Autor Thema: Sächsische Verhältnisse und ungelöste Probleme  (Gelesen 16901 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Gerichtsreporter

  • Personalausweisler
  • ***
  • G
  • Beiträge: 2385
  • Dankeschön: 10992 mal
  • Karma: 282
  • Auszeichnungen Beliebt! 50 positives Karma erhalten Sehr Wertvolle Beiträge! Bereits 1000 "Danke" erhalten! Auszeichnung für 2250 Beiträge Auszeichnung für 1500 Beiträge Auszeichnung für 1000 Beiträge
    • Auszeichnungen
Ich sehe es schon vor mir, wie ein paar vermummte Zecken die Fassade von Urbans Haus mit Spraydosen verschönern. Urban kommt hinzu und die Zecken so: "Ey Fascho, wenn Du jetzt die Bullen rufst, dann nimmst Du staatliche Leistungen in Anspruch und darfst nicht mehr wählen."
"Lieber eine rote Ratte als eine braune Schmeißfliege" - Linie 1
 
Folgende Mitglieder bedankten sich: Enzo, Rabenaas

Offline dtx

@kairo Nach Deiner Argumentation nimmt jeder, der wählen geht, eine staatliche Leistung in Anspruch. Also alle Stimmen ungültig.

Das Wahlrecht wäre aber nicht erst mit dem Betreten des Wahllokals, sondern schon durch die Straßenbenutzung auf dem Weg dahin verwirkt. Urban sollte also zur nächsten Wahl lieber gleich zu Hause bleiben und sich einen Kasten Zitzschewig Death reinpfeifen.
Mit jedem Greis, der in Afrika stirbt, verbrennt eine Bibliothek.

Amadou Hampâté Bâ
 

Online Reichsschlafschaf

  • Souverän
  • *
  • Beiträge: 6237
  • Dankeschön: 12112 mal
  • Karma: 295
  • Auszeichnungen Auszeichnung für 5000 Beiträge Auszeichnung für 2250 Beiträge Auszeichnung für 1500 Beiträge Auszeichnung für 1000 Beiträge Beliebt! 50 positives Karma erhalten
    • Auszeichnungen
"SS" bedeutet natürlich "StaatsSchutz"! Man wollte dadurch bestimmt seine Verbundenheit zu den Ordnungskräften ausdrücken!
Ok, das war jetzt nicht sehr überzeugend ...  ???



Zitat
Freital

06.03.2020 16:42 Uhr
SS-Rune beim Karneval in Freital?

Beim Umzug durch Freital war eine Lok mit angedeutetem Nazi-Schriftzug verziert. Wer steckt dahinter?


Auf den ersten Blick wirkt das alles ganz lustig. Eine lachende Dampflokomotive namens Gertrut, in der ein Mann mit Cowboyhut sitzt, am Fenster klemmt eine Flasche Bier. So etwas kann es nur beim Fasching geben und so rollte die Papp-Lok vor drei Wochen tatsächlich mitten im Karnevalsumzug durch Freital. Hinter sich her zog sie Waggons mit lachenden Kindern und Mitgliedern des Elferrates Somsdorf. Allerdings: Die Lok wies eine Beschriftung auf, die in die rechte Ecke weist. Und weshalb nun der Staatsschutz ermittelt.
Spoiler
Auf den ersten Blick wirkt das alles ganz lustig. Eine lachende Dampflokomotive namens Gertrut, in der ein Mann mit Cowboyhut sitzt, am Fenster klemmt eine Flasche Bier. So etwas kann es nur beim Fasching geben und so rollte die Papp-Lok vor drei Wochen tatsächlich mitten im Karnevalsumzug durch Freital. Hinter sich her zog sie Waggons mit lachenden Kindern und Mitgliedern des Elferrates Somsdorf. Allerdings: Die Lok wies eine Beschriftung auf, die in die rechte Ecke weist. Und weshalb nun der Staatsschutz ermittelt.

Ganz groß steht an der Front des Lok-Aufbaus der Schriftzug Führerhaus, wobei das S am Wortende in seiner Form den SS-Runen gleicht. Dies ist auffällig, da die eckige Linienführung des S nicht zum sonstigen Stil der Beschriftung passt und somit nicht als zufällig ausgerutschter Pinsel wegdiskutiert werden kann, kommentiert Lydia Engelmann. Engelmann sitzt für die Grünen im Stadtrat und brachte das Thema dort zur Sprache. Nicht nur sie vermutet, dass die Urheber wussten, was sie tun.

