Autor Thema: Der NDR klärt auf: Staatliche Unterbringung mit Busreisen  (Gelesen 405 mal)

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Offline dtx

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Der NDR klärt auf: Staatliche Unterbringung mit Busreisen
« am: 14. November 2018, 17:44:52 »
« Letzte Änderung: 15. November 2018, 20:59:53 von BlueOcean »
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Re: Der NDR klärt auf: Staatliche Unterbringung mit Busreisen
« Antwort #1 am: 14. November 2018, 18:05:30 »
Finde nur ich es peinlich, dass man die Akten so massiv in Papierform rumschieb und deren Gewicht so groß ist wodurch der Wagen mit einem Elektroantrieb ausgestattet werden muss?
Von Papierlosen Büro haben die wohl noch nix gehört! unnötig peinlich, teuer und zeitintensiv was die Justiz da macht!...

Rein vom Schloss her zu schließen benötigt auch der Zentralschlüssel mit dem man alle Knasttüren in Niedersachsen aufbekommt mal eine Überholung.
« Letzte Änderung: 14. November 2018, 18:07:44 von Schattendiplomat »
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Re: Der NDR klärt auf: Staatliche Unterbringung mit Busreisen
« Antwort #2 am: 14. November 2018, 18:54:05 »
Damit die Justiz papierlos funktionieren könnte, müssten Gesetze geändert werden. Die Grundlagen der heute noch geltenden Verfahrensgesetze stammen aus den 1870er-Jahren. Damals gab es z. B. noch nicht die Möglichkeit, Fotokopien anzufertigen. Dass es z. B. von Urteilen ein Original gibt, das im Archiv des Gerichts bleibt, von dem nach Bedarf Ausfertigungen angefertigt und beglaubigt werden, ist wohl nur historisch aus den damaligen Möglichkeiten zu erklären. Heute läge es ja nahe, die Urteile mittels EDV zu redigieren und davon die benötigte Anzahl Exemplare auszudrucken, zu unterschreiben und zu stempeln. Damals ging dies einfach nicht, ein Urkundsbeamte musste das Original für jede Ausfertigung abschreiben, auf Übereinstimmung prüfen und danach beglaubigen, dass beide übereinstimmten. Dass Ausfertigungen herzustellen und herauszugeben sind, steht weiterhin im Gesetz.
Was auch noch ungelöst ist, ist das Problem der Langzeitarchivierung. Auf Papier stehende Dokumente sind teilweise viele Jahrhunderte alt und heute noch lesbar. Ob und wie sich elektronische Daten über einen Zeitraum von mehr als ca. 50 Jahre so speichern lassen, dass sie nicht verloren gehen, beschädigt werden und dabei noch lesbar bleiben, ist noch immer ungeklärt. Dabei stellt noch nicht einmal die physische Aufbewahrung das Hauptproblem dar. (Es gibt durchaus sehr solide Datenträger.) Vielmehr ist ungeklärt, welche Codierungen in 50 oder 100 Jahren noch lesbar sind. Allein z. B. frühe Word-Dokumente (z. B. Word 2.0) können heute von vielen Leuten nicht mehr geöffnet werden, weil die von ihnen verwendeten Programme die entsprechenden Dateiformate schlicht nicht mehr implementiert haben.

