchtigtem E-Meter gehören. Es scheint also mittlerweile wirklich alles von Allen ausgeschlachtet zu werden.

Diese Dosen sind eine Weiterentwicklung bzw. der Tatsache geschuldet, dass Menschen Hände haben und solche Dosen halten können.

Krokodilklemmen wären vermutlich auch weniger angenehm, selbst wenn sie bei einer Tomate funktionieren können.

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Re: Christina von Dreien
« Antwort #116 am: 27. Juni 2026, 21:02:17 »
Zitat
Sie frage sich, ob Dunkelheit überhaupt existiere, oder ob das Dunkle einfach eine Frequenz sei, die wir nicht sehen können.

Ja, sicher, Dunkelheit hat Frequenz 0 Hz. Die können "wir" nicht sehen. Aber sie kanns sehen, das ist verdächtig. Und ob es existiert, wer kann schon sowas sagen!
Wer sich politisch nicht engagiert, hilft im Grunde jenen, die das Gegenteil von dem wollen, was man selber für wichtig und richtig hält. (Alain Berset)
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« Antwort #117 am: 27. Juni 2026, 21:51:15 »
Ich mag mich täuschen aber meine, dass Christina noch nicht einmal eine Mittelschule besucht hat.

Und auf den schönen alten Foto misst Hubbard gerade den "Schmerz von Tomaten".
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