Autor Thema: [RDR] Zum Tode von Ernst Köwing. Der Honigmann schweigt für immer.  (Gelesen 153 mal)

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Zum Tode von Ernst Köwing. Der Honigmann schweigt für immer.

Wenn er selbstverliebt verkündete „Der Honigmann kommt…“, dann füllten sich die Hinterzimmer deutscher Provinzkneipen. Da wurde nicht mehr Skat gespielt, da wurde es hochpolitisch. Die zahlenden Gäste (rekrutiert u. a. aus der jeweiligen örtlichen Jägerschaft sowie den Mitgliedern der Dorf-Feuerwehr) bekamen glasige Augen. Nicht, wie sonst, vom Saufen, sondern deshalb, weil sie den Offenbarungen des […]
Ernst Köwing und seine Bienchen

Symbolbild des Erfolgs


Wenn er selbstverliebt verkündete „Der Honigmann kommt…“, dann füllten sich die Hinterzimmer deutscher Provinzkneipen. Da wurde nicht mehr Skat gespielt, da wurde es hochpolitisch.


Die zahlenden Gäste (rekrutiert u. a. aus der jeweiligen örtlichen Jägerschaft sowie den Mitgliedern der Dorf-Feuerwehr) bekamen glasige Augen. Nicht, wie sonst, vom Saufen, sondern deshalb, weil sie den Offenbarungen des Ernst „Ernie“ Köwing lauschen durften. Ein wenig Staunen machte das schon, denn Köwing war weder eloquent noch charmant, auch an seinen Inhalten gabs nie besonders Spannendes zu entdecken. Im Gegenteil: den von ihm kolportieren Unsinn findet man im Netz an jeder Ecke.


Aber vielleicht war es gerade das, was bei seinem Publikum gut ankam: Das ewig Gestrige vermischt mit handelsüblichen Verschwörungstheorien, vorgetragen von einem farblosen Tattergreis, der es nicht einmal vermochte, sein anspruchsloses Publikum zum Tosen zu bringen.


Noch erfolgreicher als seine kostenpflichtigen Tourneen soll das Blog „Der Honigmann sagt…“ gewesen sein. Über 80 Millionen mal wären die Seiten über die Jahre hinweg angeklickt worden. Auch dort gab es nichts Besonderes zu entdecken. Die Artikel waren oft genug geklaut und enthielten in aller Regel rechtsradikalen & abergläubischen Dreck. Antisemitische Inhalte (inklusive Holocaustleugnung) wurden Köwing schließlich zum Verhängnis. Ende letzten Jahres musste er eine Haftstrafe antreten.


Schlimmer als die Artikel waren die jeweiligen Kommentarbereiche des „Der Honigmann sagt…“-Blogs. Köwings Leser waren und sind Sinnbild für all das, was im Ausland das Bild des „hässlichen Deutschen“ ausmacht: Hass & Dummheit in Reinkultur, Herrenmenschenarroganz und Pickelhaubenmentalität.


Am 24.02.2018 soll der Honigmann Ernst Köwing gestorben sein. Ob er vorher noch einmal wild um sich schlug, ist nicht bekannt.


Quelle: Zum Tode von Ernst Köwing. Der Honigmann schweigt für immer.


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