Zentralschlüssel und Einheitsschlüssel sind ein ebenso leidiges Thema. Von ihnen gibt es verschiedene Arten für eine ganze Reihe von Anwendungen. In Deutschland sind z. B. die meisten Poller, Absperrpfosten, aber z. T. auch Tore an Feuerwehrzufahrten u. dgl. durch genormte Dreikant-Schlösser verriegelt. Entsprechende Dreikant-Schlüssel sind erstens frei im Handel und zweitens wahrlich nicht besonders schwer herzustellen. Grundsätzlich kann also jeder, der einen entsprechenden (nicht schwer zu beschaffenden) Dreikant-Schlüssel hat, überall in Deutschland Poller und Absperrpfosten entfernen, Feuerwehrzufahrten öffnen u. dgl. Bei den Eisenbahngesellschaften wird, zumindest an Fahrzeugen für den grenzüberschreitenden Verkehr, aber durchaus auch bei ortsfesten Anlagen, ein genormter Vierkantschlüssel verwendet. Um entsprechende Schlösser zu bedienen, genügt sogar eine Flachzange. Ein Bekannter macht das sogar mit zwei flachen Schlüsseln, die er gekonnt zusammenpresst.
Die Forstverwaltungen in Niedersachsen, aber auch anderswo in Deutschland verwenden ein genormtes Schloss z. B. an Toren, Sperrbäumen u. dgl. Es handelt sich dabei um ein Buntbartschloss, dessen Schlüssel frei im Handel erhältlich, aber durchaus auch durch einen einfachen Dietrich ersetzbar sind.
Der Beispiele gibt es noch weit mehr. Zugleich zeigen sie aber auch, wo die Probleme bei einem Ersatz der verwendeten Systeme liegen: Zunächst stellt sich einmal die Kostenfrage. Ausnahmslos alle Poller, Absperrpfosten, Tore an Feuerwehrzufahrten usw. in ganz Deutschland von Dreikantschlössern auf ein sichereres System umzustellen, würde enorme Kosten verursachen. Zugleich stellt sich auch das Problem, dass in den meisten Fällen sowohl die Feuerwehr als auch z. B. der Grundeigentümer, Mieter usw. Zugang haben müssten. Wenn ich vor meinem Haus einen Weg habe, der normalerweise nicht befahren werden soll, der aber neben dem (wohl deutlich selteneren) Brandfall etwa auch durch Bauhandwerker, Lieferanten u. dgl. benutzt werden muss, muss ich als Grundeigentümer die Möglichkeit haben, bei Bedarf auch ohne die Feuerwehr diesen Weg freigeben zu können. Das bedeutet, dass es ein System sein müsste, das sowohl eine Art Zentralschlüssel für die Feuerwehr bereit stellt, mit der diese alle Schlösser öffnen kann, aber zugleich einen zweiten, individuellen Schlüssel für die einzelnen Berechtigten jedes Grundstücks umfasst. Das wäre dann eine Art Hauptschlüsselanlage mit sehr vielen Einzelschlüsseln und einem Hauptschlüssel für die Feuerwehr. Mit mechanischer Schlosstechnik ist dies in den notwendigen Stückzahlen nicht mehr zu leisten, da müsste dann wohl ein elektronisch codiertes System verwendet werden, was die Kosten noch weiter hoch triebe. Der Hauptschlüssel müsste dann auch so gesichert sein, dass er selbst bei Verlust nicht missbraucht werden kann usw. Neben finanziellen stellen sich also vor allem technische, organisatorische und logistische Herausforderungen, die nicht unterschätzt werden dürfen.
Daher wird zwar von Zeit zu Zeit immer wieder über das eine oder andere Zentral- bzw. Einheitsschlüssel-System geklagt, ernsthafte Bestrebungen zu einer Veränderung sind hingegen bisher nicht aufgetreten, zumal sich der Missbrauch solcher Systeme offenbar in so engen Grenzen hält, dass kein Schadens- oder Leidensdruck zu solchen Bestrebungen führte.
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Re: Der NDR klärt auf: Staatliche Unterbringung mit Busreisen
« Antwort #3 am: 14. November 2018, 19:21:23 »
Also zumindest hier bei uns gibt es für die Feuerwehr die sogenannte B-Schließung. Die Feuerwehr hat den  Hauptschlüssel und es gibt nur eine Unterschliessung für den Betreiber.
 