Denn am Kessel der Lok prangt zudem die Zahl 0815. Umgangssprachlich steht die Redewendung für Gleichförmigkeit, Mittelmäßigkeit, Gewöhnlichkeit. 08/15, so die korrekte Schreibweise, heißt aber auch eine Romantriologie des Schriftstellers Hans Hellmut Kirst. Sie erschien 1954 und schildert die Erlebnisse deutscher Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Das Werk gilt als Anti-Kriegsliteratur. Wollten die Somsdorfer auf ihre Liebe zur Lektüre anspielen? Wohl kaum. Der Buchtitel geht auf das Maschinengewehr 08/15 zurück, das als erstes genormtes Industrieprodukt überhaupt entwickelt wurde und im Ersten sowie später auch noch im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam. Die deutsche Infanterie wurde damit ausgestattet. Kein Wunder also, dass die Zahlenkombination der Waffe später Pate für eine gleichnamige Rechtsrockband stand, die aus Düsseldorf kam und in den Neunzigerjahren existierte. Sie produzierte Alben, die Titel wie Odins Sohn oder Stinkende Zecke trugen, wobei Zecke in der rechten Szene als Schimpfwort für Andersdenkende und alles vermeintlich Linke verwendet wird.

2017 tauchte der Begriff 08/15 abermals in Zusammenhang mit zweifelhafter Kunst auf, nämlich auf dem Album Jung, brutal, gutaussehend 3 der Deutschrapper Kollegah und Farid Bang. Es ist genau jenes Lied, welches Textzeilen wie Mein Körper definierter als von Ausschwitzinsassen enthält. Die Formulierung provozierte heftige Diskussionen über Antisemitismus und Gewaltverherrlichung im Gangsta-Rapp und führte 2018 zur Aberkennung des Musikpreises Echo.

Hatten die Somsdorfer Faschingsfreunde das alles auf dem Schirm, als sie ihre Lok bepinselten? Nein, sagt Vereins-Chef Robert Rüger. Wir sind weder links noch rechts, wir sind Karnevalisten. Wer die Lok bemalte, weiß er angeblich nicht. Aber es war niemals rechts gemeint, beteuert Rüger. Also nur ein peinlicher Scherz? Die Somsdorfer wollen sich nun zusammensetzen und eine öffentliche Entschuldigung formulieren. Diese soll demnächst ins Internet eingestellt werden. Es tut uns leid, wenn das missverstanden wurde, sagt Rüger. Engelmann, die der Mitte-Links-Fraktion im Stadtrat - ein Bündnis von Grünen, SPD, Die Linke und der FDP - angehört, will das nicht so einfach abtun. Zunehmend würde in Freital rechtsextreme Symbolik unwidersprochen in den Alltag einsickern, sagt sie. Aufgrund der jüngsten Ereignisse in Hanau, Halle, Kassel und der jüngsten Geschichte Freitals halte ich, hält meine Fraktion und halten auch viele Freitalerinnen und Freitaler solche Anspielungen aber sehr wohl für brandgefährlich, da sie zu einer Normalisierung dessen beitragen, was in Deutschland eigentlich seit 1945 nicht mehr normal sein dürfte. Engelmann fordert den Oberbürgermeister auf, den Sachverhalt mit dem Elferrat Somsdorf zu klären und auch alle anderen Vereine zu verpflichten, solche Wagen oder Kostüme in Zukunft von öffentlichen Veranstaltungen auszuschließen.

Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) nahm das Statement entgegen und versicherte, sich um die Sache zu kümmern. Für ihn ist nicht nur die zweideutige Lok ein Ärgernis. Wir haben immer wieder auch rechte Schmierereien im Stadtbild, die wir beseitigen müssen und zur Anzeige bringen, berichtet er. In den meisten Fällen werden aber keine Verursacher gefunden. Im Falle der Lok vom Karnevalsumzug ist der Kreis der Verdächtigen klein - und intern bekannt. Noch aber lägen keine Ermittlungsergebnisse vor, heißt es seitens der Polizei.
[close]
https://www.saechsische.de/plus/freital-faschingsparade-lok-runen-fuehrerhaus-staatsschutz-5180444.html


Zitat
Maschinengewehr 08/15 ..., das als erstes genormtes Industrieprodukt überhaupt
ist natürlich völliger Blödsinn, da die ersten genormten Industrieprodukte "überhaupt" aus dem England des 19. Jhds. stammen. Aber so ist das halt, wenn ahnungslose Schreiberlinge  den Anspruch haben ,das Volk zu informieren.
In diesem Zusammenhang ist es allerdings marginal.
Merke: Es genügt natürlich nicht, dämlich zu sein. Es soll schon auch jeder davon wissen!
 
