Autor Thema: Von einem der auszog ein Reichsdepp zu werden  (Gelesen 8899 mal)

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Re: Von einem der auszog ein Reichsdepp zu werden
« Antwort #75 am: 13. Mai 2018, 11:47:42 »
Auch von mir ein herzliches Dankeschön und 1000 Küsse zurück  :bounce:

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Re: Von einem der auszog ein Reichsdepp zu werden
« Antwort #78 am: 22. Mai 2018, 17:28:20 »
Der Heuchler

Peter?
Bist du es?

Scheint als wenn der gute Tobias ins Schwarze getroffen hat
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Offline Der viereckige Trompeter

Re: Von einem der auszog ein Reichsdepp zu werden
« Antwort #79 am: 22. Mai 2018, 17:38:29 »
Der Heuchler

Hast du für diese Behauptung auch eine Begründung oder willst du einfach nur einen Karma-Negativrekord aufstellen?


 
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Re: Von einem der auszog ein Reichsdepp zu werden
« Antwort #80 am: 23. Mai 2018, 14:38:57 »
@Der viereckige Trompeter Da muss er aber noch ein paar dämliche Kommentare nachlegen. Ein eifriger Mitbewerber hat -55.  :whistle:
 
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Re: Von einem der auszog ein Reichsdepp zu werden
« Antwort #81 am: 23. Mai 2018, 14:40:43 »
@Der viereckige Trompeter Da muss er aber noch ein paar dämliche Kommentare nachlegen. Ein eifriger Mitbewerber hat -55.  :whistle:

Wenn du unseren letzten Troll R.L. meinst, der hat alktuell -62.
Sebastian Leber über Rüdi: Hoffmanns Beweisführung ist, freundlich ausgedrückt, unorthodox. Es geht in seinen Filmen drunter und drüber wie bei einem Diavortrag, bei dem der Vortragende kurz vor Beginn ausgerutscht ist und alle Dias wild durcheinander auf den Boden flogen.
 
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Re: Von einem der auszog ein Reichsdepp zu werden
« Antwort #82 am: 5. Juni 2018, 12:34:40 »
Es gibt weitere Lesungen mit Tobias Ginsburg in Sachsen, organisiert von der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.
Veranstaltungsorte sind Dresden (19.06.), Bautzen (20.06.) und Chemnitz. Eine Anmeldung ist erforderlich und muss bis zum 15.06. erfolgen, siehe dazu die Einzellinks zu den Veranstaltungen. Das ganze ist kostenfrei.
Sebastian Leber über Rüdi: Hoffmanns Beweisführung ist, freundlich ausgedrückt, unorthodox. Es geht in seinen Filmen drunter und drüber wie bei einem Diavortrag, bei dem der Vortragende kurz vor Beginn ausgerutscht ist und alle Dias wild durcheinander auf den Boden flogen.
 
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Re: Von einem der auszog ein Reichsdepp zu werden
« Antwort #83 am: 18. Juni 2018, 09:40:59 »
Zur Lesung in Kandel ein Bericht.

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Leserbrief zur Lesung von Tobias Ginsburg: „Entlarvend gut beschrieben“
18. Juni 2018 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Leserbriefe und Kommentare

Das Bündnis „Wir sind Kandel“ organisierte vom 7. – 16.06.18 eine Themenwoche unter dem Titel „Aktiv für die offene Gesellschaft“. Die Veranstalter dürften mit dem Zuspruch bei den Veranstaltungen sehr zufrieden sein.

Mit großem Interesse und einer ausgeprägten Vorfreude bin ich am vergangenen Freitag, den 15.6., erneut nach Kandel gefahren. Angekündigt war der Autor Tobias Ginsburg, der aus seiner Dokumentation „Die Reise ins Reich – Unter Reichsbürgern“ lesen sollte.

Die Reichsbürger waren auch Bestandteil eines Vortrags, den ich gemeinsam mit einem Kollegen bei der Auftaktveranstaltung der Themenwoche am 07.06. halten durfte.

