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Parawissenschaften / Re: Tesla, SpaceX, Xai, Hyperloop, Neuralink...
« Letzter Beitrag von Mr. Devious am 19. Mai 2026, 17:39:12 »
Diese blöde Juristerei! Von wegen „verjährt“   ... 

Wie durfte ich mir letzten von einem Arbeitskollegen anhören?

Zitat von: Arbeitskollege
In 6 Jahren wird KI Anwälte ersetzt haben

 :salut: ;D

Da ist schon das deutsche Prozessrecht vor. Stichwort "Vertretungszwang" ab einer bestimmten Instanz (im Zivilrecht: Landgericht).
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Parawissenschaften / Re: Tesla, SpaceX, Xai, Hyperloop, Neuralink...
« Letzter Beitrag von desperado am 19. Mai 2026, 16:56:02 »
Er hat tatsächlich 2 Kündigungen und eine "Übersetzung" eines Schriftsatzes durch KI machen lassen - voller Erfolg, die Kündigungen endeten mit Abfindungszahlungen statt "Geh weg, bleib weg" und bei der "Übersetzung haben die Anwälte gelacht und es ihm nochmal und richtig erklärt... ;D
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Fundsachen (Repertorium des Wahns) / Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Letzter Beitrag von califix am 19. Mai 2026, 14:11:34 »
Da kommt einem immer wieder das Märchen der Gebrüder Grimm vom Fischer und seiner Frau in Erinnerung. Egal wie gut es einem geht, manchen ist es nie genug.
https://www.labbe.de/kinderideen/vom-fischer-und-seiner-frau
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Parawissenschaften / Re: Tesla, SpaceX, Xai, Hyperloop, Neuralink...
« Letzter Beitrag von Rolly am 19. Mai 2026, 14:04:48 »
Und er würde sich auch von einer KI vor Gericht vertreten lassen? Ich würde das lieber nicht tun, aber ich bin ja auch schon alt  :oldtimer:
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Parawissenschaften / Re: Tesla, SpaceX, Xai, Hyperloop, Neuralink...
« Letzter Beitrag von desperado am 19. Mai 2026, 13:54:54 »
Diese blöde Juristerei! Von wegen „verjährt“   ... 

Wie durfte ich mir letzten von einem Arbeitskollegen anhören?

Zitat von: Arbeitskollege
In 6 Jahren wird KI Anwälte ersetzt haben

 :salut: ;D
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Österreich / Re: Martin Sellner - eine Rarität
« Letzter Beitrag von Sandmännchen am 19. Mai 2026, 13:14:19 »
Unsere Verwaltungsgerichte legen das Staatsinteresse typischerweise als sehr nachrangig gegenüber den Rechten eines Sellners aus, und da gibt es innerhalb der EU diese Freizügigkeit. Den inneren Widerspruch einer europäischen nationalen Bewegung sehen wiederum die Rechten gar nicht erst.

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Fundsachen (Repertorium des Wahns) / Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Letzter Beitrag von Sandmännchen am 19. Mai 2026, 13:07:23 »
Diese ganzen großen Hassportale sind auch ein wenig ein Wohlstandsproblem - zusammen mit den ganzen Impf♥♥♥en, Energetikern, Nahrungsmittelergänzungsvertickern, Coachingclowns (es gibt auch welche, die keine Clowns sind!) Da werfen viel zu viele Leute mit Geld nur so um sich, und die Profiteure davon müssen sich nicht mal bücken, um es aufzusammeln.

Wenn das tatsächlich enden sollte, müssen sich die Hassprediger nach einer anderen Tätigkeit umsehen. Aber das sehe ich noch lange nicht.
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Parawissenschaften / Re: Tesla, SpaceX, Xai, Hyperloop, Neuralink...
« Letzter Beitrag von Reichsschlafschaf am 19. Mai 2026, 12:21:25 »
Vielleicht greift Murks ja auf diese seinerzeit bewährte Idee zurück

Der wird es jetzt allen zeigen und das haben sie dann davon!   :o

Diese blöde Juristerei! Von wegen „verjährt“   ...  ???


