Für die Wissenschaft ist die Mondrückseite wegen der gebundenen Rotation für Teleskope in jeder Form interessant.
Der Vorteil ist mir nicht ganz klar. Auch der Mond rotiert ja um sich selbst, wenn auch eher langsam (1 Monat). Es ist also nicht so, dass man von der Mondrückseite oder überhaupt vom Mond aus immer den selben Punkt im All sieht.
Es gibt schon Vorteile:
Man könnte aufgrund der geringen Schwerkraft weitaus größere Strukturen bauen, aufgrund der fehlenden Atmosphäre und deren Turbulenzen hat man im optischen Bereich
enorme Vorteile. Für die Radioastronomie entfallen Störsignale von der Erde
Zum Vergleich, die ESO baut zurzeit in Chile das so genannte ELT mit einem Spiegeldurchmesser (bestehend aus einzelnen Segmenten) mit 39 Metern. Das JWT James-Webb-Teleskope hat einen
Spiegeldurchmesser mit 6,5 Metern.
Das Problem beim JWT ist, dass die Größe beschränkt ist, da es mit einer Trägerrakete (Ariane 5) im Ganzen ins All gebracht werden musste. Es ist im Lagrange-Punkt I.2 positioniert, weit außerhalb unserer Reichweite. Reparaturen oder Aufrüstungen sind nicht möglich. Gekostet hat das Ganze rund 10 Milliarden Dollar. Dagegen ist das ELT in Chile mit Kosten um 1,5 Milliarden Euro geradezu günstig.
Ein großes optisches Teleskop auf der Mondrückseite würde uns u.a. ermöglichen, Planeten um andere Sterne direkt zu beobachten und der Frage näher zu kommen, ob wir allein im Universum sind.