Was ich mich im Vorfeld fragte: „Wie wird der Autor die Reichsbürger beschreiben, diese einordnen? Wird er zu grundlegend anderen Einschätzungen und Bewertungen kommen, als ich und mein Kollege?“

Gegen 20 Uhr waren die Stuhlreihen in der Stadtbücherei bereits nahezu vollständig belegt und es kamen immer noch Menschen, die wie ich an dem Thema interessiert waren. Wenige Minuten nach zwanzig Uhr ging es dann los.

Glücklicherweise lief die Klimaanlage. Körper und Geist fühlten sich, obschon des schwierigen Themas, gut an. Nach den obligatorischen Begrüßungsreden durch eine Vertreterin von „Wir sind Kandel“ und der Leiterin der Bücherei ergriff Tobias Ginsburg das Wort.

„Die Kaperung des vermeintlichen Mordes (durch Rechte) seien eine Katastrophe für Kandel“, war einer der ersten Sätze, die der Autor sprach und der mir besonders gut im Gedächtnis geblieben ist.

Er sprach mir aus der Seele, als er begann zu erläutern, wer oder was denn Reichsbürger überhaupt sind. Denn dies ist alles andere als einfach zu fassen und ungefährlich sind diese Leute schon gar nicht.

Tobias Ginsburg erläuterte, dass man in dieser Szene bspw. Menschen findet, die fest daran glauben, dass die BRD eine GmbH sei und folglich den Personalausweis (Ausweis für das GmbH-Personal) ablehnen. Stattdessen besorgt man sich bei Behörden einen „gelben Schein“, der die Staatszugehörigkeit zum deutschen Reich stand 1913 bestätigt.

Andere Mitglieder von Reichsbürger-Gruppierungen folgen diversen Verschwörungstheorien, z.B. der über 9/11., oder sind felsenfest davon überzeugt, dass die NWO (New World Order) der Gegner, das Böse schlechthin, sei, also das internationale Großkapital, westliche Marionetten-Regierungen, die Juden und alle, die nicht so ticken wie sie, die Reichsbürger.

Andere wiederum glauben, dass z.B. unsere Bundesregierung durch den CIA fremdgesteuert sei und dies alleinig aus dem Zweck den großen Austausch, die Umvolkung, zu vollziehen. Sprich die weiße, mehrheitlich christliche Bevölkerung durch Menschen zu ersetzen die u.a. den Islam als Religion gewählt haben, Araber oder Afrikaner sind und so noch einiges mehr.

Die Systemmedien, die Lügenpresse, gehören auch zum Feindbild. „Total irre.“, dachte ich mir. Der Autor äußerste sich in ähnlicher Weise, was mich sehr beruhigte.

Dann erzählte Tobias Ginsburg, der 2017 rund 9 Monate undercover in der Reichsbürger-Szene verbrachte, über seine Erfahrungen in einem Königreich. Eines hatte ich bei meinen Recherchen zum Thema bereits gelernt: Reichsbürger, die unsere freiheitlich demokratische Grundordnung pauschal ablehnen, tendieren gerne dazu ihre eigenen „Reiche“ zu gründen.

Ein solches Reich kann dann auch schon Mal eine 2,5 Zimmer-Wohnung sein oder das Einfamilienhaus des Reichsbürgers. Wiederum andere gründen gleich ein Königreich und erwerben hierzu mit Spendengeldern ein ehemaliges Krankenhaus. So geschehen in Wittenberg. Der selbsternannte König und Imperator, Peter Fitzek, sitzt nun, verurteilt wegen diverser Delikte, hinter Gittern, wusste der Autor zu berichten.

Tobias Ginsburg lernte während seiner „Querfront-Reise“ den Dauer-Demoanmelder in Kandel Marco Kurz kennen. Marco Kurz war damals noch voll und ganz mit seinem inzwischen gescheiterten Projekt „Marsch 2017“ beschäftigt und extrem bemüht die bundesweite Vernetzung voran zu treiben und eine Taktik zu finden, um die Bundesregierung zu stürzen.

