Autor Thema: Betrug mit dem Journalistenausweis  (Gelesen 1837 mal)

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Offline Reichskasper Adulf Titler

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Betrug mit dem Journalistenausweis
« am: 14. Februar 2019, 09:37:38 »
Ein deutsches Netzwerk verkauft falsche Pressedokumente. Betrüger und Rechtsextreme profitieren davon. Die Masche ist legal, gefährdet aber die Demokratie.

(Im Titelbild übrigens der uns hinlänglich bekannte Herr Nehrling, der in der Bildunterschrift genderbekloppt als "Reichsbürgerin" bezeichnet wird.)

Spoiler
Pressefreiheit ist in der Demokratie ein hohes Gut. Um sie zu schützen, stellen Journalisten- und Verlegerverbände beglaubigte Presseausweise aus. Mit ihnen kommen Journalistinnen durch Polizeiabsperrungen, können Einsätze begleiten und stehen unter besonderem Schutz. Wer den Journalistenausweis hat, kann problemlos von Messen und Parteitagen berichten. Die Ausweise sollen eine freie Berichterstattung ermöglichen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz bürgt mit seiner Unterschrift dafür, dass nur seriöse Journalisten das Dokument erhalten.

Betrüger und Rechtsextreme versuchen, von diesen besonderen Rechten zu profitieren. Mit falschen Behauptungen und großen Versprechen verkaufen Geschäftemacher selbst gemachte Ausweise. Auf den Dokumenten steht in großen Lettern "Presseausweis" und das Design ähnelt dem Original. Zahlreiche Websites bieten solche falschen Dokumente an. Recherchen von ZEIT ONLINE haben ergeben, dass hinter all diesen Angeboten ein von drei Menschen aufgebautes Netzwerk steckt, das seit mehr als 15 Jahren das Geschäft mit den Fantasieausweisen organisiert.

"Holen Sie sich jetzt den begehrten VIP-Status der Pressebranche", heißt es auf einer der Seiten. Der Standardausweis kostet dort einmalig 127 Euro, dazu kommt ein Jahresbeitrag von 36 Euro. Andere Websites bieten eine "Ambassador"-Klasse für 197 Euro, drei Jahre soll das Dokument international gültig sein. Für 48 Euro pro Jahr und eine Ausstellungsgebühr von 117 Euro wird man von einem weiteren Unternehmen zur Journalistin gemacht. Zum Ausweis gibt es dort eine Pressefotografenkarte, zahlreiches Zubehör und ein Zertifikat mit blauer Ziermappe dazu.
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https://www.zeit.de/gesellschaft/2019-02/gefaelschte-presseausweise-ingolstadt-missbrauch-rechtsextremismus-presserabatt/komplettansicht
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Thomas Mann
 
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Offline Tuska

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Re: Betrug mit dem Journalistenausweis
« Antwort #1 am: 14. Februar 2019, 09:50:38 »
Ein Blick in's Gesetz erspart viel Geschwätz.

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Offline Schattendiplomat

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Re: Betrug mit dem Journalistenausweis
« Antwort #2 am: 14. Februar 2019, 10:01:43 »
Hatten wir glaub schonmal beim Volksversager (Nikolai Neerling) diskutiert, als dieser sich darüber aufregte, dass er trotz "Presseausweis" nicht irgendwo rein kam.
Ich glaube er hatte seinen Ausweis von diesem Anbieter während der Artikell wohl von diesem Anbieter spricht.

Der Punkt hier ist aber, dass es schlicht von der Professionalität des Veranstalters und davon wie gut das Sicherheitspersonal eingewiesen ist abhängt ob man mit solch einem "Presseausweis für Arme" durchkommt.
Ich weiß noch, dass bei einer Party auf meinem ehemaligen Campus auch mal wer versucht hat sich mit Presseausweis eine Vorzugsbehandlung zu erschleichen. Der Sicherheitsdienst hat das gekonnt abgewiegelt, einfach weil das auch so einer von keinem der ernsthaften ausstellenden Verbände war.
Auf vielen Messen und auch politischen Veranstaltungen muss man sich zudem im Vorfeld akkreditieren, dabie wird dann geprüft ob der Presseausweis von einem der akzeptierten Verbände ist.
Das Problem ist eher wenn sich im Eifer des Gefechts jemand damit ausweist und z.B. der Polizist nicht greifbar hat ob das nun ein anerkannter Verband ist - die Dinger sind ja oft recht genau an das übliche Design angelehnt.