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Offline BlueOcean

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Re: Der NDR klärt auf: Staatliche Unterbringung mit Busreisen
« Antwort #4 am: 15. November 2018, 02:58:35 »
Die Urteilsaufbewahrung auf Papier dürfte wenig Platz verschlingen; das Problem sind eher die Akten und deren heutzutage unzählige Komplettkopien. Bei mir hat ein einfaches Verfahren mit zwei Verhandlungstagen einen ganzen Aktenordner mit Papier gefüllt (und selbstredend hatten alle anderen Verfahrensbeteiligten auch so viel Papier). Da könnte sehr viel digital eingespart werden; aber nur wenn es "von oben" verordnet wird, so dass alle ein einheitliches Verfahren nutzen.

Zur sicheren Langzeitarchivierung empfehlen sich Mikrofilme, die mittlerweile 500 Jahre haltbar sein sollen und prinzipbedingt lesbar bleiben. Theoretisch wären dafür nutzbare Maschinen sogar schon vorhanden. Viele Archive stellen nämlich derzeit (wegen der Zugreifbarkeit) von Mikrofilmen auf digitalen Medien um.
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Offline dtx

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Re: Der NDR klärt auf: Staatliche Unterbringung mit Busreisen
« Antwort #5 am: 15. November 2018, 18:05:04 »
Was auch noch ungelöst ist, ist das Problem der Langzeitarchivierung. Auf Papier stehende Dokumente sind teilweise viele Jahrhunderte alt und heute noch lesbar.

Das stimmt zwar, trifft aber vor allem auf die traditionell hergestellten Papiere zu. Seit dem vorletzten Jahrhundert kann man das nicht mehr so stehen lassen: https://de.wikipedia.org/wiki/Papierzerfall

Ob und wie sich elektronische Daten über einen Zeitraum von mehr als ca. 50 Jahre so speichern lassen, dass sie nicht verloren gehen, beschädigt werden und dabei noch lesbar bleiben, ist noch immer ungeklärt. Dabei stellt noch nicht einmal die physische Aufbewahrung das Hauptproblem dar. (Es gibt durchaus sehr solide Datenträger.)

Die Datenträger sind das eine, die zum Lesen nötigen Laufwerke das andere. Wer hat denn noch ein 3,5"-FDD-Laufwerk in seinem Rechner, von 5,25" oder 8" ganz zu schweigen? Und wenn schon ... Sobald die Kondensatoren auf der Hauptplatine hochgehen, will sie keiner mehr auslöten. Und dann stehst Du mit einem vielleicht noch funktionierenden Laufwerk da und hast nichts mehr, wo Du es anschließen könntest.
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Re: Der NDR klärt auf: Staatliche Unterbringung mit Busreisen
« Antwort #6 am: 15. November 2018, 18:53:32 »
Off-Topic:
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Ich überlege die ganze Zeit, was das alles mit dem Niederrheiner zu tun haben könnte?
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Re: Der NDR klärt auf: Staatliche Unterbringung mit Busreisen
« Antwort #7 am: 15. November 2018, 20:41:56 »
Off-Topic:
Oh Mann!
Ich bin doch schon zu lange hier!
Ich überlege die ganze Zeit, was das alles mit dem Niederrheiner zu tun haben könnte?
:facepalm:

Das war bei mir anfangs genau so. Bis ich merkte: dieser NDR ist der Norddeutsche Rundfunk.

Aber es irritiert immer noch wenn man die Seite der ungelesenen Beiträge aufruft.

Bitte Threadtitel ändern in "Der Norddeutsche Rundfunk klärt auf".

Wenn der Hirntod wirklich ein Zeichen für das Lebensende wäre,
dann müsste man bei uns ganze Bevölkerungsgruppen begraben.