Zitat
Schlacht um OpenAI: Musk verliert Milliarden-Prozess und attackiert Richterin scharf
Stand: 19.05.2026, 07:33 Uhr

Von: Uli Weißgerber

Elon Musk wollte OpenAI zurück in die gemeinnützige Steinzeit klagen. Die Jury brauchte zwei Stunden, um seine 134-Milliarden-Klage abzuschmettern. Verjährt. Jetzt tobt der Tech-Milliardär auf X.

Kalifornien – 38 Millionen Dollar investiert, 134 Milliarden zurückverlangt – das ist selbst für Silicon-Valley-Verhältnisse eine bemerkenswerte Renditeerwartung. Elon Musk hat seinen Prozess gegen OpenAI und Sam Altman verloren. Die Geschworenen in Oakland brauchten keine zwei Stunden, um zu entscheiden: Verjährt. Der Tesla-Chef hatte zu lange gewartet, um seine ehemaligen Mitgründer zu verklagen.

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Musk beschimpfte die Richterin als „schreckliche Aktivistin“ und kündigte Berufung an. Auf X, seiner eigenen Plattform, wetterte er gegen das Urteil. Die Jury sei nur ein „Feigenblatt“ gewesen. Sein Anwalt verkündete martialisch: „Dieser Krieg ist nicht vorbei.“

Der Kern der Klage klingt nach verletztem Ego. Musk hatte OpenAI 2015 mitgegründet, als gemeinnützige Organisation zur Rettung der Menschheit vor böser KI. 2018 stieg er im Streit aus. Ein Jahr später kam Microsoft mit Milliarden rein. Heute ist OpenAI ein Hybrid aus Non-Profit-Hülle und gewinnorientiertem Kern – und bereitet den Börsengang vor.
Spoiler
Was Musk wirklich wollte
Musk forderte laut CNBC nicht nur Schadenersatz, sondern auch die Absetzung von Sam Altman und Greg Brockman. OpenAI sollte zurück in die reine Non-Profit-Struktur gezwungen werden. Sein Argument: Die beiden hätten ihn getäuscht, er habe das Geld für Wohltätigkeit gegeben, nicht für ein Milliardengeschäft.

Die Gegenversion von OpenAI klingt weniger philanthropisch. Musk habe schon 2017 selbst eine gewinnorientierte Struktur vorgeschlagen. Mehr noch: Er habe versucht, die Kontrolle zu übernehmen und OpenAI mit Tesla zu verschmelzen. Altman sagte vor Gericht, Musk habe zeitweise 90 Prozent der Anteile verlangt.

Der Subtext: Grok gegen ChatGPT
Was im Gerichtssaal wie ein Streit über Prinzipien klang, ist knallhartes Business. Musk gründete 2023 sein eigenes KI-Unternehmen X.AI mit dem Chatbot Grok. Vor wenigen Monaten fusionierte er es mit SpaceX. ChatGPT hat laut The Information 700 Millionen Nutzer pro Woche. Grok? Deutlich weniger.

OpenAI und der Rivale Anthropic teilen sich aktuell fast 90 Prozent der Branchenerlöse. Musks Anwälte sprachen von einer „Belästigungskampagne“ gegen einen Konkurrenten. Der OpenAI-Anwalt William Savitt nannte die Klage einen „heuchlerischen Versuch, einen Wettbewerber zu sabotieren“.

Die Zahlen geben OpenAI recht. Musks 38 Millionen Dollar Frühfinanzierung waren wichtig, aber nicht existenziell. Microsoft und andere Investoren pumpten Milliarden in die Entwicklung. Die Behauptung, ohne Musk gäbe es OpenAI nicht, klingt nach Selbstüberschätzung.

