@Neubuerger Danke für die "Richtigstellung", ich habe wohl mit zu wenig Anführungszeichen gearbeitet. Was ich sagen wollte: medzinpolitisch / -ethisch wird gefordert, dass der Patient mündig ist, damit dieser frei und aufgeklärt entscheiden kann. Der Trend geht weg von dem "Weißkittel", der diktiert.
Diese Art und Weise der Aufklärung begrüße ich ausdrücklich, sehe jedoch bei einigen Gruppen (aus meiner vorurteilsbehafteten Sicht) so einige Probleme.
Probleme wären: Sprachbarriere, fehlendes Wissen, eingeschränkte intellektuelle Fähigkeiten, Weltanschauungen etc.
Es existieren also Gruppen, die diesem Ansatz nur mit Aufwand zugänglich sind. Dieser Aufwand wird jedoch nicht honoriert bzw. würde, selbst wenn er honoriert würde, medizinische Kapazitäten. Ein Beispiel wäre für mich der "Aufklärungbogen" bei der Covid-19 Impfung. Da war eine Menge Text und ich bin mir sicher, dass dieser nicht für alle ausreichend verständlich bzw. bewertbar war. Letztendlich habe ich gesagt: "Wo muss ich unterschreiben?", "Wann bekomme ich die Todesspritze?" und "Muss ich wirklich im Wartezimmer 15 Minuten auf den Tod warten?" (Antwort: "Dort und dort", "Gleich, geh bitte den Gang entlang, zweite Tür links.", "Ja, aber wir kontrollieren das nicht so eng und ich kann dir nicht verbieten, dich anders zu verhalten."). Kurz: Ich habe meinem Arzt vertraut und er mir soweit, dass er glaubte, dass ich den Krams tatsächlich verstanden habe.
Ein ähnliches Problem hat man mit dem Beipackzetteln von Medikamenten, wo es halt für die breite Masse unverständlich ist, was die Angaben zu Nebenwirkungen wirklich bedeuten. Technisch müsste man noch ordentlich Statistik unterbringen, ein Fach, das fast alle Mediziner wirklich lieben und vollumfänglich verstanden haben. Oder so ähnlich.
Unsere Schwurbler hingegen "klären" ihre Patienten halt auch auf, nur mit mehr Gefühl, also Wohlgefühl. Sie täuschen eine Mündigkeit vor und betreiben, wie
@Schattendiplomat anmerkte, dann die Schuldumkehr, weil sie den Heilungswillen des Patienten in den Vordergrund stellen. "Wenn du es willst, dann wirst du auch gesund.", das ist die perfekte Argumentation bzw. das Versprechen für denjenigen, der schwer erkrankt ist.
Einige Beobachter, wie ich, könnten das für blanken Zynismus halten, aber ich bin halt nur vom System(TM) verdorben.