In seinem Buch schreibt der Autor über ein konspiratives Treffen in Kassel, zu dem Kurz eingeladen hatte und welche Menschen er dorthin mobilisiert hatte. Zimperlich war Marco Kurz bei seiner Auswahl nicht, so der Autor, vom gewaltbereiten Anarchisten, über vegane, esoterische Verschwörungstheoretiker bis hin zu einem ehemals für das öffentlich-rechtliche Fernsehen arbeitenden Reporter und furchteinflößend wirkenden „Männern aus einem Dorf“ war so ziemlich alles vertreten, was man sich vorstellen könne.

Ich atmete tief durch und sagte zu mir selbst „Schau an, genau das was du auch herausgefunden hast. Mit u.a. solchen Leuten zieht Marco Kurz durch Kandel.“

Tobias Ginsburg vertritt die Auffassung, dass es Marco Kurz in Kandel weder um Trauer geht, noch um den Schutz von Frauen und Kindern. Sein einziges Ziel sei es, seine Absichten, die er schon mit dem Marsch 2017 versuchte umzusetzen, jetzt unter neuem Deckmantel und einer perfiden Taktik zu realisieren.

Einer Taktik, mit der versucht wird, mit reichsbürger-typischen Verschwörungstheorien gepaart mit Hetz- und Hasspropaganda, die sich ausschließlich auf Gewaltverbrechen begangen durch zu uns Geflüchtete, fokussiert.

Ich vermute dahinter ein Geschäftsmodell, welches mir so gar nicht gefällt, da demokratiefeindlich, gesellschafts-spaltend, unnötig – kann weg. Parolen wie „Merkel muss weg, Poß und Tielebörger müssen weg“, fielen mir in diesem Zusammenhang und wie ich sie seit Januar 2018 mehrfach in Kandel hören musste ein.

In seinem Buch beschreibt Ginsburg auch was der völkische Flügel der AfD mit Reichsbürgern zu tun hat. Welche AfD-Politiker er bei seiner Reise ins Reich getroffen hat und welche Reichsbürger-Thesen diese vertreten. Einer dieser AfD-Politiker sitzt nun im Bundestag und leitet den Haushaltsausschuss. Auch dies deckt sich mit meinen Beobachtungen, erinnerte ich an diesem Abend.

Bis zu dieser Stelle war der Leseabend bereits schon sehr erkenntnisreich gewesen, für mich und die etwa gut 70 BesucherInnen in der Stadtbücherei.

Während der Diskussionsrunde kamen noch jede Menge an weiteren Informationen hinzu und es wurden sehr viele Fragen gestellt. Ein Besucher fragte, ob denn das Finanzamt nicht genau hinschauen würde, wenn Leute wie Marco Kurz Spenden sammeln würden. Der Autor antwortete, dass dies natürlich eine berechtigte Frage sei, über die sich die zuständigen Stellen kümmern müssten.

(…)

Welche Empfehlungen der Autor geben könne, um die rechten Aufzüge in Kandel abzustellen, fragte eine andere Person. Ginsburg sagte, er könne hier keine konkreten Ratschläge geben. Richtig und wichtig findet er, solche Themenwochen oder andere Formate zu wählen, um die MitbürgerInnen weiter zu informieren und zu sensibilisieren. Auch der Protest auf der Straße sei legitim.

Spontan fiel mir der Spruch „Kein Fußbreit den Faschisten“ ein und wie sehr auch ich solche Veranstaltungen für eine bunte und offene Gesellschaft schätze.

Ungeheuerlich finde ich, als Tobias Ginsburg darüber berichtete, was im Vorfeld der Autorenlesung seitens der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ erfolgt ist.

Die Zeitung hatte Passagen aus seinem Buch an „Rechte“ geschickt und um Kommentar gebeten. Das dies weder journalistisch verantwortlich war, noch irgendwie sonst vernünftig erklärbar ist, liegt auf der Hand. Der Autor kommentierte dies sarkastisch mit „Danke, liebe Rheinpfalz“.

Um 22:15 Uhr war die Veranstaltung, bei der erneut Störer versuchten, diese zu besuchen, aber von OrdnerInnen zielorientiert abgewiesen wurden, zu einem Ende gelangt. In Kandel wollte oder konnte Tobias Ginsburg nicht übernachten. Unter Personenschutz wurde er zu seinem Auto begleitet. „Danke Rheinpfalz“, dachte ich mir später.

