Damit sind wir wieder am Anfang: “Wer hat die Studie nochmal bezahlt?”
Ich halte diese Frage für unseriös und ein wenig in Richtung Kundschaftsniveau gehend. Fast alle pharmakologische Studien werden von "BigPharma" bezahlt und genau deshalb wollen sie die entwickelten Wirkstoffe (nach Nachweis der Wirksamkeit) "versilbern" lassen. Ist halt Marktwirtschaft.
Eine Studie sollte nicht aufgrund ihrer Finanzierung, sondern aufgrund ihres Studiendesigns, Durchführung, Auswertung und Ergebnisinterpretation bewertet werden. Das ist natürlich deutlich schwieriger und aufwendiger, als zu raunen: "Wer hat eigentlich die Studie bezahlt? Warum sollte ich die Hand beissen, die mich füttert?"
Der bayerischen Studie könnte man höchstens vorwerfen, dass man sie überhaupt probiert hat, weil man nicht belegen, dass man etwas völlig anderes untersucht, als es schon andere, gute Studien gemacht haben. Warum sollte man erneut untersuchen, was andere schon als "nicht positiv"* (Wirksamkeitsnachweis) bewertet haben? Welcher neue Wirkmechanismus, der einen anderen Ausgang vermuten lassen könnte, stand im Fokus? Da war nichts, also war die Studie diesbezüglich Quatsch. Bei den 240 geplanten Teilnehmern wäre (sehr wahrscheinlich) jedoch eine schwer zu ignorierender fehlende Wirksamkeit über ein Placebo hinaus zu beobachten gewesen.
Wenn Hevert Studien "verschwinden" (machen sie nicht, aber sie veröffentlichen sie halt nicht), dann möchte ich daran erinnern, dass es halt gängige Praxis war. Seit einigen Jahren müssen medizinische Studien jedoch registriert werden und dann auch eine Veröffentlichung erfolgen, d. h. die Ergebnisse fallen nicht mehr komplett unter den Tisch. Ich weiß jedoch nicht, ob das nur für "BigPharma" und echte Wirkstoffe gilt.
* Ich möchte durch die Formulierung verhindern, dass man auf die Idee kommt, die "Nichtwirksamkeit" zu beweisen. Es wird stets nach der Wirksamkeit gesucht, der Beleg eines Effekts.