Zu der Frage nach der Schulmedizin hier ein schöner passender Artikel https://www.derstandard.de/story/2000109455158/wie-viel-nazi-ideologie-steckt-im-begriff-schulmedizin
Ich denke die Frage von Sandmännchen war weniger nach dem Begriff, sondern warum evidenzbasierte an sich einen schlechten Ruf hat bei diesen Leuten.
Persönliche Meinung:
Es gibt da draußen viele gute - ich habe aber das Gefühl, dass das seit meiner Kindheit und Jugend besser wurde und es früher deutlich mehr Ärzte gab die dem Klischee der arroganten "Halbgötter in Weiss" entsprachen.
Gerade im medizineschen Bereich, den wir hochsensibel wahrnehmen so wir betroffen sind können da wenige für einen schlechten Ruf sorgen und das sehr nachhaltig.
In diesem Zusammenhang habe ich vor einigen Jahren gelesen, dass früher das Thema Betreuung von Patienten deutlich weniger wichtig in der Ausbildung war als heute.
Selbst Janosch Hegedüs, den ich sehr schätze, schafft es manchmal mich zu triggern, wenn er sehr beharrlich darüber spricht, dass man ja immer auch psychologische Ursachen berücksichtigen muss.
Ich selbst kenne dieses Argument jedoch aus der Vergangenheit wo bei einem engen Familienmitglied viele Jahre, viele Arztbesuche und ein hohes Mass an Beharrlichkeit nötig waren um ein CT zu bekommen, der dann zur Diagnose Hirntumor kam.
Zuvor wurden vielfach, trotz sehr präzisier und konstanter Schilderung Symptome (u.a. Schwindel, Desorientierung, ...) als eingebildet abgetan ohne zu untersuchen.
Daher nein Janosch eine Untersuchung auf körperliche Ursachen sollte stets Vorrang haben wo möglich und nicht schädlich, hier könnte wer noch Leben als ein Arzt früher gesagt hätte "könnte neurologisch sein, machen wir mal ein CT", statt es als Einbildung abzutun.
Dagegen bieten die Scharlatane eine scheinbar einfache Lösung, wirken nahbar, empathisch und als ob sie Patienten ernst nehmen.
Auch hier kann ich sagen das ist wirklich so, denn in Rahmen der obig geschilderten Odyssee liessen wir uns auch mal überreden zum Heilpraktiker zu gehen.
Was viel über das Mass der Verzweiflung aussagt, denn meine Familie hielt noch nie viel von solchen Alternativmediziner.
Dieser nahm sich tatsächlich Zeit und nahm die Symptome ernst - jedoch kam auch keine nachvollziehbare Diagnose dabei raus und auch seine Maßnahmen haben keinerlei Verbesserung erzeugt.
Daher kurz gesagt: Ich kann es basierend auf eigenen Erfahrungen nachvollziehen, habe aber keinerlei Verständnis dafür.
Denn Gesundheit ist nicht immer etwas das man einfach und komfortabel lösen kann, das kann nicht der Anspruch sein auch wenn es einem nicht unnötig schwer gemacht werden muss.
Bei einer unbequemen Diagnose, deren Behandlung Zeit und Energie kostet, aber trotzdem keine 100%ig Lösung versprechen kann, zeugt es schon von massiver Verwahrlosung zu jenen zu rennen die einem sagen was man hören möchte.
Auch wenn mancher Mediziner sicher besser darin werden könnte mit solchen Situationen umzugehen.
Am Rande: Für mich war "Schulmedizin" immer ein positiver Begriff, wie er oft verwendet wird habe ich erst gelernt als ich mich mit Verschwörungsideologen befasst habe.
Am Ende ist bei Worten wichtiger wie sie heut verstanden und genutzt wurden und nicht woher sie kommen sowie wie sie mal genutzt wurden - Sprache wandelt sich mit der Zeit und Kultur.