Warum die Jury so schnell entschied
Weniger als zwei Stunden Beratungszeit für einen dreiwöchigen Prozess – das ist ungewöhnlich schnell. Die Geschworenen mussten sich nicht mit den eigentlichen Vorwürfen befassen. Die Verjährungsfrist in Kalifornien liegt bei drei Jahren. Musk hatte die Unterstützung 2020 eingestellt, klagte aber erst 2024.

Seine Argumentation: Er habe erst später Verdacht geschöpft. Die Jury kaufte es ihm nicht ab. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers folgte dem Urteil „auf der Stelle“ und fügte hinzu, es gebe „erhebliche Beweise“ für die Feststellungen. Damit sind Musks Chancen in der Berufung überschaubar.

Interessant waren die Aussagen ehemaliger OpenAI-Führungskräfte. Mira Murati und Ilya Sutskever, beide mittlerweile mit eigenen KI-Firmen unterwegs, zeichneten ein kritisches Bild von Altman. Murati sprach von „Chaos“-Management, Altman habe Manager gegeneinander ausgespielt und sei nicht immer ehrlich gewesen.

Business Punk Check
Für OpenAI ist das Urteil ein Befreiungsschlag. Der geplante Börsengang kann weitergehen, die Finanzierung bleibt gesichert. Ein Erfolg Musks hätte die Struktur zerschlagen und Investoren verschreckt. Microsoft, das Milliarden investiert hat, kann aufatmen.

Für Musk ist es eine peinliche Niederlage. Nicht nur juristisch, sondern auch in der Außenwirkung. Der Mann, der sich als Retter der Menschheit inszeniert, wirkt wie ein schlechter Verlierer. Seine Wutausbrüche gegen die Richterin und das Gericht unterstreichen das Bild.

Die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet: Hat OpenAI seine gemeinnützigen Prinzipien verraten? Die Jury musste darüber nicht entscheiden. Die Struktur mit Non-Profit-Kern und gewinnorientierter Tochter ist ungewöhnlich, aber nicht illegal. Ob sie dem ursprünglichen Geist entspricht, ist Ansichtssache.
[close]
https://www.fr.de/wirtschaft/musk-verklagt-ex-partner-134-mrd-dollar-und-verliert-sam-altman-open-ai-zr-94312425.html
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Österreich / Re: Martin Sellner - eine Rarität
« Letzter Beitrag von califix am 19. Mai 2026, 11:17:14 »
Idealerweise beginnt er als gutes Beispiel und remigriert freiwillig in sein Herkunftsland. Wo kommen wir hin, wenn sich Ausländer ständig in unsere Innenpolitik einmischen? Und das dürfte auch für andere Länder der EU gelten.
90
Fundsachen (Repertorium des Wahns) / Re: Presseschnipsel - Rechtsextremismus
« Letzter Beitrag von Reichsschlafschaf am 19. Mai 2026, 11:10:32 »
Neid


Ja, vermutlich haben diese Menschen nicht mehr drauf.

Und so viele Kolumnen will man dann doch nicht vor ihr ...
___________________________

Die Definition eines Erfolgsprojektes ist fließend.  ;D
Zitat

Tiefrote Bilanz
Verluste bei Reichelts "Nius" weiten sich aus

Von  Lars Wienand
Aktualisiert am 19.05.2026 - 07:12 Uhr

Das Portal "Nius" um Julian Reichelt bleibt ein wirtschaftliches Verlustgeschäft zur politischen Stimmungsmache. Eine gerade veröffentlichte Bilanz gibt Einblick ins Minus und verrät die geringe Zahl treuer Abonnenten.

An prominenter Stelle am oberen Rand des rechten Krawallportals "Nius" hat sich in den vergangenen Wochen etwas Bemerkenswertes getan: Die Seite von Julian Reichelt nennt sich dort nicht mehr "Stimme der Mehrheit", wie sie es seit den Anfängen im Juli 2023 getan hatte. Das Motto dort wurde im März ersetzt durch "Verlässlich. Überparteilich. Populär". Und seit dem 1. Mai ist "Verlässlich" gestrichen. Was man aber verlässlich über das Portal sagen kann: Es türmt Riesenverluste auf.