Mit vielen Gedanken im Kopf begab ich mich auf die Heimfahrt. Gedanken, die die meisten BesucherInnen an diesem späten Freitagabend auch mit nach Hause genommen haben dürften.

Ich habe mir das Buch von Tobias Ginsburg in Kandel gekauft. Was ich bislang lesen konnte, war sehr spannend. Definitiv war es kein Fehlkauf, den ich getätigt habe.

Christian Ratz

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https://www.pfalz-express.de/leserbrief-zur-lesung-von-tobias-ginsburg-entlarvend-gut-beschrieben/
 
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Re: Von einem der auszog ein Reichsdepp zu werden
« Antwort #84 am: 12. Oktober 2018, 10:30:41 »
Tobias hält einen Vortrag bei der VHS in Großenhain. Erstaunlich, ist die VHS doch für Esotheriker, Chemtrailgläubige und andere VTler oft der Einstieg ins Milieu. Wenn ich mich nicht ganz falsch erinnere gab es auch schon VHSen bei denen Kurse von "Reichsbürgern" angeboten wurden.

Zitat
Aber auch das Thema Reichsbürger wird in Ihrem neuen Quartals-Programm angeboten.

Ja, das gehört zur Reihe „Kontrovers vor Ort“, die wir in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung anbieten. Tobias Ginsburg – ein Journalist, der sich in die Reichsbürger-Szene eingeschlichen hat – referiert dazu am 26. Oktober in Großenhain. Das Thema ist sehr aktuell: Thiendorf ist nicht weit weg.

Sie sprechen damit die Razzia bei einem mutmaßlichen Reichsbürger in Thiendorf Ende September an. Haben Sie da nicht Angst vor Störungen?

Aufgrund anderer Veranstaltungen in anderen Landkreisen wird es besondere Sicherheitsvorkehrungen geben. Die Veranstaltung kann nur nach vorheriger Anmeldung besucht werden, und vor Ort wird es einen Wachschutz geben.

Sind weitere dieser kontroversen Veranstaltungen geplant?

Ja, 2019 wird es weitere Veranstaltungen geben. Dabei kann es um Themen wie Fake News, Diskussionskultur oder Politik gehen. Das hat aber nichts mit Staatsbürgerkunde zu tun, wo uns jemand erklärt, was richtig ist. Uns geht es darum, Meinungen zuzulassen. Die Veranstaltungen sind immer kostenfrei. Denn für politische Bildung Eintritt zu verlangen, ist Quatsch. Wir verstehen das als unsere gesellschaftliche Aufgabe.
https://www.sz-online.de/nachrichten/wir-machen-keine-staatsbuergerkunde-4030263.html
 
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Re: Von einem der auszog ein Reichsdepp zu werden
« Antwort #85 am: 12. Oktober 2018, 11:32:24 »
Erstaunlich, ist die VHS doch für Esotheriker, Chemtrailgläubige und andere VTler oft der Einstieg ins Milieu. Wenn ich mich nicht ganz falsch erinnere gab es auch schon VHSen bei denen Kurse von "Reichsbürgern" angeboten wurden.

Bei der VHS bekommst  Du ein Potpourri aus allem Möglichen und Unmöglichen.
Jeder, der eine Idee hat, kann sich dort melden und seinen "Kurs", Infoabend etc. anbieten.
Und oft sitzen da Leute, die schlimmstenfalls irgendeinen/jeden Schwachsinn aktiv fördern, ihn "bestenfalls" nicht erkennen oder denen es völlig egal ist, wenn Schwachsinn angeboten wird, solange die Beteiligung "passt"!
Zyniker, der - Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung Dinge sieht, wie sie sind, statt wie sie sein sollten.
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Re: Von einem der auszog ein Reichsdepp zu werden
« Antwort #86 am: 16. Oktober 2018, 14:36:36 »
Tobias tritt am Sonntag in Görlitz auf

https://www.sz-online.de/nachrichten/allein-unter-reichsbuergern-4032822.html

Wenn ich mir das Datum des Artikels ansehe, so ist der wohl verfrüht veröffentlicht worden...


