Autor Thema: Post-Brexit: Die Beziehungen zwischen EU und UK  (Gelesen 105355 mal)

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Offline BlueOcean

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Ich tippe eher auf ein Modell a la Norwegen, weil das UK sich bestimmt nicht die Mühe machen will mit der die Schweiz jede Regel der EU mehr oder weniger "händisch" in Schweizer Recht umformulieren. Mitglied im EWR entspricht ohnehin dem, was die Briten stets am meisten "am Kontinent" interessiert hat. (Immer herrlich wenn Briten von "dem Kontinent" reden, als ob ihre Insel tausende von Meilen davon entfernt sei.)

Wobei die EU die Briten sicher gern und bevorzugt nehmen würden, wenn man darauf vertrauen kann, dass es dann auch so bleibt. Wegen Sicherheit, Verteidigung und Wirtschaftsleistung sowie auch der guten Arbeit, die von den Briten in den Gremien der EU geleistet wurde. Denn im Gegensatz zu dem Gefasel der Brexit-Befürworter haben vielen Briten mittlerweile begriffen, dass sie vom "rule maker" in der EU zum reinen "rule taker" degradiert worden sind. Rees Mogg hat ein knappes Jahr damit verbracht "British Standards" zu entwickeln, bis ihm alle Unternehmen bescheinigt haben, dass sie null Interesse an so einem Quatsch haben, sondern sich weiter an EU-Standards orientieren werden (weil sie sonst nichts in die EU verkaufen könnten).
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Offline Reichsschlafschaf

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Eher passiert sowas wie bei der Schweiz, also wg. Marktzugang an alle Regeln gebunden sein, aber keinerlei Mitsprache.


Das sehen die Briten offenbar anders:


Zitat
Umfrage enthüllt Brexit-Frust: Mehrheit der Briten will zurück in die EU – unter einer Bedingung

Stand: 29.06.2026, 11:45 Uhr

Von: Lukas Richter

Jahre nach dem Brexit-Votum halten 57 Prozent der Briten den EU-Austritt für einen Fehler – die Stimmung hat sich klar gedreht.

London – Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum hält eine klare Mehrheit der Briten den EU-Austritt für einen Fehler. 2016 hatte das Vereinigte Königreich knapp für den Bruch mit Brüssel gestimmt: 52 Prozent votierten für Leave, 48 Prozent für Remain. In England und Wales gab es Mehrheiten für den Austritt, in Schottland stimmten alle Council Areas für den Verbleib.

Heute sieht die Stimmung anders aus. Nur noch 30 Prozent der Briten halten die damalige Entscheidung für richtig. 57 Prozent sagen, das Land habe falsch abgestimmt, wie eine Anfang Juni veröffentlichte Umfrage des britischen Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt.
Spoiler
YouGov untersucht in der Studie, wie die Briten zehn Jahre nach dem Referendum auf den Brexit blicken und welche Beziehung zur EU sie künftig wollen. Demnach hat sich die Wahrnehmung seit 2016 deutlich verschoben. Anfangs war das Land ähnlich gespalten wie beim Referendum. Seit Juli 2022 zeigt der YouGov-Trend aber durchgehend, dass mindestens die Hälfte der Briten den Austritt für falsch hält.

Mehrheit sieht Brexit als Fehler
Auch unter früheren Brexit-Wählern bröckelt die Zustimmung. 64 Prozent der Leave-Wähler stehen zwar weiter zu ihrer Entscheidung. Fast ein Viertel, 23 Prozent, sagt inzwischen aber, der Austritt sei falsch gewesen. Bei den früheren Remain-Wählern ist das Bild deutlich eindeutiger: 89 Prozent halten die Entscheidung von 2016 für falsch.

Noch härter fällt das Urteil über die Umsetzung aus. 61 Prozent der Briten sehen den Brexit laut YouGov eher als Misserfolg. Nur zwölf Prozent bewerten ihn als Erfolg. Weitere 19 Prozent sagen, er sei weder das eine noch das andere.

Rückkehr ja, aber nicht um jeden Preis
Eine Mehrheit der Briten unterstützt grundsätzlich eine Rückkehr in die EU. 55 Prozent sprechen sich laut YouGov dafür aus, 34 Prozent dagegen. Selbst unter früheren Leave-Wählern befürworten 23 Prozent einen Wiedereintritt.

Doch diese Zustimmung hat Grenzen. Sollte Großbritannien nicht zu seinen früheren Sonderregeln zurückkehren können, sinkt die Unterstützung stark. Gemeint sind Ausnahmen, die London vor dem Brexit hatte, etwa außerhalb des Euro und des Schengen-Raums zu bleiben. Wenn ein Wiedereintritt nur ohne diese Sonderrechte möglich wäre, fiele die Zustimmung auf 35 Prozent. 43 Prozent wären dann dagegen.