Folgende Mitglieder bedankten sich: x

Offline Grashalm

  • Kommissar Mimimi
  • **
  • Beiträge: 504
  • Dankeschön: 459 mal
  • Karma: -71
  • Auszeichnungen Auszeichnung für 500 Beiträge Wertvolle Beiträge! Schon 100 "Danke" erhalten
    • Auszeichnungen
Für das 08/15 würde aber wohl die Allee erste DIN verfasst oder stimmt das auch nicht?
 

Offline Gerichtsreporter

  • Personalausweisler
  • ***
  • G
  • Beiträge: 2385
  • Dankeschön: 10992 mal
  • Karma: 282
  • Auszeichnungen Beliebt! 50 positives Karma erhalten Sehr Wertvolle Beiträge! Bereits 1000 "Danke" erhalten! Auszeichnung für 2250 Beiträge Auszeichnung für 1500 Beiträge Auszeichnung für 1000 Beiträge
    • Auszeichnungen
Für das 08/15 würde aber wohl die Allee erste DIN verfasst oder stimmt das auch nicht?
Nein, stimmt auch nicht. Die erste DIN gab es erst nach dem 1. Weltkrieg und sie betraf Kegelstifte als Verbindungselemente.

https://www.din.de/de/din-und-seine-partner/presse/mitteilungen/vor-95-jahren-erschien-die-erste-deutsche-norm-97388
"Lieber eine rote Ratte als eine braune Schmeißfliege" - Linie 1
 
Folgende Mitglieder bedankten sich: Grashalm, dtx

Online Reichsschlafschaf

  • Souverän
  • *
  • Beiträge: 6237
  • Dankeschön: 12112 mal
  • Karma: 295
  • Auszeichnungen Auszeichnung für 5000 Beiträge Auszeichnung für 2250 Beiträge Auszeichnung für 1500 Beiträge Auszeichnung für 1000 Beiträge Beliebt! 50 positives Karma erhalten
    • Auszeichnungen
Für das 08/15 würde aber wohl die Allee erste DIN verfasst

Nö.

Die erste DIN-Norm erschien am 1. März 1918: „DIN 1 – Kegelstifte“ und galt bis 1992, als sie durch die europäische Norm EN 22339 ersetzt wurde.

Der Schrägstrich /15 verweist ja auf das Jahr 1915 als dem Jahr der Einführung.

Das Maschinengewehr aus dem Jahre 1908 wurde also in überarbeiteter Form 1915 eingeführt.
Merke: Es genügt natürlich nicht, dämlich zu sein. Es soll schon auch jeder davon wissen!
 
Folgende Mitglieder bedankten sich: A.R.Schkrampe, Grashalm, x

Offline Grashalm

  • Kommissar Mimimi
  • **
  • Beiträge: 504
  • Dankeschön: 459 mal
  • Karma: -71
  • Auszeichnungen Auszeichnung für 500 Beiträge Wertvolle Beiträge! Schon 100 "Danke" erhalten
    • Auszeichnungen
Aha, wieder was gelernt. Danke für die Aufklärung.
 


Offline SchlafSchaf

  • Prinz von Sonnenstaatland
  • *****
  • Beiträge: 5501
  • Dankeschön: 15893 mal
  • Karma: 486
  • Nemo me impune lacessit
  • Auszeichnungen Auszeichnung für 5000 Beiträge Ein einzigartiger Award der nur für beteiligte der Plakataktion verfügbar ist. Für unerschütterlichen Kampf an forderster(!)  Front Liefert Berichte von Reichsdeppenverfahren für das SonnenstaatlandSSL Der Träger dieses Abzeichens war im Außendienst!
    • Auszeichnungen
Ich kam
Ich sah
Ich vergaß was ich wollte
 