Am 24. tritt er dann in Werdau auf

https://www.blick.de/westsachsen/autor-beleuchtet-die-reichsbuerger-szene-artikel10338350

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Ein Einlass ohne Anmeldung bei der entgeltfreien Veranstaltung ist leider nicht möglich, teilt die Volkshochschule abschließend mit.
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Re: Von einem der auszog ein Reichsdepp zu werden
« Antwort #87 am: 23. Oktober 2019, 20:01:56 »
Ein schöner Artikel von Tobias zu "Bernd" und seinem "Enkeltrick".

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Rechtsextremer Terroranschlag in Halle
Höckes Enkeltrick

Während die Nachrichten aus Halle auf dem Smartphone unseres Autors eintrudelten, war er bei einem AfD-Familienfest mit Björn Höcke.

Als Björn Höcke endlich die Bühne betritt, ist der Terroranschlag von Halle bereits vorbei. Zwei Menschen sind tot. Eine Holztür hat das große Massaker verhindert.

Ich weiß nicht, ob die durchnässten Menschen im thüringischen Mühlhausen von dem Attentat wissen. Während ich alle zwei Minuten mein Handy zittrig aus der Tasche krame, mich dabei frage, warum ich Jom Kippur an so einem beschissenen Ort verbringe und nicht bei meiner Familie bin, stehen die Leute um mich herum ganz friedselig beisammen.

Es sind vor allem gutgelaunte Rentner und Kleinbürger, dazwischen ein paar fröhliche Neonazis, die das AfD-Familienfest besuchen. Geduldig wartet man hier auf Björn Höckes Auftritt, trinkt Bier und Glühwein, schunkelt sanft zu volkstümlicher Schlagermusik, vorgetragen von zwei dauergrinsenden Musikern in Trachten, und wann immer ein neuer Regenschauer herabschüttet, flüchtet man unter die Zelte.

Und die grinsende Kapelle greift beherzt in die Schlagerkiste: „Tiefe Spuren in unsren Herzen, tausend Sünden im Gesicht / Die nächsten hundert Jahre, die liegen noch vor uns / Wir sind alle noch am Leben!“
Halb so schlimm

Der jung ergraute Kerl knurrt genervt auf, als ich ihn nach dem Attentat in Halle frage. „Waren sicher wieder die Goldstücke“, sagt er und meint damit Geflüchtete. „Aber eine Dönerbude wurde auch zusammengeschossen.“ Der graue Kerl zuckt mit den breiten Schultern: „Kennen wir doch schon alles.“

Es ist gar nicht so einfach Menschen mit Terroranschlägen noch zu beeindrucken. Sicherlich, in der Welt meines Smartphones, bevölkert von linksliberalen, antirassistischen und nicht zuletzt jüdischen Stimmen, da sitzt der Schock tief. Da erkennt man die Zäsur: Ein Nazi hat in Deutschland versucht, ein Blutbad in einer Synagoge anzurichten. Aber hier auf dem Mühlhäuser Untermarkt, gleich vor der schönen gotischen Kirche, da klingt das alles nur halb so schlimm.

„Wie viele Tote denn?“, fragt mich die alte Frau mit Bratwurst, als ich sie anspreche. „Mindestens zwei“, antworte ich. „Ah, ah ja“, sagt sie, nickt freundlich, und wir wissen beide nicht, wie wir das Gespräch noch fortsetzen können. Was kann man dieser Frau sagen? Was kann man sagen, was tun nach so einer Tat?

Gut, da sind zunächst die Floskeln. Wir müssen gegen rechts sein. Noch mehr! Und gegen jeden Antisemitismus! Wir stehen unteilbar! Wir sind mehr! Nie wieder! Keinen Millimeter nach rechts! Rassismus, pfui Spinne! Und so fort.
Anständige Floskeln

Gefordert wird das von den Anständigen, gehört von anderen Anständigen. Die Unanständigen lesen derweil unanständige Texte, in denen abgefuckte AfD-Politiker den Mörder als unpolitischen Geisteskranken darstellen. Und dann sind da noch all jene, die einfach nur weiterhin auf Familienfesten in ihre Bratwurst beißen wollen. Die einen Scheiß auf gutgemeinte Floskeln geben. Sich nicht angesprochen fühlen.