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Re: Der NDR klärt auf: Staatliche Unterbringung mit Busreisen
« Antwort #8 am: 16. November 2018, 20:57:35 »
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Re: Der NDR klärt auf: Staatliche Unterbringung mit Busreisen
« Antwort #9 am: 17. November 2018, 09:16:59 »
Wobei der andere NDR ja auch "aufklärt" ... ;D
 

Offline dtx

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Re: Der NDR klärt auf: Staatliche Unterbringung mit Busreisen
« Antwort #10 am: 19. November 2018, 22:52:32 »
Speziell für unsere Klientel:

Zitat
45 Min - Rentner hinter Gittern
Dokumentation

Montag, 28. Oktober 2013

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/sendung79240.html

Spoiler
45 Min - Rentner hinter Gittern
Dokumentation

Montag, 28. Oktober 2013, 22:15 bis 23:00 Uhr

Hohe Mauern, Stacheldraht, Gitterstäbe. Im Knast sitzen Verbrecher, vor denen die Gesellschaft geschützt werden soll. Das Gefängnis ist eine eigene Welt, hart und oft rücksichtslos. Doch was passiert eigentlich, wenn alte Menschen ins Gefängnis müssen? Die Gesamtzahl aller Straftaten in Deutschland ist zwar rückläufig. Der Anteil der Tatverdächtigen, die über 60 Jahre alt sind, aber nimmt zu.

Hans C. klammert sich an den Rollator und blickt aus dem Fenster seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Lingen-Damaschke. Der 70-jährige Diabetiker hat einen Herzinfarkt hinter sich, ein Bein musste ihm amputiert werden. Hans C. sitzt wegen Betrug und Steuerhinterziehung. Gebrechliche Gefangene wie er kämen in normalen Gefängnissen nicht zurecht - für den Strafvollzug eine wachsende Herausforderung. "Die Deutschen werden immer älter, auch die Zahl der Gefangenen im Rentenalter steigt", so Helmut Krone, der stellvertretende Anstaltsleiter. "Wir haben hier im Krankenhaus unserer JVA eine 'Langliegeabteilung". Da sind inzwischen gebrechliche und demente Gefangene untergebracht, die eigentlich in ein Pflegeheim gehören würden."

In Detmold hat die Gefängnisleitung reagiert und eine spezielle Station aufgebaut, die sogenannte Lebensälterenabteilung. Inzwischen führt man dort eine lange Warteliste, denn die wenigen Plätze für alte Gefangene sind begehrt. Wer hier Ärger macht, kommt zurück in den normalen Vollzug. Und dort geht es für die Alten oft ungemütlich zu: "Im Knast herrscht eine strenge Hierarchie", so Justizvollzugsbeamtin Karin Ludewig. "Da kommen die Alten nicht nur beim Fußballspielen schnell unter die Räder." Vor allem die sogenannten Ersttäter im hohen Alter, gebrechlich und ohne Gefängniserfahrung, haben massive Probleme in den großen Haftanstalten, werden ausgenutzt oder gedemütigt.

Doch selbst in der neuen Seniorenabteilung in Detmold geht es nicht ohne Startschwierigkeiten ab, auch für Gefangene, die schon sehr lange sitzen, so wie Jürgen W.: "Ich bin Bankräuber und muss hier mit Vergewaltigern zusammen sitzen", so der 60-Jährige empört. "Im normalen Knast wären die so klein mit Hut, aber hier reißen die ihre Klappe ganz weit auf. Weil sie wissen, dass in dieser Abteilung keiner Ärger machen und zurück in den normalen Vollzug will."

Die Reporter Carsten Rau und Hauke Wendler begleiten drei alte Straftäter in der Haft und nach der Entlassung. Wie geht man mit Gefangenen um, die eigentlich einen Altenpfleger bräuchten? Wie bereitet man Menschen auf die Freiheit vor, die für Jahrzehnte eingesperrt waren? Wo kriegt ein entlassener Sicherungsverwahrter eine Wohnung und neue Zähne her?

Autor         Hauke Wendler
Regie        Carsten Rau
Autor         Carsten Rau
Redaktion  Barbara Denz
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Ich laß diesmal die Direkteinbindung weg, weil das Bild daraus (eines inzwischen Entlassenen) nicht paßt:
https://www.youtube.com/watch?v=QXlNtUNoTiw
« Letzte Änderung: 19. November 2018, 23:06:06 von dtx »
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