So laut wie das Portal bei der Stimmungsmache auftritt, so zurückhaltend sind die Macher mit Zahlen zum wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg. Doch es gibt Veröffentlichungspflichten zum Schutz von Gläubigern und Geschäftsverkehr. Und der jetzt abrufbare Jahresabschluss verrät: Das Portal hat im dritten Jahr seines Bestehens den Verlust noch ausgebaut. Gesundheitsdaten-Millionär Frank Gotthardt musste wieder einen zweistelligen Millionenbetrag nachschießen. Die Abo-Einnahmen sind dagegen vergleichsweise winzig, und die Zahl der Leser ist zuletzt auf ein Rekordtief gefallen.

"Nius" wird von der Vius SE & Co. KGaA betrieben, eine Gesellschaft, an der eine Firma des Compugroup-Gründers Gotthardt 87 Prozent hält. Er und seine Galionsfigur Julian Reichelt sind nach eigenen Darstellungen mit dem politischen Ziel angetreten, ein Gegengewicht zu linken Medien zu schaffen und Deutschland nach rechts zu verschieben. Die Seite arbeitet mit rechtspopulistischen Skandalisierungen und auch frei erfundenen Behauptungen und Zitaten.

Gotthardt hält die Firma am Leben und hat sich dafür im Gesellschaftsvertrag zusichern lassen, dass ein eventueller zukünftiger Gewinn so lange nur an ihn fließt, bis von ihm zugeschossenes Geld zuzüglich sechs Prozent Zinsen ausgeglichen sind. t-online hat Vius Fragen zu der Bilanz geschickt und wollte wissen, was das Unternehmen zu den Zahlen und deren Interpretation sagt, hat aber keine Antwort erhalten.
Spoiler
Minus von 16,2 Millionen Euro
Doch wie mit "Nius" Gewinn gemacht werden soll, ist angesichts der Zahlen völlig unklar. Die Gesellschaft hat im Unternehmensregister ihren Jahresabschluss für 2024 vorgelegt, und der sieht tiefrot aus: Bei einer Bilanzsumme von gut sieben Millionen Euro lag 2024 das Minus, der Jahresfehlbetrag, bei knapp 16,2 Millionen Euro. Den Kosten stehen weiterhin kaum Erlöse gegenüber.
In der Bilanz wird auch das Minus seit Gründung im Herbst 2022 mitgeschleppt als Verlustvortrag: 3 Millionen im ersten Rumpfjahr, 13,8 Millionen im Jahr 2023. Macht für die drei Jahre zusammen ein Minus von bislang 33 Millionen Euro. Mit den Banken hat die Firma aber keine Probleme, sie ist bilanziell nicht überschuldet: Gotthardt hat etwa in Höhe des Verlustes die Kapitalrücklage aufgestockt – ein Mittel, um einen Betrieb am Laufen zu halten. Dafür wurden bis Ende 2024 37,4 Millionen Euro in das Unternehmen gesteckt.

Vius ist zudem im Jahr 2024 mit 75 Prozent in das österreichische Portal Exxpress eingestiegen, das ähnlich auftritt wie "Nius". Die Portale kooperieren eng und sind vielfältig verflochten. Der Kauf belastet die Bilanz von Vius zunächst nicht direkt, weil der gezahlte Preis als Beteiligung an Exxpress auf der Vermögensseite erscheint.

Eine Summe von 2,45 Millionen Euro findet sich in der Bilanz 2024 unter "Finanzanlagen". Der laufende Betrieb kann aber auch Kosten für Vius bedeuten: Exxpress verbuchte 2024 laut der österreichischen Zeitung "Standard" selbst einen Verlust von 6,92 Millionen Euro. Ob und in welchem Umfang Vius deshalb Zuschüsse nach Österreich überwiesen hat, ist aus der Bilanz nicht ersichtlich.