Für die aktuelle Regierung wäre ein Wiedereintritt auch nicht automatisch die wichtigste Aufgabe. Nur 39 Prozent der Briten halten einen Wiedereintritt derzeit für die richtige Priorität. Selbst unter jenen, die grundsätzlich zurück in die EU wollen, sagen das nur 69 Prozent.

Näher an Brüssel, ohne Beitritt
Am meisten Zustimmung bekommt ein anderer Weg: eine engere Beziehung zur EU, aber ohne Rückkehr in die Union, den Binnenmarkt oder die Zollunion. 59 Prozent der Briten unterstützen diese Variante, nur 20 Prozent lehnen sie ab. Sie ist laut YouGov die einzige Option, die sowohl bei Remain- als auch bei Leave-Wählern mehrheitlich ankommt.

Beim Blick auf mögliche Folgen eines EU-Wiedereintritts erwarten viele Briten Vorteile für Wirtschaft, Handel und Unternehmen. Zwischen 51 und 55 Prozent rechnen in diesen Bereichen mit positiven Effekten. Beim eigenen Alltag sind sie vorsichtiger. Nur 31 Prozent glauben, dass ihre Haushaltsfinanzen durch eine Rückkehr besser würden. 32 Prozent erwarten keine Veränderung.

Auch beim staatlichen Gesundheitsdienst NHS und bei der politischen Stabilität bleiben die Erwartungen gedämpft. Nur 30 Prozent glauben, der NHS würde profitieren. 28 Prozent meinen, die britische Politik würde mit EU-Mitgliedschaft stabiler.

Über die Umfrage
YouGov ist ein britisches Meinungsforschungsinstitut, das regelmäßig politische und gesellschaftliche Einstellungen erhebt. Für die Brexit-Studie wurden 2.114 Erwachsene in Großbritannien befragt. Die Erhebung fand vom 2. bis 3. Juni 2026 statt.
[close]
https://www.fr.de/politik/umfrage-enthuellt-brexit-frust-mehrheit-der-briten-will-zurueck-in-die-eu-unter-einer-bedingung-zr-94373471.html

Soso.

Zitat
Sollte Großbritannien nicht zu seinen früheren Sonderregeln zurückkehren können, sinkt die Unterstützung stark

Will die Mehrheit der EU-Bürger denn die Briten überhaupt wieder haben? :biggrin:

Falls nicht, braucht's eh keine Sonderregeln ...
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Details, Details

Zitat
Der Brexit macht's möglich

Marmelade heißt offiziell wieder Marmelade

Weil Großbritannien aus der EU raus ist, wird aus Konfitüre wieder Marmelade und britische Zitrusmarmelade muss als ebendiese deklariert werden. Alles klar?


dpa | Marmelade darf ab heute Marmelade heißen. Außerdem bekommen Supermarktkunden mehr Klarheit über die Herkunft von Honig. Das sieht eine Verordnung des Bundesagrarministeriums vor, mit der eine EU-Richtlinie national umgesetzt wird.

EU-Recht schrieb bisher vor, dass nur Produkte aus Zitrusfrüchten als „Marmelade“ bezeichnet werden dürfen, alles andere musste als Konfitüre etikettiert werden. Die EU hatte die „Frühstücksrichtlinie“ vor zwei Jahren geändert. Um Verwechslungen mit Marmelade etwa aus Erdbeeren oder Aprikosen zu vermeiden, muss Marmelade aus Zitrusfrüchten gemäß EU-Recht nun jedoch „Zitrusmarmelade“ genannt werden, wobei das Wort „Zitrus“ auch durch den Namen der jeweils verwendeten Frucht ersetzt werden kann.

...

https://taz.de/Der-Brexit-machts-moeglich/!6187095/
 
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Offline Reichsschlafschaf

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Auf jeden Fall, der Mann ist ja überqualifiziert!


Zitat
Zuwendungen für Reform-UK-Chef
Bericht erhebt neue Vorwürfe gegen Nigel Farage

05.07.2026, 16:35 Uhr

Seine Partei führt in den Umfragen, es läuft also gut für Nigel Farage. Wären da nicht Zuwendungen, die er vor seiner Rückkehr ins Parlament erhielt - und nicht ordnungsgemäß angab. Nun kommt ein weiterer Fall hinzu.

Der rechtspopulistische britische Parteichef Nigel Farage sieht sich mit neuen Vorwürfen wegen nicht offengelegter Zuwendungen konfrontiert. Die "Sunday Times" berichtete, ein wegen Betrugs verurteilter Krypto-Unternehmer habe vor Farages Einzug ins Parlament für dessen Sicherheit und Mitarbeiter gezahlt. Ein Abgeordneter der Liberaldemokraten forderte daraufhin eine Untersuchung durch den Ethikbeauftragten des Unterhauses. Gegen Farage, den Chef der Partei Reform UK, läuft bereits eine Untersuchung wegen einer nicht deklarierten Millionenspende eines anderen Krypto-Milliardärs.