Ich denke aber das führt in Deutschland eher dazu, dass man im Zweifel jemanden erstmal nicht als Journalist sieht bis das Gegenteil bewiesen ist.
Was für die ernsthafte Presse natürlich sehr ärgerlich sein kann und allein schon deshalb hat diese ein Interesse daran hier etwas zu unternehmen.
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Offline Neubuerger

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Re: Betrug mit dem Journalistenausweis
« Antwort #3 am: 14. Februar 2019, 10:02:52 »
(Im Titelbild übrigens der uns hinlänglich bekannte Herr Nehrling, der in der Bildunterschrift genderbekloppt als "Reichsbürgerin" bezeichnet wird.)

Da musst du dann schon die gesamte Titelunterschrift zitieren und das Bild zeigen und das ganze nicht nur selektiv tun. Das Bild ist folgendes, darunter steht:



Zitat
Reichsbürgerinnen stellen sich gegen die Demokratie, hier bei einer Demonstration vorm Bundestag im Januar 2019.

Da gehts eben ums Reichsbürger und nicht um Volksnikki, ob man das jetzt gendern muss, darf jeder für sich selber entscheiden. Nervling wird aber nicht explizit genannt, von daher kann man das schon tun.
Sebastian Leber über Rüdi: Hoffmanns Beweisführung ist, freundlich ausgedrückt, unorthodox. Es geht in seinen Filmen drunter und drüber wie bei einem Diavortrag, bei dem der Vortragende kurz vor Beginn ausgerutscht ist und alle Dias wild durcheinander auf den Boden flogen.
 
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Offline dtx

Re: Betrug mit dem Journalistenausweis
« Antwort #4 am: 21. Februar 2019, 23:02:11 »
Hieß es nicht früher mal, daß Konkurrenz das Geschäft belebe? Wenn ich fies wäre, würde ich den Jungs von der "Zeit" wünschen, daß sie - wie viele ihrer Kollegen vor ihnen - baldmöglichst auf die Straße flögen und ihnen dann nichts anderes einfiele, als sich als sogenannte "Freie" durchzuschlagen. Dann wären plötzlich die schönen Jahre vorbei, in denen sie sich auf ihr monatlich sicher eingehendes Gehalt verlassen konnten.

Der "Freie" bekommt nur Geld, wenn er gedruckt wird. Schmeißt man den bei ihm bestellten Artikel wegen eines besonders schönen Verkehrsunfalles raus oder weil der aus dem dpa-Abo billiger / das PR-Material vom Objekt der Begierde völlig umsonst zu haben ist, besagt die Logik der Presseausweis-Fetischisten, daß die Arbeit nichts wert gewesen sein kann. Nach dieser Logik müßte jedes Hotel, das auf einen Einmietbetrüger hereinfällt, eine üble Spelunke und jeder Handwerker, dem ein Kunde die Rechnung schuldig bleibt, ein Pfuscher vor dem Herrn sein.
Ein Bekannter von mir hatte seinen Ausweis von einem der "Seriösen Verbände", bis er einmal ein halbes Jahr in Krankenhäusern und Reha-Kliniken verbringen mußte und folglich keine Geldeingänge mehr von den Verlagen vorweisen konnte. Da wäre auch ihm nur noch der DVPJ geblieben, wenn er wirklich mal einen PA gebraucht hätte, denn für das auf den Kontoauszügen ersichtliche Krankengeld bekam er bei seinem Verband eben keinen ...
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Offline Reichskasper Adulf Titler