Folgende Mitglieder bedankten sich: dieda, x, Neubuerger

Offline dieda

  • Personalausweisler
  • ***
  • Beiträge: 2259
  • Dankeschön: 3891 mal
  • Karma: 386
  • Hauptabteilung wahre Wahrheiten
  • Auszeichnungen Auszeichnung für 2250 Beiträge Liefert Berichte von Reichsdeppenverfahren für das SonnenstaatlandSSL Auszeichnung für 1500 Beiträge Sehr Wertvolle Beiträge! Bereits 1000 "Danke" erhalten! Auszeichnung für 1000 Beiträge
    • Auszeichnungen
Wer Dresden kennt, weiß, dass der Ort des Vorfalls rein "zufällig" auch die Haltestelle gegenüber der inzwischen auch überregional bekanntesten Dresdner Kneipe "Zum besorgten Bürger" ist.
D adaistische I lluminatinnen für die E rleuchtung D es A bendlandes

Tolereranzparadoxon: "Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, (...) dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“ Karl Popper
 
Folgende Mitglieder bedankten sich: SchlafSchaf, x, Neubuerger, Reichsschlafschaf

Offline Rechtsfinder

  • Personalausweisler
  • ***
  • Beiträge: 1029
  • Dankeschön: 4326 mal
  • Karma: 366
  • Rechtsbedenkenträger
  • Auszeichnungen Wertvolle Beiträge! Schon 100 "Danke" erhalten Auszeichnung für 1000 Beiträge Auszeichnung für 750 Beiträge Auszeichnung für 500 Beiträge Sehr Wertvolle Beiträge! Bereits 1000 "Danke" erhalten!
    • Auszeichnungen
Die Geschichte kommt mir irgendwie seltsam vor.
Zitat
„Die Verletzung hätte in sehr kurzer Zeit zum Verbluten des Geschädigten führen können“, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden mit, die nun gegen den 36-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.
Warum denn dann gefährliche Körperverletzung und nicht versuchter Totschlag? Dann wäre auch der Haftgrund offensichtlich.

Sind das die Messermänner von der Weidel gesprochen hat?
Nur, wenn der Deutsche von Sozialleistungen lebt, denn es geht Weidel ja um "alimentierte Messermänner". Als Deutscher hat man nach ihrer Auffassung wohl das Recht, von wohlsituierten Personen abgestochen zu werden. Auch eine Art Eintreten für die Rechte des Bürgertums, immerhin gibt die AfD ja vor, "bürgerlich" zu sein...
Eine von VRiBGH Prof. Dr. Thomas Fischer erfundene Statistik besagt, dass 90% der Prozessgewinner die fragliche Entscheidung für beispielhaft rechtstreu halten, 20% der Unterlegenen ihnen zustimmen, hingegen von den Verlierern 30% sie für grob fehlerhaft und 40% für glatt strafbar halten.
 
Folgende Mitglieder bedankten sich: dtx, SchlafSchaf, x, Neubuerger


Online Reichsschlafschaf

  • Souverän
  • *
  • Beiträge: 6237
  • Dankeschön: 12112 mal
  • Karma: 295
  • Auszeichnungen Auszeichnung für 5000 Beiträge Auszeichnung für 2250 Beiträge Auszeichnung für 1500 Beiträge Auszeichnung für 1000 Beiträge Beliebt! 50 positives Karma erhalten
    • Auszeichnungen
Ergänzend:



Zitat
Mit seiner Entscheidung blieb das Gericht bei den meisten Angeklagten ein Jahr unter den Forderungen der Bundesanwälte - bis auf eine Ausnahme.