Klar erfüllen die Floskeln trotzdem einen Zweck. Sie sind beruhigende, kollektive Mantras: Die offene, pluralistische Gesellschaft ist noch lange nicht verloren. Und es liegt in der Natur des Mantras, dass man es wiederholt – und in der Natur des Menschen, sich im Moment der Hilflosigkeit Mut zuzusprechen. Sicher, man kann auch zusätzlich noch ein konsequentes Vorgehen gegen die rechte Szene verlangen.

Aber haben wir das nicht schon nach den NSU-Morden verlangt? Nach der Nordkreuz-Todesliste, nach Franco A., nach dem Mord an Walter Lübcke? Oder nach 1945? Es ist gar nicht so einfach, sich nach so einer Tat wieder Mut zu machen.

Höcke nun wiederum gelingt das Mutmachen ganz hervorragend. Er macht seinem begeistertem Publikum Mut im Kampf gegen das verlogene Establishment, gegen Zuwanderung und Multikulti. Mut, sich von Kollegen, Freunden, Enkelkindern als Rassist beschimpfen zu lassen. Mut, trotzdem die AfD zu wählen.
Eine unappetitliche Aufzählung

Und dann äußert er sich auch zu Halle. Das muss er auch. Es ist bereits 17 Uhr, es nieselt, einige Zuschauer haben sich in Deutschlandflaggen mit dem Schriftzug „Wir sind das Volk“ gehüllt, im Hintergrund kreischen die Trillerpfeifen der Gegendemonstration. Die Bluttat liegt Stunden zurück, und die Pressemitteilungen laufen heiß.

Höcke setzt den Anschlag in eine Reihe mit anderen Gewalttaten, die allesamt von Nichtdeutschen begangen wurden: Mit dem Jungen, der in Frankfurt vor einen ICE gestoßen wurde, mit dem Syrer, der zwei Tage zuvor in Limburg mit einem Lastwagen mehrere Autos gerammt hatte. „Und heute hören wir von einem Terroranschlag auf eine jüdische Gemeinde in Halle und wir fragen uns als AfD: Was ist in diesem Land los?“

Eine unappetitliche Aufzählung, eine heuchlerische Frage, erst recht aus dem Mund von Höcke: einem Faschisten, der seine geschichtsrevi­sio­nis­tischen und rassistischen Verbal­exzesse mit ritterhafter Mannhaftigkeit und dunkelbrauner Nostalgie performt. Aber dieser Höcke ist an diesem Tag nur bedingt anzutreffen. Wie schon am Vortag in Apolda steht vor mir ein taktierender Wahlkämpfer, ein schmalbrüstiger Kerl mit brav frisiertem Scheitel.

Der, so scheint es, sich Mühe gibt, nicht allzu laut zu werden. Der sich als unschuldiges Opfer des Establishments geriert. Zwar hebt für ein paar Sätze zum Crescendo an und goebbelt herum, aber gleich darauf entschuldigt er sich artig dafür: „Entschuldigen Sie, an dieser Stelle werde ich einfach immer so emotional.“
Drei Menschen in einem Bus, in dem die Menschen aus der Synagoge evakuiert wurden

Und wann immer er seine Verschwörungstheorien kundtut – sei es über den organisierten Wahlbetrug der antideutschen Kartellparteien oder über den jüdischen Milliardär George Soros, der für Antisemiten schon lange als Oberbösewicht herhalten muss –, danach setzt Höcke einen harmlosen Hundeblick auf: „Ich will hier aber keine Verschwörungstheorien nähren.“

Und nährt auch schon die nächste. Denn Halle und all die Gewalt auf deutschem Boden sei das Ergebnis eines „Verrohungszustandes“ und „dieser Zustand ist von Menschen, in Klammern: Politikern, gewollt und gemacht!“ Teil eines düsteren Komplotts. Der Mörder von Halle glaubte sich auch im Krieg mit einer solchen Verschwörung. Höcke guckt jetzt wie ein niedlicher Schäfer­hundwelpe in sein applaudierendes Wahlvolk.