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Re: Betrug mit dem Journalistenausweis
« Antwort #5 am: 21. Februar 2019, 23:10:16 »
die Realität zeigt ja, dass sich schon bisher ein Haufen Wannabes mit einem angeblichen Presseausweis schmücken weil sie sich davon Vorteile bei Konzerten und anderen Veranstaltungen erhoffen. Mit Konkurrenz haben diese Typen nichts im Sinn. Daher halte ich es für gerechtfertigt, dass nur solche Leute einen Presseausweis eines der berechtigten Verbände erhalten kann, der nachweist, dass er sein Geld auch wirklich mit Journalismus verdient.
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Offline dtx

Re: Betrug mit dem Journalistenausweis
« Antwort #6 am: 21. Februar 2019, 23:37:58 »
Daher halte ich es für gerechtfertigt, dass nur solche Leute einen Presseausweis eines der berechtigten Verbände erhalten kann, der nachweist, dass er sein Geld auch wirklich mit Journalismus verdient.

Dann sorge eben dafür, daß als Journalisten tätige Menschen für ihre Arbeit bezahlt werden (überhaupt, von "kostendeckend" oder "anständig" gar nicht zu reden).

Im Übrigen wird der PA (auch von dem Autor des verlinkten Artikels) ziemlich überbewertet, um nicht zu sagen, der Leser dreist angelogen. Fast alle Messe- und Konzert-Veranstalter verlangen kraft ihres Hausrechts zu einer Akkreditierung Veröffentlichungsbelege oder andere Tätigkeitsnachweise.
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Offline Alois

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Re: Betrug mit dem Journalistenausweis
« Antwort #7 am: 21. Februar 2019, 23:55:18 »
Es gibt eigentlich nur einen Presseausweis, den Messegesellschaften wie die MESSE BERLIN als bundeseinheitlichen Journalistenausweis akzeptieren und das ist dieser:



Selbst ausländische Journalisten, die ihren Arbeitsplatz in Deutschland haben, bekamen zumindest in der Vergangenheit diesen Presseausweis.

Wenn jemand mit einer anderen Plastikkarte, wie der des DFJV, des DPV oder den einer anderen Firma antanzt, weiss ich, dass vor mir ein Amateur steht. Es dürfte ja für Veranstalter, Messegesellschaften, ja sogar Polizisten kein unlösbares Problem sein, sich diesen einen Ausweis einzuprägen.
Staatsangehörigkeit ist da, wo auf dem Reisepass steht. Heimat ist da, wo der Wohnungsschlüssel passt. Alles andere wäre zu kompliziert.
 

Offline Reichskasper Adulf Titler

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Re: Betrug mit dem Journalistenausweis
« Antwort #8 am: 22. Februar 2019, 00:03:49 »
Inzwischen lassen sich Veranstalter nicht mehr so einfach beeindrucken. Früher kam man bei vielen Veranstaltungen noch rein nur mit dem Presseausweis um den Hals. Seit aber immer mehr Wannabes mit Fantasieausweisen ihr Glück versuchen, sind die Veranstalter vorsichtiger geworden und verlangen Akkreditierungen. Auch manch professioneller Kollege hat die Vorteile eines Presseausweises zu sehr ausgenutzt, weshalb Veranstalter sich gezwungen sahen, dem einen Riegel vorzuschieben.
Außerdem habe ich nicht dafür zu sorgen, dass Journalisten anständig bezahlt werden. In einer Zeit sinkender Auflagen und der Kostenloskultur im Internet, wird man sich vom Gedanken, dass Journalisten anständig bezahlt werden, verabschieden. Sie trifft kein anderes Schicksal als freie Grafiker, Fotografen, freie Mediengestalter. Das kann man schlecht finden, ist aber wohl nicht zu vermeiden. Wenn die Gesellschaft will, dass anständig bezahlter Journalismus machbar bleibt, soll sie Zeitungen kaufen.

Im Übrigen bin ich selbst durch durch einen massiven Preisverfall in meiner Branche betroffen weil sich immer mehr Wannabes ins Geschäft drängeln und meinen, mit Dumpingpreisen Gewinne machen zu können. Dass diese Deppen sich ihre eigene Zukunft versauen, ist ihnen in der Regel nicht verständlich zu machen.
« Letzte Änderung: 22. Februar 2019, 00:07:41 von Reichskasper Adulf Titler »
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