Die Gruppe "Revolution Chemnitz" ist eine terroristische Vereinigung. So urteilte am Dienstag der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Dresden, vor dem sich acht Männer im Alter zwischen 22 und 32 Jahren seit September vergangenen Jahres hatten verantworten müssen. Für die Gründung beziehungsweise die Mitgliedschaft in der rechtsextremen Terrorgruppe, die in einer Chatgruppe im Internet den Kauf von Schusswaffen für tödliche Anschläge zum Tag der Deutschen Einheit 2018 plante, wurden die Mitglieder, je nach ihren Chat- beziehungsweise Tatbeiträgen zu Strafen zwischen zwei Jahren und drei Monaten und fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.
Spoiler
Mit seiner Strafzumessung blieb das Gericht bei den meisten Angeklagten ein Jahr unter den Forderungen der Bundesanwälte, mit Ausnahme des 32-jährigen Rädelsführer Christian K. Für diesen hatten die Ankläger in der Vorwoche fünfeinhalb Jahre Haft gefordert. Genau diese Strafe sehen die Richter für den Anführer der Gruppe auch vor. Bei den übrigen Beteiligten hatten die Bundesanwälte auf Strafen zwischen drei Jahren und viereinhalb Jahren Haft plädiert, von denen sich keine mehr in einem zur Bewährung auszusetzenden Rahmen bewegt hätte. Zwar fielen die am Dienstag gesprochenen Urteile milder aus. Bewährungsfähig indes war auch keine der vom Gericht vorgesehenen Haftstrafen. Dennoch hob man unter Auflagen die Haftbefehle jener drei Mittäter auf, die bereits einen Großteil ihrer Strafe abgesessen haben. Mit Ausnahme von Rädelsführer Christian K. sitzen die Täter seit Anfang Oktober 2018 in Untersuchungshaft. Den Anführer hatte man bereits zwei Wochen zuvor festgenommen und inhaftiert, als ein Teil der Gruppe auf der Insel im Chemnitzer Schlossteich eine Art "Probelauf" für spätere Aktionen veranstaltet hatte. In Manier einer Bürgerwehr hatten die Rechtsextremisten junge Leute angegriffen, die auf der Insel grillten.

Blieben die Richter am Donnerstag auch unter den Strafforderungen der Bundesanwaltschaft, so folgte der Senat um den Vorsitzenden Richter Hans Schlüter-Staats keineswegs der Sichtweise der meisten Verteidiger. Diese hatten Zweifel geäußert, ob angesichts der losen Verbindung über eine Chatgruppe auf der Messenger-Plattform "Telegram" überhaupt von einer terroristischen Vereinigung zu sprechen sei. Dass in den Chat-Beiträgen im Forum durchaus von Schusswaffenkäufen die Rede war, dass sogar bereits über zu wählende Modelle von halbautomatischen Pistolen und über den Typ einer zu beschaffenden Maschinenpistole beratschlagt wurde, dass die Gruppe davon sprach, Todesopfer bei ihrem Versuch eines Systemumsturzes in Kauf zu nehmen, hielten die Verteidiger für keinen ausreichenden Beleg möglichen Terrors. Aus Sicht der Ankläger sei wohl schon "der böse Geist der Beginn der Strafbarkeit" argumentierte der Chemnitzer Rechtsanwalt Marcel Börger. Wenn das so wäre, betrete man "rechtlichen Treibsand". Es werde gewissermaßen ein "Vermutungsstrafrecht etabliert" gab Börger den Richtern für die Urteilsberatung mit auf den Weg.

Die Richter sahen es anders. Mag ein "böser Geist" nicht per se strafbar sein, konkrete Planungen seien es schon. Die Anschlagspläne, die die Gruppe im Chat äußerte, seien zwar nicht zum Tragen gekommen. Immerhin sei der Spuk bereits nach fünf Tagen beendet worden, als die ersten Festnahmen am Schlossteich erfolgten und dadurch der Handychat aufflog. Zwar seien weder bereits Waffen beschafft worden, noch habe es "Blaupausen" für das gegeben, was am 3. Oktober hätte passieren sollen. Doch sei das allemal mehr als ein "Hirngespinst" gewesen, führte Richter Schlüter-Staats aus. "Es ging um ganz konkret zur Umsetzung gedachte Vorstellungen." Der Richter räumte ein, dass die Verurteilten wohl "nicht ansatzweise in der Lage gewesen" wären "Revolutionäres" umzusetzen. Doch gehe es eben nicht darum, ob es sich um "Revolutionäre oder Möchtegern-Revolutionäre" handelte.  Gruppen wie diese würden bestraft, weil sie "eine sehr eigene Dynamik" entwickelten. Dass selbst verwirrte Köpfe ansonsten äußerst schnell gefährlich werden, habe bereits die Terrorgruppe "Old School Society" gezeigt oder die "Gruppe Freital" und nicht zuletzt der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.
[close]
https://www.freiepresse.de/nachrichten/sachsen/haftstrafen-im-terror-prozess-gegen-revolution-chemnitz-artikel10757401


In gewissen Gruppen machte man sich ja noch letzte Woche darüber lustig, daß die nur ein Luftgewehr gehabt hätten ...



Das Folck weiß, was läuft:

« Letzte Änderung: 24. März 2020, 18:24:50 von Reichsschlafschaf »
Merke: Es genügt natürlich nicht, dämlich zu sein. Es soll schon auch jeder davon wissen!