Nach Angaben der Zeitung mietete der in den USA wegen Betrugs verurteilte George Cottrell eine Villa nahe dem Buckingham-Palast, in der Farage übernachtet habe. Zudem habe der 32-jährige Unternehmer kurz vor Farages Rückkehr in die Spitzenpolitik im Jahr 2024 Sicherheitskosten sowie Mitarbeiter für die Betreuung von dessen Accounts in Online-Netzwerken bezahlt.

Neue Abgeordnete im britischen Parlament müssen Geschenke und geldwerte Vorteile aus den zwölf Monaten vor ihrer Wahl angeben, sofern sie "bei vernünftiger Betrachtung" mit politischer Tätigkeit in Verbindung gebracht werden können.
Spoiler
Der Reform-UK-Politiker Robert Jenrick sagte der BBC, Cottrell sei ein "alter Freund" Farages. Dieser habe 2024 vor Farages Wahl ins Parlament dessen Mitarbeiter und Sicherheit bezahlt. Farage habe zudem nur "sehr selten" in Cottrells Anwesen übernachtet. "Keinerlei Regeln wurden gebrochen", betonte Jenrick.

Führend in den Umfragen
Farages Verhalten wird bereits wegen einer nicht gemeldeten Zahlung in Höhe von fünf Millionen Pfund (fast sechs Millionen Euro) geprüft, die der in Thailand lebende Luftfahrtunternehmer und Krypto-Investor Christopher Harborne ihm hatte zukommen lassen. Farage und seine Partei Reform UK erklärten, es habe sich um ein persönliches Geschenk für seine Sicherheit gehandelt.

Farage, der eines der bekanntesten Gesichter der Kampagne für den EU-Austritt Großbritanniens war, ist Chef der Rechtsaußen-Partei Reform UK. Diese liegt derzeit in Umfragen vor der regierenden Labour-Partei und den konservativen Torys. Angesichts des Wahlsystems in Großbritannien ist aber unklar, ob die Partei bei Wahlen auch im Parlament eine Mehrheit hinter sich vereinen könnte.

Bei den Kommunalwahlen in England im Mai gewann Reform UK fast 1500 Sitze. Bei einer wichtigen Nachwahl für einen Parlamentssitz im Nordwesten Englands im Juni unterlag ihr Kandidat allerdings deutlich dem Labour-Politiker Andy Burnham. Dieser ist der voraussichtliche Nachfolger von Premierminister Keir Starmer, der Ende Juni seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Quelle: ntv.de, mli/AFP
[close]
https://www.n-tv.de/politik/Bericht-erhebt-neue-Vorwuerfe-gegen-Nigel-Farage-id31050473.html

https://www.spiegel.de/ausland/grossbritannien-nigel-farage-soll-vorteile-von-dubiosem-kryptounternehmer-erhalten-haben-a-b13aaa1d-9071-4526-a5fe-b51db63bf807


Ja, aber die anderen!!1!!!11!!!!




Außerdem isses für die nationale Sache ...

Und es heißt ausdrücklich: „bei vernünftiger Betrachtung“!


 :facepalm:
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Und es heißt ausdrücklich: „bei vernünftiger Betrachtung“!

Da bleibt die Frage: Wer soll es vernünftig betrachten und entscheiden? Wenn man Farage fragen würde, der würde vielleicht sagen: Ähhhhhh, was? Wen soll ich künftig verachten? Gib lieber erst mal Geld. Wenn ich die Spendensumme sehe, weiß ich, ob ich mir Gedanken mache.
"Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich die gleichen Fehler wieder machen, aber ein bisschen früher anfangen, damit ich mehr davon habe."

Marlene Dietrich
 
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Offline Anmaron

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Der Brexit macht's möglich

Zitat
Auch bei Honig gibt es ab heute eine Neuerung: Auf Gläsern und Etiketten müssen die Namen aller Ursprungsländer aufgeführt werden, wenn es mehrere sind. Bisher waren auch pauschale Angaben möglich wie „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“.

Das fehlt noch für Olivenöl.
Wer sich politisch nicht engagiert, hilft im Grunde jenen, die das Gegenteil von dem wollen, was man selber für wichtig und richtig hält. (Alain Berset)
Die Demokratie ist so viel wert wie diejenigen, die in ihrem Namen sprechen. (Robert Schuman)

Anmaron, M. Sc. univ. Universität Youtübingen
 
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