Da es bei beiden Portalen aber keine erkennbaren Zeichen gibt, dass sich im vergangenen Jahr an ihrer Einnahmenseite etwas grundsätzlich verbessert hat, dürfte das für Gotthardt bedeutet haben, dass er auch im Jahr 2025 wieder zweistellig nachschießen musste, damit es weitergeht. Ob das stimmt, wird die Bilanz für 2025 zeigen. Es passt aber zu Angaben aus seinem Umfeld, laut derer von ihm bereits mehr als 50 Millionen für Vius geflossen sind.

Im August 2024 hatte nius.de sein Hoch
Doch wie wird das vom Publikum belohnt? Nach aktuellen Zahlen des Fachportals meedia.de ist die Seite nius.de im April so selten besucht worden wie noch nie in ihrer Geschichte. 3,5 Millionen Besuche sind sogar weniger als im Juli 2023 (3,65 Millionen), als "Nius" gerade online ging, berichtet meedia.de nach einer Auswertung des Analysedienstes Similarweb. Inzwischen ist "Nius" demnach abgerutscht auf Platz 177 unter den reichweitenstärksten Seiten mit inhaltlichem redaktionellem Angebot.

Die beste Zeit hatte "Nius" demnach 2024, der Rekordwert von 9,54 Millionen Visits wurde im August jenes Jahres erzielt. Im Juli 2025 verkündeten die Macher dennoch: "Unsere Website NIUS.de entwickelt sich rasant: mehr als 5 Millionen Seitenaufrufe pro Monat." Damit wollten sie um Werbekunden werben, eine Erlösquelle. Doch in dem Umfeld wollen seriöse Unternehmen in der Regel nicht auftauchen, weil es der eigenen Marke schaden könnte.

Zuletzt wurde bekannt, dass ein Redakteur bei einem Treffen von AfD-Politikern, Vertreterinnen der sogenannten "Neuen Rechten", rechten Aktivisten und militanten Neonazis eine Lesung gehalten hat. Ein anderer Mitarbeiter postete ein Bild eines Messers, einer Schusswaffe und eines blauen AfD-Kugelschreibers. Dazu schrieb er: "Falls jemand fragt, mit welchem Stift wir unsere Texte schreiben". Den Tweet mit dem nicht selbst aufgenommenen Foto löschte der Autor später. Er war verantwortlich für frei erfundene Behauptungen über ein angeblich vom Steuerzahler bezahltes Fastenbrechen für Bürgergeldempfänger. Diese erschienen auf der Seite, wurden aber auch in anderen Formaten wiederholt.

Auf diese Formate verweisen Reichelt & Co. lieber anstelle der Homepage. Sie sprechen von den Millionen, die sie mit Beiträgen über Radio und auf YouTube oder in anderen sozialen Medien erreichen. Vius hält auch 75,1 Prozent an einer im Februar 2026 in Österreich gegründeten VIUS Radio FlexCo. Welche Pläne es damit gibt, ist offen.

Werbung für "Nius" statt Werbung bei "Nius"
Um im Netz mehr wahrgenommen zu werden, wird für "Nius" kräftig Werbung gekauft: Die Transparenzdatenbanken von YouTube-Konzern Google und Facebook- und Instagram-Mutter Meta zeigen, dass die Mutter Vius von Juli 2023 bis Juni 2025 an die Tech-Giganten mindestens 1,4 Millionen Euro für politische Online-Werbung gezahlt hat. Neuere Daten sind so nicht mehr abrufbar, weil die Transparenzportale umgestellt wurden und Kosten nicht mehr ersichtlich sind.