Es ist eine Art Enkeltrick. Klar, die anwesenden Rassisten und Nazis bekommen all das zu hören, wofür sie gekommen sind, aber für die Rentner mimt Björn den netten Enkel. Und er bittet nicht einmal um Kreditkarte und Sicherheitscode, alles, was er will, ist ihre Stimme. „Wie kann man den Höcke nur als rechtsradikal hinstellen?“, fragte mich eine schwer indignierte Dame beim Bürgerabend in Apolda.

Höcke hat seine Rede beendet und verabschiedet sich, zwei seiner Fans in Thor-Steinar-Hoodies mit Totenkopfprint folgen ihm. „Wo soll Höcke denn rechts sein?“ Man könnte lachen über die Apoldanerin, aber das wäre wohlfeil. Diese Frau versteht sich nicht als rechts oder rassistisch, denn durch die Mantras der Anständigen weiß sie bloß, dass Rechts- und Rassistischsein unanständig und moralisch falsch ist. Und sie nimmt sich weder als das eine noch als das andere wahr.
Vergessen, was die Großeltern geglaubt haben

Nur dann kann der AfD-Enkeltrick gelingen. Wenn man vergisst, an was genau die Großeltern vor 1945 so geglaubt haben. Und man vergisst das nicht nur in der thüringischen Provinz.

Seit anderthalb Jahren reise ich als Referent zu Rechtsextremismus und Antisemitismus durch Deutschland. Und egal wo ich bin – in der Hauptschule oder im Uni-Hörsaal, im hinterletzten sächsischen Dörfchen oder im hippen Großstadtviertel –, die Grundlagen rechtsextremen Denkens sind den meisten völlig fremd.

Wie sollte es auch anders sein? In der Schule liest man „Die Welle“, schaut einen kitschig-schaurigen KZ-Film, lernt Jahreszahlen – und beschwert sich hinterher, dass dieses doofe Dritte Reich und die lästige Ermordung der europäischen Juden viel zu viel durchgekaut wurde. Aber wie ein Rassist seinen Rassismus begründet, wie der Antisemit seinen Judenhass legitimiert, wo die Attraktivität solcher Vorstellungen liegt, damit beschäftigt man sich nicht.

Und Verschwörungstheorien findet man kurios und ein bisschen putzig. Die kennt man aus Fernsehbeiträgen, bei denen man sich vor armen Irren und wirren Esoterikern gruseln kann. Dass dieselben Verschwörungstheorien in Deutschland mal Konsens waren, dass sie in der rechtsextremen Szene mit religiösem Eifer geglaubt werden, dass sie Terroristen zu ihren Anschlägen verleiten – das weiß man wiederum nicht.
Kein kruder Mix

Der Mörder von Halle hatte sich zunächst überlegt, ein Massaker in einer Moschee oder einem Antifa-Kulturzentrum anzurichten, aber die Juden, wusste er, stehen eben an der Spitze der großen Verschwörung. Sind verantwortlich für den Niedergang des deutschen Volkes, für den Feminismus, die sinkenden Geburtenraten, den „großen Austausch“. Das sagt er in seinem Video, schreibt es in seinem Anschlagsplan.

„Ein schlecht durchdachter, kruder Mix aus Verschwörungstheorien“, schreibt ein ganz verwunderter Redakteur auf Spiegel Online. Was würde der sich erst wundern, wenn er Hitlers „Mein Kampf“ in die Hände bekäme.

Nein, Nazis haben sich noch nie durch Originalität ausgezeichnet. Das alles ist weder neu noch ein kruder Mix. Es ist schlicht rechtsextreme Ideologie. Und auf dem AfD-Familienfest in Mühlhausen warnt Höcke vor den sinkenden Geburtenraten und dem zerstörten Familienbild, den Linksextremisten und den vielen jungen Afrikanern und Arabern. Gegen die er aber natürlich nichts persönlich hat. Er ist ja kein Rassist.

Er ist nur ein Enkel.
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