Werbung wurde für "Nius" aber weiter gemacht: Im Juli 2025 wurden für YouTube allein rund 150 Anzeigen erstellt, um eigene Beiträge sichtbarer zu machen. Nach dem 16. März 2026 gab es der Anzeigendatenbank zufolge keine Anzeigen mehr, "Nius" pausiert seitdem bei Werbung auf YouTube. In den vier Wochen davor hatte "Nius" allein zehn Anzeigen geschaltet, in denen über das ZDF kritisch berichtet wurde, fünf davon zeigten Dunja Hayali im Bild, die von rechten Medien zu einer Hassfigur aufgebaut worden ist. Die Beiträge laufen bei Google in der Anzeigenkategorie "Kunst und Unterhaltung", manche auch in "Schönheits- oder Körperpflege".

Aus den Jahresabschlüssen lassen sich auch Rückschlüsse zu den Abonnenten ziehen: Die Bilanz weist passive Rechnungsabgrenzungsposten aus. Das meint: Geld an ein Unternehmen ist schon komplett geflossen, die Leistung aber noch nicht voll erbracht. Und 2023, als "Nius" noch sehr frisch war, schrieb Vius bei einem Betrag von 8.594,07 Euro, er betreffe "die jährlichen Vorauszahlungen von Abonnenten."

Was die Bilanz über Jahresabos verrät
"Nius" verkauft Abos, die Nutzern zusätzliche Inhalte und Funktionen wie etwa das Setzen von Lesezeichen ermöglichen. Und Jahresabos haben eine Besonderheit in der Bilanz: "Die Beträge werden auf den Zeitraum von 12 Monaten gezahlt und dementsprechend abgegrenzt."

Das ist so zu verstehen: Wer zum 1. Juli ein Abo für 100 Euro abgeschlossen und bezahlt hat, hat für sechs Monate Leistung im Folgejahr bereits bezahlt. In einer Bilanz wird das so festgehalten, dass in dem Fall im neuen Jahr noch für 50 Euro Leistung erbracht werden muss. Dieser Anteil an bezahlten Abos, die über das Jahresende hinaus laufen, geht als Teil des passiven Rechnungsabgrenzungspostens in die Bilanz ein.

2024 verfünffachte sich der betreffende Posten auf 45.405,55 Euro. Für Abo-Erlöse bedeutet die Summe: Wenn man unterstellt, dass jeden Monat gleich viele Abonnements abgeschlossen wurden, dann haben diese Abos zum Jahreswechsel im Durchschnitt noch 5,5 Monate Restlaufzeit. Wenn für diese noch laufenden Abos in der Bilanz eine Verpflichtung von 45.406 Euro steht, dann flossen so im Jahr 2024 100.000 Euro und es gab weniger als 1.000 Jahresabos. Ein Tropfen auf den heißen Stein.

Dazu kommen zwar noch die Einnahmen von Monats- und zeitweise angebotenen Wochenabos, auf die die Bilanz keinen Rückschluss zulässt. Ein geleakter interner Datensatz zeigte, dass "Nius" zwischen Juli 2023 und Juni 2025 insgesamt rund 350.000 Euro Einnahmen durch Abonnements generierte. Und zusätzlich wirbt das Portal des Millionärs Gotthardt noch um Spenden.

Aber vielleicht gibt es auch Vorstellungen, wie das Portal doch irgendwann nicht nur für Geld Stimmung macht, sondern Gewinn abwerfen könnte. Vius verrät es bisher nicht.

Verwendete Quellen
Eigene Recherchen
unternehmensregister.de

meedia.de: Top 100 Onlinemedien im April: "Merkur", "Zeit" und "Tagesspiegel" weit über Vorjahr, "Nius" schwach wie nie
standard.at: Schwarzes Portal mit roten Zahlen: Bilanzverlust beim "Exxpress" steigt
correctiv.org: Jens Spahn: Der Minister und der Nius-Investor
[close]
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_101258246/julian-reichelt-nius-rutscht-tiefer-in-die-roten-zahlen.html


Kommt halt drauf an, wie lange sich der Geldgeber das anschaut ...  :whistle:
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